Erbbau­recht

Erbbaurecht kurz definiert 
Das Erbbaurecht ist ein zeitlich begrenztes Recht, auf einem fremden Grundstück ein Gebäude zu errichten und zu nutzen, ohne selbst Eigentümer des Grundstücks zu sein. Dieses bleibt im Besitz des Erbbaurechtgebers. Der Bauherr bzw. Käufer, also der Erbbaurechtnehmer, zahlt dem Erbbaurechtgeber für die Nutzung des Grundstücks eine Art Miete bzw. Pacht – den sogenannten Erbbauzins.  

Erbbaurecht – Laufzeit des Vertrags 
Das Grundstück wird dem Erbbaurechtnehmer für einen definierten Zeitraum überlassen. Der Erbbaurechtsvertrag kann bis zu 99 Jahre laufen und darüber hinaus beliebig oft verlängert werden. Im Fall, dass der Erbbauvertrag ausläuft, geht die Immobilie in das Eigentum des Erbbaurechtgebers über. Der Erbbaurechtnehmer erhält dann eine Entschädigung, deren Höhe vom jeweiligen Vertrag abhängt – üblich sind 66 bis 75 Prozent des Immobilienwertes.

Erbbauzins - wie hoch ist er?

Als Entgelt für die Nutzung des Grundstücks ist der Erbbauzins zu entrichten. Dieser kann je nach Vertragsgestaltung einmalig, monatlich oder jährlich gezahlt werden. Der Erbbauberechtigte muss alle 3 bis 5 Jahre mit einer Anpassung des Erbbauzinses an den Verbraucherpreisindex rechnen.


Vorteile des Erbbaurechts
Erfüllen Sie sich Ihren Traum vom Eigenheim über das Erbbaurecht, kann das durchaus einige Vorteile für Sie haben: 

  • Die Finanzierung des Grundstücks entfällt 
  • Aus finanzieller Sicht erhöht sich dadurch Ihr Eigenkapitalanteil 
  • Gleichzeitig sinkt der Finanzierungsbedarf 
  • Dadurch verbilligt sich in der Regel das Darlehen  

Auch der Erbbaurechtgeber profitiert, weil er sein Grundstück nicht aus der Hand geben muss. Das ist gerade für viele Städte und Gemeinden die Motivation, verstärkt auf Erbbaurechte zu setzen. 

Nachteile des Erbbaurechts
Neben der Vorteile des Erbbaurechts, sollte man auch die Nachteile nicht außer Acht lassen:

  • Als Erbbaurechtnehmer sind Sie nicht Eigentümer des Grundstücks 
  • Sie können über Ihre eigene Immobilie nicht frei verfügen aufgrund des Mitspracherechts 
  • Der Erbbauzins muss über die gesamte Laufzeit des Vertrags gezahlt werden