| Immobilienkauf | Jörg Weisenberger

Laufende Kosten fürs Haus – welche fallen nach dem Kauf an?

Endlich ins Eigenheim ziehen und ab sofort weder Miete noch Nebenkosten zahlen müssen. Ganz so einfach ist es leider nicht, denn auch für das eigene Zuhause fallen laufende Kosten an. Was unter die Hausnebenkosten fällt und mit wie viel Sie monatlich rechnen sollten, erfahren Sie hier.

Laufende Kosten beim Haus – was bedeutet das? 
Unter die laufenden Kosten für das eigene Haus fallen alle Ausgaben, die Sie unabhängig vom Erwerb oder Bau Ihrer Immobilie regelmäßig zahlen. Manche dieser Hausnebenkosten kennen Sie bestimmt schon aus Ihrer Zeit als Mieter, zum Beispiel die monatlichen Kosten für die Müllabfuhr oder die Gehwegreinigung. Andere Nebenkosten sind vielleicht neu für Sie als Eigentümer, beispielsweise die Grundsteuer oder die Gebäudeversicherung. Laufende Kosten fürs Haus sind also sozusagen Ihre neuen Nebenkosten fürs Haus, die Sie meist monatlich und zusätzlich zur Rate Ihrer Baufinanzierung aufbringen müssen. Im Mietrecht werden die laufenden Kosten fürs Haus auch Betriebskosten genannt. 

 

Sind laufende Kosten fürs Haus das gleiche wie die Kaufnebenkosten? 
Nein, beide Begriffe meinen etwas anderes. Wie bereits oben erklärt, fallen die laufenden Kosten fürs Haus erst nach dem Kauf oder Bau Ihrer Immobilie regelmäßig an. Die Kaufnebenkosten hingegen fallen nur einmalig an und sind Bestandteil Ihrer Baufinanzierung. Zu den Kaufnebenkosten zählen meist Maklerprovision, Notargebühren, Grundbuchkosten und Grunderwerbsteuer. 

 

Laufende Kosten beim Haus – ein Überblick 
Entstehen fürs Haus Nebenkosten, lassen sich diese in öffentliche Betriebskosten und private Betriebskosten unterteilen. Der Unterschied besteht darin, dass Sie bei privaten Betriebskosten Verträge mit privaten Dienstleistern schließen. Bei den öffentlichen Betriebskosten ist Ihr Vertragspartner die zuständige Gemeinde. Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche laufende Kosten fürs Haus auf Sie zukommen: 

 

Private Betriebskosten 

  • Heizkosten 
  • Heizungswartung 
  • Schornsteinfeger (sofern dieser nicht städtisch ist) 
  • Strom 
  • Telekommunikation (Telefon / Internet) 
  • Versicherungen 

 

Öffentliche Betriebskosten  

  • Abfallgebühren (Müllabfuhr) 
  • Gehwegreinigung  
  • Grundsteuer 
  • Straßenreinigung 
  • Wasser und Abwasser 

 

Zusätzlich zu diesen regelmäßigen Betriebskosten sollten Sie für ungeplante Fälle Rücklagen bilden. Irgendwann wird auch bei einem Neubau die erste Reparatur oder Modernisierung anstehen. Oder vielleicht baut Ihre Kommune Ihre Straße aus und beteiligt Sie als Anlieger an den Kosten. In diesen Fällen sollten Sie auf einen gewissen angesparten Betrag zurückgreifen können. Zu den laufenden Kosten fürs Haus zählen daher auch: 

  • Instandhaltungsrücklage 
  • Straßenausbaubeitrag 

 

Nebenkosten fürs Haus – mit wie viel müssen Sie rechnen? 
Die Höhe der Nebenkosten fürs Haus ist regional stark unterschiedlich. Das hängt damit zusammen, dass Kommunen beispielsweise die Höhe der Grundsteuer oder die Gebühren der städtischen Müllabfuhr selbst festlegen können. Ein Nebenkosten-Check vom September 2021 ergab für 100 deutsche Städte Unterschiede bei den Betriebskosten Müll, Abwasser und Grundsteuer von rund 1.100 Euro – Grundlage war hier ein Musterhaushalt mit vier Personen und 120 Quadratmeter Wohnfläche. 

 

Die fünf günstigsten Städte für Müll, Abwasser und Grundsteuer (jährliche Kosten): 

StadtGrundsteuer/Jahr
Regensburg915 Euro 
Worms936 Euro 
Mainz958 Euro
Trier973 Euro
Frankfurt am Main1.002 Euro

 

Die fünf teuersten Städte für Müll, Abwasser und Grundsteuer (jährliche Kosten): 

StadtGrundsteuer/Jahr
Witten1.706 Euro
Potsdam1.718 Euro
Mönchengladbach1.828 Euro 
Moers1.938 Euro
Leverkusen2.046 Euro 

 

In welcher Höhe Nebenkosten fürs Haus anfallen, kann also nur ungefähr angegeben werden. Als Richtwert gelten 4 Euro pro Quadratmeter. Für die bereits angesprochene Instandhaltungsrücklage sollten Sie zusätzlich 1 Euro pro Quadratmeter einplanen. Bei 120 Quadratmeter Wohnfläche kommen Sie so auf 600 Euro monatliche laufende Kosten fürs Haus. Das mag Ihnen viel erscheinen, Sie sollten aber bedenken, dass hier bereits Kosten wie Strom oder Telekommunikation inbegriffen sind. 

 

Hausnebenkosten – so können Sie sparen 
Um bei den Nebenkosten fürs Haus zu sparen, können Sie einiges tun. Bereits vor dem Hauskauf oder Hausbau sollten Sie die späteren laufenden Kosten fürs Haus im Blick haben und entsprechend planen. Doch auch als Immobilienbesitzer können Sie bei den Betriebskosten an so mancher Kostenschraube drehen. 

 

Sparen bei den Betriebskosten fürs Haus vor dem Kauf oder Bau 

  • Auf Energieeffizienz achten: Wenn Sie ein Haus bauen, können Sie auf zahlreiche Faktoren achten, mit denen Sie später viel Energie sparen können. Hierzu zählen zum Beispiel der Einbau einer modernen Heizungsanlage, eine effektive Dämmung oder die Nutzung von Smart Home-Technologien. Beim Hauskauf sollten Sie überlegen, ob eine Sanierung ratsam wäre, um die Energieeffizienz zu steigern – hierzu gibt es zahlreiche Förderprogramme. 
  • Photovoltaikanlage nutzen: Mit der Energie der Sonne können Sie eigenen Strom produzieren und in Kombination mit einem modernen Speicher selbst dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Überschüssigen Strom können Sie gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz einspeisen.  

 

Sparen bei den Betriebskosten fürs Haus nach dem Kauf oder Bau 

  • Anbieter regelmäßig vergleichen: Ob für Strom, Gas, Telekommunikation oder Versicherungen – ein regelmäßiger Check der zahlreichen Anbieter lohnt sich und ein Anbieterwechsel ist meist völlig problemlos. 
  • Heizkosten optimieren: Überprüfen Sie Ihre Heizgewohnheiten: Muss es im Schlafzimmer wirklich so warm sein? Wird geheizt, während niemand im Haus ist? Oder vielleicht lüften Sie auch ineffizient? 
  • Strom sparen: Hier helfen moderne Geräte enorm. Achten Sie vom Kühlschrank bis zum TV-Gerät auf die Energieeffizienz-Einstufung. Auch das Austauschen alter Leuchtmittel gegen moderne LED-Lampen hilft, Strom zu sparen. 
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