Britta Fitz

Hausbau-Kosten: Mit diesen Kosten sollten Sie rechnen

Unabhängigkeit von Mietkosten und das Traumhaus am liebsten nach eigenen Wünschen gestalten – das wünschen sich viele. Doch bevor dieses große Lebensziel erfüllt werden kann, müssen Hausbauer eine hohe finanzielle Belastung auf sich nehmen. Aber wie hoch sind die Hausbau-Kosten eigentlich? Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Kosten und an welchen Stellen können Sie vielleicht sogar Geld sparen? Hier erfahren Sie alles, was Sie über Hausbau-Kosten wissen sollten – mit einer genauen Kalkulation der Kosten für den Neubau sind Sie Ihrem Traum vom Eigenheim bereits einen großen Schritt näher.

Durchschnittliche Hausbau-Kosten
Die Kosten für einen Hausbau variieren stark und sind von verschiedensten Faktoren abhängig. Einflussfaktoren sind beispielsweise die Lage des Grundstücks, die Größe der Fläche oder die Bauweise. Somit ist die Orientierung an Durchschnittskosten nur begrenzt zu empfehlen. Sie liefern zwar eine erste grobe Orientierung, aber eine genaue Kostenkalkulation für Ihre Immobilie kann erst erfolgen, wenn Sie alle notwendigen Informationen zur Verfügung haben.

So viel kostet ein Haus in Deutschland im Durchschnitt:

  • Grundstücksgröße: 700 bis 800 m²
  • Wohnfläche: 150 m²
  • Hausbau-Kosten: 320.000 € bis 360.000 €


Im Jahr 2022 betragen die durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter etwa 1.800 Euro. Für den Kauf eines Grundstücks ist im deutschen Durchschnitt mit 250 Euro pro Quadratmeter zu rechnen.

Diese Werte können allerdings nur begrenzt als konkreter Richtwert dienen, da sie nur die durchschnittlichen Kosten widerspiegeln. Welche Faktoren die Baukosten beeinflussen, erfahren Sie im Folgenden.

 

Wovon hängen die Kosten für den Hausbau ab?
Je individueller Sie Ihr Haus planen, desto höher fallen in der Regel auch die Gesamtkosten aus. So sind Fertighäuser und Reihenhäuser mit einer Basis-Inneneinrichtung üblicherweise günstiger als ein einzeln stehendes Massivhaus mit schickem Kamin und großem Garten. Wer ein Haus baut, sollte bei der Kostenkalkulation allerdings auch weitere Aspekte im Blick haben, die die Hausbau-Kosten in die Höhe treiben können:

  • Lage: Befindet sich das Grundstück in einem Ballungsgebiet oder ist es eher ländlich gelegen? Wie hoch sind die Grundstückspreise in der gewünschten Stadt?
  • Fläche: Je mehr Wohnfläche Sie wünschen, desto teurer ist der Hausbau.
  • Qualität der Bausubstanz: Die Verwendung günstiger Materialien kann zwar eine Kostenersparnis beim Bau sein, allerdings besteht hier auch ein höheres Risiko, dass nach kurzer Zeit kostspielige Renovierungsarbeiten anfallen.
  • Haustyp: Je nachdem, ob Sie ein Reihenhaus, Massivhaus oder Doppelhaus planen, ist mit unterschiedlich hohen Hausbau-Kosten zu rechnen.
  • Keller: Eine Immobilie mit Keller zu bauen, ist grundsätzlich teurer.
  • Ausstattung: Die Anzahl der Fenster und Türen sowie die Inneneinrichtung, z.B. der Badezimmer oder der Küche, kann einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten haben.
  • Außenbereich: Wünschen Sie sich einen Garten mit Terrasse und gepflasterten Wegen oder genügt Ihnen eine Wiese?
  • Energieeffizienz: Nicht nur, dass Sie beim energieeffizienten Hausbau mit der BAFA-Förderung Geld sparen können, auch führt eine hochwertige Isolierung zu niedrigeren Heizkosten.

 

Welcher Haustyp kostet am meisten?
Um die Hausbau-Kosten besser einschätzen zu können, sollte bereits feststehen, welcher Haustyp gewünscht ist. Auch, wenn ein Massivhaus immer noch der beliebteste Haustyp ist, ist es keineswegs die günstigste Variante. 

 

So unterscheiden sich die Hausbau-Kosten je nach Haustyp:

HaustypPreiseinstufung
Massivhaus 
  • Anfangs höhere Baukosten 
  • Wertbeständig dank robuster Bauweise
  • Längere Nutzungsdauer als z.B. bei Fertighäusern
  • I.d.R. gute Wärme- und Schallisolierung dank der dicken Wände
 
Fertighaus 
  • Geringe Baukosten
  • Kurze Bauzeit dank Standardisierung
  • Genaue Baukosten oft vorher bekannt, da vertraglich festgeschrieben
  • Moderne Fertighäuser werden mittlerweile mit guter Dämmung gebaut
  • Wiederverkaufswert häufig geringer als bei Massivhäusern
 
Freistehendes Einfamilienhaus 
  • Teuerster Haustyp
  • Individuell planbar
  • Je mehr Extrawünsche, desto teurer
  • Unterhalt i.d.R. teurer als beim Reihenhaus oder Doppelhaus
 
Doppelhaus 
  • Deutlich günstiger als ein freistehendes Haus
  • Weniger Wärmeverluste dank geteilter Außenwände
 
Reihenhaus 
  • Günstigste Variante
  • Weniger Baugrund erforderlich
  • Dank geteilter Außenwände niedrigere Baukosten und Heizkosten
 


Zusammensetzung der Hausbau-Kosten
Die naheliegendsten Kosten beim Hausbau sind die für das Grundstück und den reinen Bau der Immobilie. Die Baukosten lassen sich in verschiedene Posten unterteilen. Hinzu kommen die nicht zu vernachlässigenden Baunebenkosten und die Kosten für die Baufinanzierung.

 

Hausbau-Kosten
Der Bau einer Immobilie erfolgt in verschiedenen Schritten. Je nach Haustyp und Wünschen der Immobilienbesitzer fallen verschieden hohe Kosten an:

  • Rohbau
  • Dach, Dämmung und Bauteile wie Fenster oder Türen
  • Elektroinstallation
  • Heizungs- und Sanitärinstallation
  • Innenausbau durch Bodenbeläge und Treppen
  • Bauplanung und -überwachung, Bauabnahme und Energieberatung

 

Baunebenkosten
Die Baunebenkosten werden schnell unterschätzt. Insgesamt können sie allerdings zwischen 10 und 20 % der Gesamtkosten ausmachen. Die Nebenkosten setzen sich aus folgenden Punkten zusammen:

  • Grundbucheintrag
  • Erschließung des Grundstücks
  • Grundsteuer und Grunderwerbsteuer
  • Maklerkosten
  • Anschluss an die Kanalisation, die Wasserversorgung und das Stromnetz
  • Notargebühren

Besonders die Gebühren für den Notar lassen sich bereits im Vorhinein gut kalkulieren, da die Höhe dieser gesetzlich festgeschrieben ist.

 

Baufinanzierung
Nur die wenigsten können die Hausbau-Kosten vollständig über Eigenkapital finanzieren und nehmen daher einen Kredit auf – die sogenannte Baufinanzierung. Hierbei leihen sich Eigenheimbesitzer Geld von der Bank, um die hohen Kosten bezahlen zu können. Für den Verleih des Geldes erheben Kreditinstitute allerdings eine Gebühr. Die Finanzierungskosten werden maßgeblich durch die Höhe der Bauzinsen bestimmt.

Die Kosten für eine Baufinanzierung variieren zwischen den Banken. Da jede Bank Ihre persönliche finanzielle Situation, und damit auch das Risiko eines Zahlungsausfalls, unterschiedlich einstuft, lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich verschiedener Angebote.

Grundsätzlich gilt, je mehr Eigenkapital Ihnen zur Verfügung steht, desto günstiger ist voraussichtlich die Finanzierung der Immobilie.


Kosten sparen beim Hausbau – diese Möglichkeiten haben Sie
Aus dem Vergleich der unterschiedlichen Kostenfaktoren beim Hausbau wurde deutlich: nicht jedes Haus kostet gleich viel Geld. Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie Hausbau-Kosten sparen können:

  • Entscheiden Sie sich für ein Doppelhaus, Reihenhaus oder Fertighaus anstelle eines Massivhauses
  • Bauen Sie nicht unmittelbar in einem begehrten urbanen Ballungsgebiet
  • Verzichten Sie auf einen großen Garten und einen Keller
  • Entscheiden Sie sich beim Innenausbau und den Bauteilen wie Fenstern und Türen eher für eine Basisausstattung
  • Versuchen Sie möglichst viel Eigenkapital anzusparen
  • Überlegen Sie, wie viele Quadratmeter an Wohnfläche Sie wirklich benötigen

An diese vermeintlichen Spar-Tipps sollten Sie sich nicht halten:

  • Viel Eigenleistung ist nicht immer besser. Klar, wenn Sie in Ihrem Freundeskreis und der Familie viele ausgebildete Handwerker und Techniker haben, kann Eigenleistung beim Hausbau Kosten sparen. Handelt es sich dabei allerdings eher um Hobby-Handwerker, welche die Arbeiten nur ungenügend erfüllen können, dann kommen im schlimmsten Fall schnell hohe Wartungs- und Reparaturkosten auf Sie zu.
  • Sparen Sie nicht bei der Heizung, sondern denken Sie an die Zukunft. Gas- und Ölheizungen sind zwar häufig in der Anschaffung günstiger, aber im Betrieb teurer als Heizsysteme auf Basis von erneuerbaren Energien. Zusätzlich haben Sie bei einer Energieversorgung mit erneuerbaren Energieträgern Chancen auf attraktive staatliche Bauförderungen.