Baukosten schwächen sich ab

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und das Statistische Bundesamt weisen für das abgelaufene Jahr eine Abschwächung der Baukosten nach. Ursächlich sind vor allem die Senkung der Mehrwertsteuer und ein leichter Rückgang der Nachfrage.

Keine Frage, der deutschen Baubranche geht es trotz der aktuellen Widrigkeiten gut. Doch auch an ihr geht die Pandemie nicht spurlos vorbei. Denn nach drei Jahren kontinuierlichen Wachstums fiel der Anstieg der Preise in 2020 deutlich niedriger als im Vorjahr aus. Verzeichnete die Bauhauptbranche 2019 ein Plus von 4,7%, prognostizieren die Experten vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie für 2020 eine Rate 2,5%. Für das neue Jahr rechnen sie sogar nur mit einem Anstieg von maximal 2%. 

Nach Ansicht des Hauptverbands ist diese Entwicklung auf eine leicht abflauende Nachfrage aufgrund der Pandemie und einen dadurch wachsenden Wettbewerb unter den Anbietern zurückzuführen. Weiterhin werden vereinzelte Auftragsstornierungen und der Stop von öffentlichen Ausschreibungen als Gründe genannt. Die Steigerungen der letzten Jahre wurden laut dem Verband allerdings hauptsächlich von steigenden Materialkosten befeuert. 

Schon im Oktober des letzten Jahres hatte das Statistische Bundesamt von einer Stagnation der Baupreise berichtet, weil die Daten für August auf dem gleichen Niveau wie die Daten des Vorjahres lagen. Zwar sei dies wohl auf die Mehrwertsteuersenkung zurückzuführen, eine ähnliche Stagnation zum Vorjahr gab es aber zuletzt im August 2003. Besonders Beton- und Mauerarbeiten, also Arbeiten am Rohbau, sind seit der Pandemie günstiger geworden. Demgegenüber mussten die Auftraggeber für andere Gewerke wie Heizung oder Elektro tiefer in die Tasche greifen. 

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