Jörg Weisenberger

Wie viel Kredit bekomme ich?

Möchten Sie eine Immobilie kaufen oder bauen, benötigen Sie in der Regel ein Darlehen von der Bank. Eine Frage, die sich viele Hauskäufer in der Planung einer Finanzierung stellen: Wie viel Kredit bekomme ich eigentlich?

Die Höhe eines Kredits kann nicht in beliebiger Höhe gewählt werden. Der Kreditgeber möchte sicherstellen, dass der Darlehensnehmer auch in der Lage sein wird, die zugehörigen Raten zuverlässig zurückzuzahlen. Beantragen Sie einen Kredit bei der Bank, legt diese eine Obergrenze für die Höhe des Darlehens fest. 

Wir erklären Ihnen, auf welcher Grundlage Banken die Rahmenbedingungen für Ihren Kredit festlegen. Je besser Sie vorab informiert sind, desto einfacher fällt Ihnen der Vergleich zwischen verschiedenen Finanzierungsangeboten. Zusätzlich können Sie so früh kalkulieren, wie viel Eigenkapital Sie benötigen, um gemeinsam mit dem Darlehen der Bank den Kaufpreis decken zu können. Mit Hüttig & Rompf an Ihrer Seite finden Sie das beste Angebot für eine Baufinanzierung – passend zu Ihrer aktuellen Lebenslage und Ihren finanziellen Möglichkeiten.

 

So berechnen Banken den Kreditrahmen
Es gibt drei gängige Methoden, mit welchen die Bank ermittelt, wie viel Kredit Sie bekommen. Mit diesen Berechnungsmethoden legt die Bank den Kreditrahmen für Ihre Baufinanzierung fest:

  • Berechnung auf Grundlage des Monatsgehalts (ohne Selbstbehalt):
    Bei dieser Methode wird der maximale Kreditrahmen danach bestimmt, wie viel Geld dem Kreditnehmer für die monatlichen Tilgungen zur Verfügung steht. 
  • Berechnung auf Grundlage des Nettoeinkommens pro Monat:
    Voraussetzung für diese gängige Berechnungsmethode ist regelmäßiges Einkommen ohne große Schwankungen sowie eine gute Bonität, beispielsweise durch eine Schufa-Auskunft ohne Negativeinträge. Im Folgenden gehen wir auf eine praktische Faustregel ein, mit welcher der Kreditrahmen anhand des Nettoeinkommens ermittelt werden kann.
  • Berechnung auf Grundlage des Jahreseinkommens:
    Die letzte Methode zur Bestimmung des Kreditrahmens anhand des Jahreseinkommens wird bei Freiberuflern und Selbstständigen angewandt. Das Einkommen dieser Gruppen variiert häufig im monatlichen Vergleich. Daher wird bei der Berechnung eines Kredits in der Regel das Einkommen des letzten Jahres als Berechnungsgrundlage verwendet

Alle Berechnungsmethoden haben gemein, dass bei der Bestimmung des Kreditrahmens ein potenzieller Zinsanstieg in der Zukunft berücksichtigt wird. Somit wird aufgrund der Zinsentwicklung die maximale Darlehenshöhe häufig niedriger angesetzt als die Berechnung ergab. Damit sichern sich die Banken vor Zahlungsausfällen ab, sollten die Zinsen bei einer Anschlussfinanzierung höher liegen. Dies reduziert das Risiko für die Banken, wenn der Kreditnehmer nicht mehr für die monatlichen Raten aufkommen kann.
 

Einfluss des Einkommens auf die Kredithöhe: Wie viel Kredit bekomme ich im Verhältnis zum Nettogehalt?
Beantragen Hauskäufer einen Kredit bei der Bank, müssen sie Ihr monatliches Einkommen offenlegen, damit die maximale Kredithöhe ermittelt werden kann. Die Bank verlässt sich demnach nicht auf die Selbsteinschätzung des Kunden zu seinen individuellen Möglichkeiten und der damit verbundenen Zahlungsfähigkeit, sondern ermittelt eine geeignete Kredithöhe anhand bestimmter Kennzahlen. 

Dabei hat die Höhe des Einkommens, neben dem bestehenden Eigenkapital, eine zentrale Funktion. Relevant ist hier jedoch nicht nur das Einkommen an sich, sondern die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben. Daraus ergibt sich der Betrag, der tatsächlich für die Tilgung eines Kredits verfügbar ist.
 

Kredithöhe ermitteln: Einnahmen versus Ausgaben
Um selbst einschätzen zu können, welche Kredithöhe in den persönlichen Alltag passt, sollten zunächst die Einnahmen den bestehenden Ausgaben gegenübergestellt werden. Die Verbraucherzentrale rät im Sinne einer Grundsatzempfehlung dazu, die Kreditrate nicht höher werden zu lassen, als dauerhaft tragbar ist. Es sind nicht nur die Fixkosten im Rahmen der aktuellen Lebenssituation zu berücksichtigen, sondern auch Zukunftsplanungen und das Überbrücken eventueller Einkommensausfälle.

Um die Ausgaben zu erfassen, müssen alle Beträge, die innerhalb eines Monats zu zahlen sind, berücksichtigt werden. Falls Jahresgebühren in Form von Quartals- oder Einmalzahlungen hinzukommen, werden sie anteilig für den Monat berechnet. Klassische Ausgaben sind vor allem:

  • Miete
  • Lebensmittel
  • Strom
  • Smartphone
  • Internet
  • Auto
  • GEZ
  • Freizeitgestaltung
  • Bekleidung
  • Taschengeld für Kinder
  • Mitgliedsbeiträge
  • regelmäßige Spenden

Seriöse Kreditgeber definieren als allgemeinen Richtwert die 40-60-Regel. Hiernach können 40 Prozent eines vorhandenen Nettoeinkommens für den Kredit eingeplant werden. Die verbleibenden 60 Prozent stehen für die monatlichen Lebenshaltungskosten zuzüglich unvorhergesehener Auslagen zur Verfügung. Darüber hinaus wird der SCHUFA Score herangezogen, um die Bonität des Kreditnehmers zu prüfen.

 

Die Darlehensberechnung: Wie viel Kredit bekomme ich?
Das Einkommen ist bei einer Kreditgewährung in der Regel die einzige Sicherheit für den Kreditgeber. Aus diesem Grund wird üblicherweise der Kredit durch eine Abtretung des Gehaltes besichert. Die Einkommenssicherheit muss hierbei durch einen unbefristeten Arbeitsvertrag nachprüfbar gewährleistet werden. Für eine Kreditentscheidung ermittelt der Kreditgeber in der Regel den monatlich verfügbaren Einkommensbetrag anhand eines Einnahmen- und Ausgabenbereichs der vergangenen drei Monate. Der Differenzbetrag bildet die Summe ab, die monatlich zur Darlehensfinanzierung verwendet werden kann. Auch eine Kostenpauschalierung ist als Berechnungsgrundlage möglich.

 

Darlehensberechnung mittels Nettoeinkommen: Faustregel
Für eine erste grobe Orientierung kann eine einfache Faustregel angewendet werden. Multiplizieren Sie dazu Ihr monatliches Nettoeinkommen mit 108. Beträgt Ihr Monatseinkommen im Haushalt beispielsweise 4.000 € wird die maximale Darlehenshöhe bei ungefähr 440.000 € liegen. 

Bei der Ermittlung des konkreten Betrags, der als Kredit für einen bestimmten Verdienst denkbar ist, kann ein sogenannter Kreditrechner verwendet werden. Mit dessen Hilfe lassen sich sowohl die Höhe eines Darlehens planen als auch die monatlich zu leistende Rate. Ein seriöser Rechner ist mit keinerlei Verpflichtungen verbunden, funktioniert vollständig anonym und ermöglicht unterschiedliche Informationsoptionen. Interessenten können entweder die geplante Kreditsumme eingeben oder aber die gewünschte Rückzahlungsrate beziehungsweise die Laufzeit.

 

Fazit: Wie viel Kredit bekomme ich?
Um herauszufinden, welcher Kreditbetrag zum vorhandenen Einkommen passt, muss zunächst die monatlich frei verfügbare Einkommenshöhe ermittelt werden. Ein Darlehen, das diese nicht berücksichtigt, gilt als nicht seriös. Für eine erste grobe Orientierung hilft die 40-60-Regel und die Multiplikation  des Nettoeinkommens mit dem Faktor 108. Ein Online-Kreditrechner offeriert hierzu vielfältige Berechnungsmöglichkeiten, beispielsweise in Bezug auf Darlehens- und Ratenhöhe, Haushaltsausgaben und Ratenanzahl.

Grundsätzlich raten Baufinanzierungsexperten dazu, möglichst viel Eigenkapital nachweisen zu können für ein attraktives Finanzierungsangebot. Hierzu sollte die Eigenkapitalquote am Kaufpreis bei mindestens 20 % liegen.

Bei Fragestellungen zum Thema Kreditrahmen und Einkommenshöhe bei einer Baufinanzierung ist eine persönliche Beratung sinnvoll und hilfreich. Die Experten der Hüttig & Rompf AG stehen hierfür gerne zur Verfügung.