| Trends | Jörg Weisenberger

Aktuelle Zinssi­tuation – Tipps für Ihre Kunden

Die Zinsen liegen historisch gesehen zwar immer noch niedrig, die Zinswende scheint aber eingeläutet. Einige Marktexperten rechnen auch im weiteren Verlauf des Jahres mit steigenden Baukosten – nicht zuletzt aufgrund des Ukraine-Kriegs und der hohen Inflation. Was also tun, wenn Ihre Kunden jetzt eine Erst- oder Anschlussfinanzierung benötigen?

Baukosten steigen spürbar 
Die Zinswende scheint eingeläutet. In letzter Zeit stiegen die Zinsen deutlich und machten den Hauskauf und -bau noch teurer, als er durch steigende Kosten für Baumaterialien, steigende Grundstückspreise und eine hohe Inflation sowieso schon war. Experten hatten zwar mit einem Anstieg der Finanzierungskosten für 2022 gerechnet, die aktuellen Entwicklungen übersteigen diese Prognosen aber deutlich. Für zehnjährige Standardkredite liegt der Zinssatz im April 2022 durchschnittlich bei 2,12 Prozent und hat sich damit seit Dezember 2021 nahezu verdoppelt. Allein im März 2022 steig der Zins um 0,5 Prozent. Experten rechnen durchaus mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 3 Prozent bis zum Jahresende. 

 

Die Rolle der EZB 
Die Europäische Zentralbank EZB in Frankfurt hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Höhe der Zinsen für Kauf und Neubau, indirekt bestimmen ihre Entscheidungen die Entwicklung dieser Zinsen aber durchaus. Die EZB gibt über den Leitzins das sogenannte Zinsumfeld vor. Diese Leitzinsen geben unter anderem vor, wie viel Zinsen Geschäftsbanken an die EZB zahlen müssen, wenn sie sich dort Geld leihen. Steigt dieser Leitzins, geben die Geschäftsbanken ihre gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiter. Noch bleibt die EZB bei ihrer Null-Prozent-Politik. Doch bei der derzeit galoppierenden Inflation werden die Rufe nach einer Leitzinserhöhung immer lauter – schließlich ist die Hauptaufgabe der EZB, für einen stabilen Wert des Euros zu sorgen. Die Renditen der Bundesanleihen sind bereits kräftig gestiegen – und an ihnen orientieren sich die Zinsen direkt. Die Renditen liegen momentan auf dem höchsten Stand seit Mitte 2015. 

 

Tipps für die Baufinanzierung Ihrer Kunden 
Im momentan sehr dynamischen und unsicheren Zinsumfeld gibt es für Ihre Kunden einige wertvolle Tipps, die Sie ihnen empfehlen sollten: 

 

1. Konditionen vergleichen 
Für den Vergleich der aktuellen Zinskonditionen sollten so viele Kreditinstitute wie möglich herangezogen werden. Diesen Aufwand nehmen wir Ihnen und Ihren Kunden gerne ab. Denn wir von Hüttig & Rompf arbeiten mit rund 500 Partnerbanken und Sparkassen zusammen und können daher für Ihre Kunden stets eine maßgeschneiderte Finanzierung zu besten Konditionen anbieten. 

 

2. Zinsbindung 
Steigen die Zinsen absehbar über eine längere Zeit, sollte bei der Finanzierung entweder über eine längere Zinsbindung oder bei einer kürzeren Zinsbindung in Verbindung mit einem Bausparvertrag zur Absicherung nachgedacht werden. Eine niedrigere Anfangstilgung kann in Verbindung mit Sondertilgungen oder Tilgungsänderungsoption sinnvoll sein.

 

3. Frühzeitige Anschlussfinanzierung 
Ihre Kunden sollten die Anschlussfinanzierung nicht auf die lange Bank schieben. Hier lohnt es sich, sich frühzeitig vor Ablauf der Erstfinanzierung um günstige Konditionen zu kümmern. Ab fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung der Erstfinanzierung sollten sich Ihre Kunden bereits intensiver auf dem Zinsmarkt umschauen. Mit einem Forward-Darlehen können sich Ihre Kunden gegen einen geringen Zinsaufschlag die momentan günstigen Zinsen bis zu 60 Monate im Voraus festschreiben lassen. Auch bei der Anschlussfinanzierung können Ihre Kunden selbstverständlich von unserer Beratung, Erfahrung und unserem Banken-Pool profitieren.

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