Philipp Burk

Was ist die Überbe­las­tungs­quote?

Wohnen belastet das monatliche Budget – ganz gleich, ob man zur Miete wohnt oder Eigentümer ist. Doch wann kostet das Wohnen zu viel? Wann ist ein Haushalt „überbelastet“? Und auf wie viele Haushalte trifft eine solche Überbelastung zu? Die Überbelastungsquote gibt hierzu eine Orientierung – hier erfahren Sie, wie hoch sie ist.

Definition der Überbelastungsquote 
Nach der Definition des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) sowie des Statistischen Bundesamts (Destatis) liegt eine Überbelastung durch Wohnkosten für diejenigen Personen vor, die in Haushalten leben, in denen mehr als 40 % des verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufgewendet werden. Das gilt unabhängig davon, ob die Betroffenen zur Miete oder in den eigenen vier Wänden leben und etwa einen Kredit abzahlen. 

 

Unterschiedliche Kosten für Mieter und Eigentümer 
Eigentümer und Mieter sind dabei unterschiedlichen Kostenpunkten ausgesetzt. Mieter leisten neben der Miet- und Nebenkostenzahlung meist noch zusätzliche Ausgaben, zum Beispiel für Strom oder Gas. Eigentümer zahlen zwar keine Miete, doch es fallen in der Regel Kosten für Versicherungen und Instandhaltung, Grundsteuer, Wasser, Kanalisation, Straßenreinigung, Müllabfuhr, Schornsteinreinigung oder Ähnliches an. Hinzu kommen bei ihnen meist abzuzahlende Hypotheken oder Darlehen für die Immobilie. 

 

Überbelastungsquote in Deutschland 
Mieter sind deutlich öfter von Wohnkostenüberbelastung betroffen als im Eigentum wohnende Personen. Der Anteil von überbelasteten Eigentümern lag im Jahr 2018 bei 8,6 % – unabhängig davon, ob noch Hypotheken oder Darlehen abzuzahlen waren oder nicht. Deutlich höher lag die Überbelastungsquote durch Wohnkosten bei Mietern. Wenn die Wohnung zu Marktpreisen vermietet wurde, war jede fünfte Person (20,9 %) durch diese Kosten überbelastet. Auch wenn die Wohnung vergünstigt oder sogar kostenfrei vermietet wurde, betrug dieser Anteil immer noch 16,1 %