| Allgemeines , Baufinanzierung | Britta Fitz

Die Top 6 Mythen über Baufi­nan­zierung

Rund um die Baufinanzierung existieren einige Mythen. Wir klären hier über die Top 6 Mythen in der Baufinanzierung auf.

Mythos Nummer 6: “Am besten geht man für eine Baufinanzierung immer zur Hausbank” 

Vergleichen ist in allen Bereichen des Lebens zu empfehlen, auch bei der Baufinanzierung. Eine Immobilie zu kaufen ist schließlich ein sehr großer und wichtiger Schritt im Leben.  
Hinzu kommen hohe Kosten, die einen mehrere Jahre oder Jahrzehnte begleiten werden. Da ist es mehr als sinnvoll, sich Angebote von verschiedenen Banken einzuholen und genau zu vergleichen.  
Denn wer sich allein von seiner Hausbank ein Finanzierungsangebot einholt, der verpasst meistens ein noch viel Besseres. Es gibt viele Banken auf dem Markt und es muss auch an einiges gedacht werden:  Zinsvorteile, Fördermöglichkeiten oder individuelle Wünsche und Besonderheiten. 

Die Hausbank muss nicht immer das beste Angebot haben. Es lohnt sich, verschiedene Angebote zu vergleichen und für sich und die Traumimmobilie die passende Finanzierung zu finden. Wir von Hüttig & Rompf machen das kostenlos und unverbindlich für Sie. 

 

Mythos Nummer 5: “Ab einem bestimmten Alter ist man zu alt für eine Baufinanzierung” 

Das kann man nicht pauschal sagen: Klar ist, wer in jungen Jahren seine Baufinanzierung startet, hat mehr Zeit zum Abbezahlen und profitiert länger von der schuldenfreien Immobilie. Andererseits haben Berufsanfänger meist wenig Eigenkapital und ein relativ niedriges Gehalt.  

Je älter man wird und je mehr man im Berufsleben gefestigt ist, desto besser werden meist auch die finanziellen Strukturen. Man kann also mehr Geld sparen, für eine Immobilie zur Seite legen und mit mehr Eigenkapitaleinsatz auch schneller abbezahlen.  

Ab welchem Alter lohnt sich der Einstieg in eine Baufinanzierung noch?  

Als Faustregel lässt sich sagen: Wird die Immobilie als Altersvorsorge genutzt, sollte sie mit Eintritt ins Rentenalter abbezahlt sein. Die Planung ist hier wirklich wichtig! Denn es kann im Laufe der Berufsjahre einiges passieren: Jobverlust oder ein Jobwechsel in eine andere Branche, eine Beförderung mit mehr Gehalt oder ein unverhoffter Geldsegen, z.B. durch ein Erbe. Oder man finanziert mit jemandem zusammen eine Immobilie und stemmt so zu zwei mehr Eigenkapital, um die Immobilie gemeinsam schneller abzubezahlen. Bei ausreichender Finanzkraft und einer guten Planung ist es für die Traumimmobilie nie zu spät. 

 

Mythos Nummer 4: ”Selbstständige bekommen keinen Kredit für eine Immobilie” 

Es gibt bestimmte Punkte, die sich die Bank bei Selbständigen genauer anschaut, wenn sie eine Baufinanzierung möchten, aber das heißt nicht, dass Selbständige generell vom Erwerb einer Immobilie ausgeschlossen sind. Wir zeigen, worauf es bei der Bank ankommt: 

Wie lange besteht die Selbständigkeit? Im Idealfall ist man mindestens 3 Kalenderjahre selbstständig und hat ein nachhaltig gutes Einkommen mit wenig Schwankungen. 

Nachweise sind immer wichtig, so auch hier. Die Bank benötigt die Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung und die Einkommenssteuerbescheide dieser Zeitspanne. 

Bonität und SCHUFA-Score sollten tadellos sein, das ist für die Bank entscheidend. In einer SCHUFA-Selbstauskunft kann man selbst überprüfen, dass es keine negativen Punkte gibt. 

Die Höhe des Eigenkapitals ist immer ein wichtiger Punkt, egal ob selbstständig oder nicht. Im besten Fall bringt man mindestens 15 - 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital mit. Damit können die Kaufnebenkosten gedeckt werden, und je höher das Eigenkapital ist, desto besser wird der Zinssatz. 

Ein guter Zustand und eine vorteilhafte Lage der Immobilie spielen ebenfalls eine Rolle für die Finanzierung. 

Wer zusammen mit einem Partner mit geregeltem Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis lebt, kann darüber nachdenken, zu zweit eine Immobilie zu finanzieren und so die Chancen auf einen Kredit zu erhöhen. 
 

Mythos Nummer 3: ”Man zahlt eine Immobilie immer mindestens 20 Jahre ab” 

Generell hängt die Länge der Rückzahlung des Kredits von der Höhe der Tilgung und dem Zinssatz, also der monatlichen Rate ab.  

Weitere Faktoren, die mit hineinspielen, sind zum Beispiel: 

  • Mit mehr Eigenkapital, das in die Finanzierung eingebracht werden kann, kann der Grundstein für eine kürzere Laufzeit gelegt werden, weil so mehr Geld zur Verfügung steht, um höher zu tilgen. 

  • Manche Arbeitsleistungen können selbst eingebracht werden. Durch die sogenannte Muskelhypothek kann Geld gespart und ein etwas geringerer Kredit ermöglicht werden.  

  • Ein unverhoffter Geldsegen durch eine Bonuszahlung im Job oder ein Erbe kann in Form von Sondertilgungen in die Finanzierung einfließen und diese somit verkürzen. 

  • Ganz wichtig und an oberster Stelle steht letztendlich eine gute und ausführliche Beratung zur Immobilie und den Finanzen. Dadurch lässt sich direkt erkennen, wie lange eine Immobilie abbezahlt werden muss und welche Möglichkeiten bestehen, um die Zeit zu verringern. 

Jede Immobilienplanung ist individuell, deswegen kann man nicht pauschal sagen, wie viele Jahre man in der Regel abbezahlt. Das ist je nach Finanzkraft, Immobilie und Käufer ganz verschieden. 

 

Mythos Nummer 2: ”Alleinerziehende haben keine Chance auf eine Baufinanzierung” 

Oft haben Alleinerziehende in Sachen Baufinanzierung einen schweren Stand, da Banken weder Eltern- oder Kindergeld noch Unterhaltungszahlungen von vorherigen Partnern in die Berechnungsgrundlage einbeziehen. Die Ausnahme ist ein gerichtliches Urteil, durch das der Unterhalt eingerechnet wird. 

Das heißt aber nicht, dass sie keine Möglichkeit auf eine Finanzierung haben. Wir haben ein paar Tipps die helfen können: 

Niedrige Zinsen nutzen 
Die aktuell niedrigen Zinsen kann man sehr gut nutzen. Um das Risiko von eventuell steigenden Zinsen zu minimieren, ist es sinnvoll, eine langfristige Zinsbindung zu wählen. 

Dabei sollte man bedenken, dass die Sollzinssätze mit langer Zinsbindung immer höher sind als die mit kurzer Zinsbindung. Der Vorteil ist, dass dafür eine Planungssicherheit auf lange Sicht besteht und kein Zinsanstieg den Kredit gefährden kann. 

Zuschüsse zum Eigenheim 
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt Zuschüsse und zinsgünstige Kredite an private Bauherren für den Bau oder Kauf einer Immobilie. Einzige Bedingung: die Immobilie muss selbst genutzt werden. 

Es gibt zahlreiche Förderprogramme im Bereich “Bauen, Wohnen, Energie sparen” von der KfW. Die Vergabe dieser Fördermittel wird oft über das jeweilige Landesförderinstitut abgewickelt. Außerdem unterstützen viele Kommunen den Traum vom Eigenheim, indem sie zum Beispiel günstige Grundstücke anbieten.  

Wenn alle Fördermöglichkeiten ausschöpft sind und eine top Beratung für die Finanzierung vorhanden ist, besteht durchaus die Möglichkeit, dass man als Alleinerziehender auch eine Immobilie finanzieren kann.  

 

Am häufigsten vertreten: Mythos Nummer 1: ”Ohne Eigenkapital kann man eine Immobilie vergessen” 

Direkt vorweg: es ist wirklich ein Mythos. Klar, je mehr Eigenkapital man in eine Baufinanzierung einbringen kann, desto attraktiver kann das Finanzierungsangebot sein, und auch die Laufzeit der Rückzahlung kann kürzer sein. 

Wenn aber nur sehr wenig oder kein Eigenkapital vorhanden ist, gibt es immer noch die Möglichkeit einer Vollfinanzierung. Dieser Weg steht bei vielen Banken offen, wenn man eine sehr gute Bonität hat. Man verdient entsprechend gut und hat einen sicheren Arbeitsplatz, und einen tadellosen SCHUFA Score, den man vorweisen kann. 

Hier gibt es 2 Unterscheidungen: die Kaufpreisfinanzierung und die Vollfinanzierung. 

Bei einer Kaufpreisfinanzierung nimmt der Käufer einen Kredit nur für die Höhe der Kaufsumme des Objekts auf. Er zahlt die Nebenkosten wie z.B. Makler- und Notargebühren, Grundbucheintrag und Grunderwerbssteuer selbst. 

Bei einer Vollfinanzierung werden auch die Nebenkosten mitfinanziert. Dieser Weg ist allerdings teurer und langwieriger. 

Damit Banken sich überhaupt darauf einlassen, bedarf es einer hohen Kreditwürdigkeit. Die Bank ermittelt die Zuverlässigkeit des Kreditnehmers anhand persönlicher Faktoren, wie Beruf, Alter, Familienstand und seine Zuverlässigkeit bei finanziellen Dingen. Negativmerkmale, wie zum Beispiel zu spät bezahlte Rechnungen, dürfen nicht vorhanden sein. 

Helfen können viele Faktoren wie ein Bausparvertrag, Rückkaufswerte, Lebensversicherungen, Aktien, ein Fondsparplan oder bestimmte Förderungen. All das gilt als Zusatzsicherheit. 

Handwerklich begabte können fehlendes Eigenkapital durch Eigenleistung, der sogenannten Muskelhypothek, ersetzen. Auch Sicherheiten aus der Verwandtschaft können helfen, z.B. eine Absicherung auf eine Immobilie der Eltern oder Großeltern 

Ebenfalls sehr wichtig ist eine risikofreie Immobilie. Das bedeutet konkret, dass die Immobilie in einem sehr guten Zustand sein sollte und im Idealfall auch eine ausgezeichnete Lage hat. 

Generell ist eine Baufinanzierung mit wenig oder gar keinem Eigenkapital also möglich. Lassen Sie sich dazu ausführlich von uns beraten. 

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