Mehr Wohnungen, mehr Platz – und trotzdem Wohnungsnot?

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Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt Mitte Juli veröffentlicht hat, klingen erst einmal erfreulich: Zum Jahresende 2025 gab es in Deutschland rund 44 Millionen Wohnungen. Das sind etwa 6 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Im selben Zeitraum wuchs die Bevölkerung um nur 1,6 Prozent.

Auch bei der Wohnfläche pro Kopf gab es ein Plus. Jedem Menschen standen Ende 2025 rechnerisch 49,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, gut drei Quadratmeter mehr als 2015. Es gibt also mehr Wohnungen und jeder hat mehr Platz. Warum spüren dann so viele Menschen davon nichts?

Kleinere Haushalte, größerer Bedarf

Der erste Grund liegt darin, wie wir heute wohnen. Ein großer Teil der neuen Wohnfläche schafft keine zusätzlichen Wohnungen, sondern geht darin auf, dass jeder Einzelne mehr Raum für sich nutzt. Denn immer mehr Menschen leben allein oder zu zweit. So ist die Zahl der Alleinlebenden in den letzten 20 Jahren um 22,3 % gestiegen.

Jeder neue Haushalt braucht eine eigene Wohnung, eine eigene Küche, ein eigenes Bad. So entsteht zusätzlicher Bedarf, obwohl die Bevölkerung kaum wächst. Mehr Wohnungen bedeuten also nicht automatisch, dass mehr Menschen ein Zuhause finden.

Ein Land, zwei Wohnungsmärkte

Der zweite Grund ist die Lage im geografischen Sinne. Die Durchschnittszahlen für ganz Deutschland verdecken große regionale Unterschiede. Überall dort, wo Menschen hinziehen wollen, wird es eng. Wo sie wegziehen, stehen Wohnungen leer.

In München, Berlin oder Frankfurt ist die Nachfrage riesig und das Angebot knapp. In vielen ländlichen Regionen Ostdeutschlands ist es genau umgekehrt. Dort liegt die Leerstandsquote teils bei über acht Prozent. Eine leere Wohnung in Sachsen-Anhalt hilft aber niemandem, der in Frankfurt am Main sucht.

Wohnraum wird nicht optimal genutzt

Der dritte Grund ist, dass der vorhandene Wohnraum nicht immer in der Form zur Verfügung steht, in der er gebraucht wird. Ziehen etwa die Kinder aus, bleiben viele Eltern in einer Wohnung oder einem Haus, das für ihren aktuellen Bedarf eigentlich zu groß ist. Ein Umzug lohnt sich häufig nicht, weil eine kleinere Wohnung aufgrund gestiegener Mieten oft teurer wäre als die bisherige. Gleichzeitig stehen manche Wohnungen wegen Sanierungsbedarf leer oder werden als Zweit- oder Ferienwohnung genutzt. Familien, die mehr Platz benötigen, finden dagegen oft keine passende Bleibe. So ist Wohnraum zwar vorhanden, wird aber nicht immer bedarfsgerecht genutzt.

Was heißt das für Wohnungs- und Baupolitik?

Neu zu bauen bleibt wichtig. Doch die Zahlen zeigen, dass Neubau allein das Problem nicht löst. Es kommt auch darauf an, wo gebaut wird und für wen. Und es lohnt sich, den vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen.

Erste Ansätze gibt es bereits. Mit dem Förderprogramm „Jung kauft Alt" unterstützt der Bund Familien beim Kauf und der Sanierung älterer Häuser. Auch beim Wohnungstausch tut sich etwas. In Berlin helfen die landeseigenen Wohnungsunternehmen ihren Mietern seit 2025 beim Wechsel in eine kleinere Wohnung, ohne dass die Miete stark steigt. Bislang nutzen aber nur wenige Menschen solche Angebote.

Deshalb ist es wichtig, echte Anreize und passende Angebote zu schaffen. Genauso wichtig bleibt, kleinere und bezahlbare Wohnungen dort zu bauen, wo sie wirklich fehlen.

Fazit

Mehr Wohnungen und mehr Platz pro Kopf sind gute Nachrichten. Sie lösen die Wohnungsnot aber nicht, solange Angebot und Nachfrage regional so weit auseinanderliegen. Entscheidend ist nicht allein, wie viel gebaut wird, sondern wo und für welche Haushalte.

Für Ihre eigene Planung zählt vor allem eines: Wer in einer gefragten Region eine passende Immobilie findet, sollte die Finanzierungsmöglichkeiten sorgfältig prüfen. Wir beraten Sie dabei gern.

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