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Umschuldung

Was ist eine Umschuldung und wann lohnt sie sich? Abgrenzung zur Prolongation, Ablauf, Kosten, Rechenbeispiel: So schulden Sie Ihr Immobiliendarlehen um.

Hüttig & Rompf
Hüttig & Rompf

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Umschuldung lösen Sie Ihren laufenden Immobilienkredit durch ein Darlehen von einer anderen Bank ab.
  • Während eine Umschuldung mit einem Bankwechsel verbunden ist, bedeutet Prolongation, das Immobiliendarlehen beim bisherigen Kreditgeber zu verlängern.
  • Eine Umschuldung ist in der Regel empfehlenswert, wenn der Zins des neuen Darlehens mindestens 0,2 Prozent günstiger ist als der Zins des bisherigen Kredits.
  • Für eine erfolgreiche Umfinanzierung sollten Sie sich an einen genauen Ablauf halten und sich von einem unabhängigen Finanzierungsexperten beraten lassen.

Was ist eine Umschuldung?

Umschuldung bedeutet, ein laufendes Darlehen durch einen Kredit von einer anderen Bank zu ersetzen. Das Thema ist für Sie relevant, wenn Sie ein Immobiliendarlehen abgeschlossen haben, bei dem eine Restschuld verbleibt. Für gewöhnlich können Sie Ihre Baufinanzierung umschulden, sobald die Zinsbindung abgelaufen ist. 

Der Hauptgrund für die Umschuldung eines Baukredits ist normalerweise ein günstigerer Zins bzw. eine niedrigere Monatsrate. Doch auch flexiblere Konditionen, bspw. bezüglich der Sondertilgungen und Tilgungssatzänderungen, können einen Darlehenswechsel attraktiv machen. Verglichen mit einem herkömmlichen Verbraucherkredit ist die Umschuldung eines Hauskredits zwar etwas aufwendiger. Dafür können Sie mit der Umfinanzierung eines Immobiliendarlehens wesentlich mehr Kosten einsparen.

Wann lohnt sich eine Umschuldung?

In welcher Situation die Umschuldung eines Hauses sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, nicht allein vom Zinssatz oder von einzelnen Darlehenskonditionen:

  • Höhe der Restschuld: Je größer die Restschuld, desto höher ist das Einsparpotenzial durch eine Umschuldung.
  • Neuer Zinssatz: Laut einer gängigen Faustregel lohnt sich die Umschuldung eines Immobilienkredits, wenn der Zins der neuen Bank mindestens 0,2 Prozent besser ist als der Zins des bisherigen Kreditgebers.
  • Verbleibende Laufzeit: Je länger die verbleibende Laufzeit ist, desto stärker wirkt sich ein Zinsunterschied bei der Umschuldung aus.
  • Gebühren: Bei einer Darlehensablösung fallen für die Abtretung der Grundschuld an die neue Bank Notar- und Grundbuchkosten an.
  • Mögliche Vorfälligkeitsentschädigung: Kündigen Sie Ihren alten Kredit vorzeitig, müssen Sie für die Umschuldung eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.
  • Passendere Konditionen: Im Rahmen einer Umschuldung lassen sich unter anderem die Tilgungs- bzw. Monatsrate sowie ein Recht auf Sondertilgungen an die aktuellen Bedürfnisse anpassen.

Grundsätzlich ist nicht jede Umschuldung einer Baufinanzierung automatisch günstiger. Für eine tragfähige Entscheidung sollten Sie stets die Gesamtkosten anstatt lediglich die Monatsrate vergleichen und ebenso zusätzliche Konditionen berücksichtigen.

Welche Ziele kann eine Umschuldung haben?

Mit der Umschuldung eines Baukredits lassen sich mehrere Absichten verfolgen:

  • Zinskosten senken: Sehr häufig bietet mindestens eine andere Bank bessere Zinskonditionen als die bisherige Hausbank.
  • Rate reduzieren: Durch geringere Zinsen bzw. einen niedrigeren Tilgungssatz können Sie Ihre Kreditrate verkleinern.
  • Laufzeit neu strukturieren: Eine Umschuldung ermöglicht es, einen neuen Tilgungssatz zu wählen und damit die Laufzeit Ihrer Baufinanzierung anzupassen.
  • Tilgung an die aktuelle Lebenssituation angleichen: Können Sie sich eine größere Rate leisten, nehmen Sie bei Ihrer Umschuldung eine höhere Tilgung. Soll die Rate sinken, liegen Sie mit einer geringeren Tilgung richtig.
  • Mehrere Entscheidungen bündeln:
Durch die Umfinanzierung eines Hauses lassen sich Zinsbindung, Tilgungsstrategie und Laufzeit zusammen neu vereinbaren. Hüttig & Rompf unterstützt Sie bei der Planung Ihrer Anschlussfinanzierung und behält für Sie die Entwicklung der aktuellen Bauzinsen im Blick. Bei den Finanzierungsspezialisten profitieren Sie zudem von einem professionellen Angebotsvergleich, der über 600 Banken umfasst. Lassen Sie sich jetzt ein individuelles Konzept zur Umschuldung Ihres Kredits anfertigen.

Umschuldung oder Prolongation: Was ist der Unterschied?

Zur Tilgung Ihrer Restschuld stehen Ihnen zwei Optionen offen. Entscheiden Sie sich für eine Prolongation, verlängern Sie Ihr Darlehen bei der bisherigen Bank. Im Unterschied dazu heißt Umschuldung, das alte Darlehen durch einen Kredit von einer anderen Bank abzulösen, also den Kreditgeber zu wechseln.

Umschuldung oder Prolongation: Vorteile und Nachteile

Beide Varianten lassen sich zur Anschlussfinanzierung nutzen. Welche Vorteile und Nachteile eine Prolongation bzw. eine Umschuldung hat, sehen Sie im Überblick in der folgenden Tabelle.

Vorteile
Nachteile
Prolongation
  • unkomplizierte Fortsetzung der bisherigen Immobilienfinanzierung bei der gleichen Bank
  • keine erneuten Gebühren für Grundbuchänderung und Notar 
  • keine neue Kreditwürdigkeitsprüfung 
  • oft schlechtere Zinskonditionen

  • Konditionen bleiben für gewöhnlich unverändert 
Umschuldung
  • in aller Regel günstigere Zinsen bei der neuen Bank
  • hohes Einsparpotenzial 
  • Konditionen lassen sich anpassen 
  • größerer Aufwand 
  • zusätzliche Kosten für Grundbuchänderung und Notar 
  • unter Umständen wird Vorfälligkeitsentschädigung fällig 

Prolongation oder Umschuldung im Vergleich

Eine Umschuldung unterscheidet sich in mehreren Aspekten von einer Prolongation. Im Folgenden finden Sie die Unterschiede als Tabelle übersichtlich im direkten Vergleich.

Kriterium
Prolongation
Umschuldung
Bankwechsel 
nein
ja
Zinssatz 
meist schlechter
meist besser
Aufwand 
geringer
etwas höher
Unterlagen 
keine zusätzlichen erforderlich 
erneute Einreichung für Bonitätsprüfung und Grundbuchänderung 
Nebenkosten 
keine 
Notar und ggf. Vorfälligkeitsentschädigung 
Flexibilität bei Konditionen 
eingeschränt
hoch: Anpassungen möglich 
Sparpotenzial 
Sparpotenzial 
hoch

Prolongation oder Umschuldung:
Für wen ist welche Lösung sinnvoll?

Wollen Sie Ihren bisherigen Bankberater behalten und scheuen Sie zusätzlichen Aufwand, dann ist eine Prolongation für Sie womöglich passend. Das gilt ebenso, wenn das Angebot der Hausbank bereits wettbewerbsfähig ist. Meist ist es für den Darlehensnehmer allerdings besser, den Hauskredit umzuschulden. Denn durch eine Umfinanzierung können Sie sich häufig günstigere Zinsen sichern.

Darüber hinaus ist die Umschuldung eines Hauses besonders dann von Vorteil, wenn die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung noch relativ hoch ist. Daneben spielen bei einer Entscheidung für eine Prolongation oder Umschuldung weitere individuelle Faktoren eine Rolle, wie bspw.:

  • Bonität: Können Sie eine solide Kreditwürdigkeit vorweisen, profitieren Sie von besseren Zinsen. Dadurch steigt im Fall einer Umschuldung die Chance auf günstigere Konditionen.
  • Zinsbindung: Kreditnehmer, die für ihr Darlehen lediglich eine neue Zinsbindung wählen möchten, können dies im Rahmen einer Prolongation tun.
  • Beleihungsauslauf: Ist der Wert Ihrer Immobilie in den letzten Jahren deutlich gestiegen und die Restschuld gefallen, wirkt sich das positiv auf den Beleihungsauslauf aus. Die wichtige Kenngröße wird im Zuge einer Umschuldung von der neuen Bank ermittelt. Für einen besseren Beleihungsauslauf gewährt die Bank attraktivere Bauzinsen.
Ablauf

Wie läuft eine Umschuldung bei der Baufinanzierung ab?

Beabsichtigen Sie, Ihren Immobilienkredit umzuschulden, gehen Sie Schritt für Schritt vor. Das gewährleistet einen strukturierten, reibungslosen Prozess.

Umschuldung Ablauf Schritt für Schritt

Was muss ich konkret tun und wann? Folgender Ablauf hilft Ihnen dabei, Ihr Ziel der Umschuldung auf direktem Weg zu erreichen:

  1. Prüfen, ob bzw. wann eine Umschuldung sinnvoll ist: aktuellen Zinssatz, Restschuld, Ende der Zinsbindung, Kündigungsfrist und etwaige Vorfälligkeitsentschädigung bestimmen
  2. Angebote für eine Umschuldung vergleichen und Bank auswählen: spätestens 3 bis 6 Monate vor Ablauf der Zinsbindung
  3. Unterlagen bei neuer Bank einreichen: unter anderem Verdienstbescheinigungen und Dokumente zum Objekt
  4. Vorabzusage von neuer Bank abwarten
  5. Grundschuldänderung über Notar veranlassen
  6. Bisheriges Darlehen kündigen
  7. Restschuld fristgerecht ablösen
  8. Neues Darlehen zurückzahlen

Wer macht was bei der Umschuldung?

In eine Umfinanzierung sind mehrere Parteien involviert. In der folgenden Tabelle zeigen wir übersichtlich die Aufgaben aller Beteiligten bei einer Umschuldung im Überblick: Umschuldung, wer macht was?

Wer?
Aufgabe
Kreditnehmer 
  • vergleicht Angebote
  • wählt neue Bank aus
  • reicht Unterlagen ein
  • wendet sich an Notar
Finanzierungsspezialist 
  • übernimmt für den Kreditnehmer den Angebotsvergleich
  • berät bei der Strukturierung der Finanzierung
  • unterstützt bei der Zusammenstellung der Unterlagen und der notwendigen Informationen
  • macht die Abstimmungen mit der Bank 
Neue Bank 
  • prüft Unterlagen
  • führt Bonitätsprüfung durch
  • sendet Vorabzusage zu
  • kümmert sich in der Regel um die Kündigung bei der alten Bank
  • zahlt das Darlehen aus 
Bisherige Bank 
  • bestätigt die Kündigung und Tilgung der Restschuld

Notar 
  • veranlasst die Grundbuchänderung beim Grundbuchamt 
Grundbuchamt 
  • nimmt die Grundbuchänderung vor

Welche Kosten entstehen bei einer Umschuldung?

Im Vergleich zu einer Prolongation ist eine Umschuldung mit zusätzlichen Kosten verbunden. So werden insbesondere Gebühren für die erforderliche Änderung der Grundschuld (Abtretung oder Löschung und Neueintragung) fällig. Diese Aufwendungen sind bei der Bewertung, ob sich eine Umschuldung lohnt oder nicht, zwingend zu berücksichtigen.

Welche Umschuldungskosten sollten Sie einplanen?

Wenn Sie Ihren Hauskredit zum Ablauf der Zinsbindung umschulden, müssen Sie mit diesen Kosten rechnen:

  • Notarkosten
  • Grundbuchkosten

Wer sein Immobiliendarlehen vorzeitig, also vor Ende der Zinsbindung ablösen möchte, muss zusätzlich in aller Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung leisten. Diese ist meist so teuer, dass sich ein Umschuldungskredit nicht rentiert. Weitere Kosten, etwa Bearbeitungsgebühren, sind laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs bei Umschuldungen bzw. Immobilienfinanzierungen nicht zulässig.

Nebenkosten allein nicht entscheidend

Ob sich eine Umschuldung letztlich lohnt, hängt nicht nur von den Nebenkosten ab. Maßgebliche Faktoren sind ebenso die mögliche Zinsersparnis sowie weitere Konditionen, bspw. ein flexibleres Recht auf Tilgungssatzwechsel.

Beispielhafte Kostenübersicht zur Umschuldung

Haben Sie vor, einen Baukredit umzuschulden, planen Sie diese Kosten ein:

Kostenart
Höhe
Grundbuch- und Notarkosten: 
ca. 0,2 % (Grundschuldabtretung) bzw. 1,0 % (Grundschuldlöschung und Neueintragung) der Restschuld 
Ggf. Vorfälligkeitsentschädigung:
ca. 10 % der Restschuld 

Für eine Restschuld von 200.000 Euro ergeben sich damit folgende Umschuldungskosten:

  • Grundbuch- und Notarkosten: 400 € bzw. 2.000 €
  • Ggf. Vorfälligkeitsentschädigung: 20.000 €

Angenommen, die Zinsersparnis durch einen Wechsel würde über die gesamte Restlaufzeit 6.000 € betragen. Abzüglich der Grundbuch- und Notarkosten bliebe noch eine Ersparnis von 5.600 Euro bzw. 4.000 Euro. Muss der Darlehensnehmer zusätzlich eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen, wären die Gesamtkosten wesentlich höher als die Ersparnis. In diesem Fall ist die Umschuldung der Baufinanzierung zu teuer.

Beachten Sie: Die genannten Zahlen sind beispielhaft und dienen lediglich der Veranschaulichung. Grundsätzlich genügt bei einer größeren Restschuld aber schon ein geringer Zinsunterschied, um eine hohe Ersparnis zu erzielen.

Was ist die Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Umschuldung?

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine vom Kreditgeber erhobene Gebühr für die vorzeitige Ablösung eines bestehenden Immobilienkredits. Sie fällt an, da durch eine frühere Darlehensrückzahlung der Bank fest eingeplante Zinseinnahmen entgehen. Wann ist eine Vorfälligkeitsentschädigung normalerweise zu zahlen? Das richtet sich in erster Linie danach, ob die vereinbarte Zinsbindung noch läuft oder bereits verstrichen ist.

Wann fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an?

  • Kündigen Sie Ihr Immobiliendarlehen innerhalb der vereinbarten Zinsbindung, verlangt die Bank dafür in aller Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung. Beträgt bspw. die Zinsbindung Ihres Hauskredits 15 Jahre und Sie möchten nach 7 Jahren umschulden, dann zahlen Sie eine Vorfälligkeitsentschädigung.

  • Ist die Zinsbindung bereits abgelaufen, darf die Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellen. Wer etwa eine Zinsbindung von 15 Jahren gewählt hat, kann seinen Baukredit nach Ende dieser Zeit ohne Zusatzgebühr umschulden.

Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren Laufzeit

Unabhängig von der gewählten Zinsbindung haben Darlehensnehmer nach § 489 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ein Sonderkündigungsrecht. Dieses erlaubt es, die Hausfinanzierung nach 10 Jahren Laufzeit zu kündigen, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.

Die Experten von Hüttig & Rompf empfehlen, zuerst genau nachzurechnen, wie lange die Baufinanzierung schon läuft. Falls Sie Ihren Immobilienkredit vorzeitig umschulden möchten, vergleichen Sie die anfallende Vorfälligkeitsentschädigung inklusive der weiteren Nebenkosten mit der zu erwartenden Zinsersparnis. Danach können Sie abschätzen, ob eine Kündigung bzw. Umfinanzierung für Ihr Haus aktuell sinnvoll ist.

Wie prüfen Sie, ob sich ein vorzeitiger Wechsel trotzdem lohnt?

Zur Beantwortung dieser Frage ist ein strukturiertes Vorgehen ratsam:

  1. Klären, wann eine Umschuldung regulär möglich wäre
  2. Genaue Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ermitteln
  3. Angebote von anderen Banken einholen
  4. Zinsdifferenz zwischen dem alten und neuen Kredit bestimmen
  5. Mögliche Zinsersparnis über die Restlaufzeit berechnen
  6. Von der möglichen Zinsersparnis die Vorfälligkeitsentschädigung und Nebenkosten abziehen
  7. Verbleibt ein Überschuss, bietet sich ein früherer Kreditwechsel an

Wann sich eine vorzeitige Umschuldung rentiert, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen. Vielmehr ist für eine belastbare Aussage immer eine individuelle Prüfung erforderlich. Die Experten von Hüttig & Rompf beraten Sie jederzeit kostenlos und empfehlen Ihnen die optimale Vorgehensweise.

Wie funktioniert die Umschuldung der Restschuld bei der Anschlussfinanzierung?

Haben Sie ein Annuitätendarlehen aufgenommen, bleibt nach Ablauf der Zinsbindung eine Restschuld übrig. Zu deren Tilgung benötigen Sie eine geeignete Anschlussfinanzierung. Eine solche lässt sich bspw. im Zuge einer Umschuldung abschließen.

Was passiert mit der Restschuld?

Bei einer Umschuldung lösen Sie die Restschuld aus dem bisherigen Kredit durch ein Darlehen von einer neuen Bank ab. Konkret wird mit der Auszahlung aus dem neuen Darlehen die Restschuld vollständig getilgt. Für die Umschuldung bzw. Anschlussfinanzierung gelten dann neue Konditionen, insbesondere hinsichtlich:

  • Zinssatz
  • Tilgungs-/Kreditrate
  • Zinsbindung

Der von der Bank angebotene Zinssatz bildet neben dem aktuellen Marktzins auch die Bonität des Darlehensnehmers ab. Bezüglich des Tilgungssatzes und der Zinsbindung haben Sie Auswahlmöglichkeiten. Möchten Sie Ihr Darlehen rascher abzahlen und Zinskosten sparen, liegen Sie mit einem höheren Tilgungssatz richtig. Wer eine kleinere Monatsrate bevorzugt, nimmt hingegen einen geringeren Tilgungssatz. Ferner sichern Sie sich über die Zinsbindung gegen steigende Zinsen ab. Dabei gilt: je länger die Zinsbindung, desto größer die Planungssicherheit. Berücksichtigen Sie die (spätere) Finanzierung Ihrer Restschuld auch in Ihrer langfristigen Kostenplanung. Denn die zu zahlenden Zinsen für Ihre Anschlussfinanzierung wirken sich unmittelbar auf Ihre Gesamtkosten aus.

Wann sollten Sie sich um die Umschuldung kümmern?

Üblicherweise erhalten Sie rund 3 Monate vor Ende der Zinsbindung ein Angebot Ihrer Hausbank zur Fortsetzung der Baufinanzierung (Prolongation). Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Sie die Möglichkeit eines Umschuldungskredits prüfen. Noch besser ist es, wenn Sie rund 6 Monate vor Ablauf der Zinsbindung Ihren bisherigen Darlehensvertrag unter die Lupe nehmen. So bleibt Ihnen ausreichend Zeit für Zinsvergleiche, das Einreichen von Unterlagen und die Abstimmung mit den Banken.

Alternativ zu einer klassischen Umschuldung im Rahmen einer Anschlussfinanzierung können Sie ebenso ein Forward Darlehen beantragen. Seine wichtigsten Merkmale zusammengefasst:

  • für gewöhnlich bis zu 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung abschließbar
  • Darlehensnehmer sichern sich darüber die aktuellen Zinsen für später
  • Zinssicherheit kostet Aufschlag
  • Darlehenstyp zahlt sich meist aus, wenn Zinsen in den nächsten Jahren steigen

Welche Unterlagen brauchen Sie für eine Umschuldung?

Voraussetzung für einen zügigen, reibungslosen Ablauf bei jeder Baufinanzierung ist das rechtzeitige Vorlegen der notwendigen Dokumente. Das gilt auch für Anschlussfinanzeirungen bzw. einen Umschuldungskredit.

Typische Unterlagen für die neue Bank

Die neue Bank benötigt vor allem diese Dokumente:

Bestehender Darlehensvertrag: enthält alle wichtigen Daten zum bisherigen Immobiliendarlehen
Restschuldmitteilung/Ablösebescheinigung: informiert über den verbleibenden Kreditbetrag und Ablösetermin
Einkommensnachweise: etwa Einkommensteuerbescheid sowie Lohn-/Gehaltsabrechnungen der vergangenen 3 Monate
Aktueller Grundbuchauszug: gibt Auskunft über die Eigentumsverhältnisse und Grundstücksbelastungen

Objektunterlagen: bspw. Kaufvertrag, Lageplan, Wohnflächenberechnungen, Energieausweis

Belege zu geplanten oder umgesetzten Modernisierungsmaßnahmen: sind für die Ermittlung des aktuellen Immobilien-/Beleihungswerts bedeutsam

So bereiten Sie die Umschuldung effizient vor

Damit Sie die beste Bank mit den besten Konditionen für Ihre Umschuldung finden, empfiehlt sich eine systematische Herangehensweise:

  • Fristen notieren: Aufschreiben, zu welchem Zeitpunkt die Zinsbindung endet bzw. wann eine Umschuldung des Hauses möglich ist.
  • Unterlagen frühzeitig zusammenstellen: Informationen zum Einkommen, zur Immobilie und alle weiteren wichtigen Belege sammeln.
  • Angebote vergleichen: Rechtzeitig und sorgfältig prüfen, welche Konditionen andere Banken offerieren.
  • Alle relevanten Faktoren einbeziehen: Bei Angeboten nicht nur auf den Zinssatz, sondern bspw. ebenfalls auf die Möglichkeit von Sondertilgungen und Tilgungssatzwechseln achten.
  • Finanzierungsprofi einbinden: Unabhängige Finanzierungsexperten beraten oft kostenlos zum Thema Umschuldung.

Lohnt sich eine Umschuldung?
Beispielrechnung und Entscheidungshilfe

Wann sich die Umschuldung eines Immobilienkredits rentieren kann, zeigt eine exemplarische Rechnung.

Beispielrechnung zur Umschuldung

Für die Kalkulation gelten ein Immobilienwert von 400.000 Euro und eine Restschuld von 200.000 Euro. Alle Angaben für das unverbindliche Rechenbeispiel finden Sie in folgender Tabelle:

Merkmal
Wert
Immobilienwert 
400.000 € 
Restschuld
200.000 € 
Zinssatz bei Prolongation 
4,00 %
Zinssatz bei Umschuldung 
3,70 %
Restlaufzeit 
15 Jahre
Geschätzte Nebenkosten 
400 €
Geschätzte Zinsersparnis 
6.000 €
Mögliche Gesamtersparnis 
5.600 €

Bei einem Zinsunterschied von lediglich 0,3 Prozent würde der Darlehensnehmer mit einer Umschuldung insgesamt 5.600 Euro sparen. Das Beispiel unterstreicht, wie bereits eine kleine Zinsdifferenz zu hohen Einsparungen führen kann. Beachten Sie aber, dass die Berechnung nur ein Musterbeispiel ist. Für eine individuelle Kalkulation stehen Ihnen die Experten von Hüttig & Rompf zur Verfügung.

Anschlussfinanzierung selbst berechnen

Sie möchten Ihre Umschuldung vorab selbstständig planen? Nutzen Sie dafür den praktischen Rechner zur Anschlussfinanzierung.

Checkliste: Wann ist eine Umschuldung eher sinnvoll?

Eine Umschuldung des Hauskredits macht Sinn, wenn möglichst viele der genannten Kriterien erfüllt sind:

  • Zinsersparnis hoch genug: Ist der Zins des neuen Darlehens um mindestens 0,2 Prozent besser als der Zins des alten Kredits, dann lohnt sich oft eine Umschuldung.
  • Restschuld ausreichend: Für eine Umschuldung sollte die Restschuld für gewöhnlich wenigstens 50.000 Euro betragen.
  • Nebenkosten überschaubar: Achten Sie darauf, keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen sowie auf moderate Grundbuch- und Notarkosten.
  • Konditionen der neuen Bank insgesamt attraktiver: Von Vorteil sind insbesondere flexiblere Bedingungen für Sondertilgungen und Tilgungssatzanpassungen.
  • Verbesserte Bonität: Eine gestiegene Kreditwürdigkeit erhöht Ihre Chancen auf günstigere Zinsen bei der Umschuldung.

Sind Sie auf der Suche nach der besten Bank für eine Umschuldung? Hüttig & Rompf vergleicht für Sie die Anschlussfinanzierungen von über 600 Finanzierungspartnern. Gern entwickeln die Spezialisten ein Finanzierungskonzept, das individuell an Ihre Wünsche und Bedürfnisse angepasst ist. Vereinbaren Sie jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin für Ihre Umschuldung.

Häufig gestellte Fragen: Umschuldung Baukredit

Was sind die Voraussetzungen für eine Umschuldung?

Damit Sie Ihren bestehenden Baukredit umschulden können, muss für gewöhnlich die Zinsbindung des ersten Darlehens abgelaufen bzw. eine Kreditlaufzeit von mindestens 10 Jahren verstrichen sein. Voraussetzung für eine Umschuldung ist ferner, dass Sie eine neue Bank finden und die eingetragene Grundschuld entsprechend geändert wird. Zudem benötigt der neue Kreditgeber von Ihnen verschiedene Unterlagen, darunter Nachweise zum Einkommen sowie Informationen zur Immobilie. 

Wie hoch sind die Zinsen zurzeit bei einer Umschuldung?

Die Zinsen für eine Umschuldung richten sich nicht allein nach den aktuellen Marktzinsen, sondern unter anderem auch nach der Bonität des Darlehensnehmers. Derzeit bewegt liegt der Top-Sollzins für ein Standarddarlehen bei 3,93 Prozent.

Wie sinnvoll ist eine Umschuldung?

Ob sich die Umschuldung eines Hauskredits rechnet, hängt vor allem von der Zinsdifferenz zwischen dem alten und neuen Darlehen sowie von der Höhe der Restschuld ab. Damit sich ein Bankwechsel lohnt, sollten Darlehensnehmer außerdem darauf achten, keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Darüber hinaus kann die Umfinanzierung eines Hauses sinnvoll sein, wenn das neue Darlehen flexiblere Konditionen, bspw. bezüglich der Sondertilgungen, bietet.

Was ist eine Umschuldung einfach erklärt?

Bei einer Umschuldung tauschen Sie Ihren bisherigen Baukredit gegen ein neues Darlehen von einer anderen Bank. Durch einen solchen Wechsel können Sie über die Gesamtlaufzeit häufig Zinskosten im vierstelligen Bereich einsparen.

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