Was ist die Abgesch­los­sen­heits­be­schei­nigung?

Wer eine Immobilie in einzelne Eigentumswohnungen aufteilen möchte, um diese dann verkaufen zu können, benötigt zuerst eine Abgeschlossenheitsbescheinigung. Auch vom Käufer verlangen Banken oftmals die Vorlage dieser Bescheinigung, bevor sie einen Kredit bewilligen.

Die Abgeschlossenheitsbescheinigung wird auch als Abgeschlossenheitserklärung bezeichnet und von der örtlichen Baubehörde ausgestellt. Sie ist zusammen mit der Teilungserklärung nötig, um eine Immobilie in Eigentumswohnungen aufzuteilen und diese anschließend einzeln verkaufen zu können. Sollen die Wohnungen hingegen nur vermietet werden, ist eine Abgeschlossenheitsbescheinigung nicht erforderlich. 

Bauliche Voraussetzungen

Eine Abgeschlossenheitsbescheinigung bestätigt, dass eine Wohneinheit gemäß dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) baulich von anderen Wohnungen und Räumen innerhalb eines Gebäudes abgeschlossen ist – durch Böden, Decken, Wände und Türen. Vor Beantragung einer  Abgeschlossenheitsbescheinigung sollte geprüft werden, ob folgende Kriterien erfüllt sind: 

-  Die Wohneinheit verfügt über eine eigene separat abschließbare Tür.

-  Innerhalb der Wohneinheit befindet sich eine Küche.

-  Die Wohneinheit verfügt über ein Bad und eine Toilette.

-  Böden, Decken und Wände bieten einen ausreichenden Brand, Schall- und Wärmeschutz.  

Dokumentiert wird dies durch den Aufteilungsplan, der unter anderem die Grundrisse der Wohneinheiten enthält. Im Regelfall wird er von einem Statiker oder einem Architekten erstellt. 

 

Benötigte Unterlagen

Eine Abgeschlossenheitsbescheinigung kann bei der örtlichen Bauaufsichtsbehörde in schriftlicher Form beantragt werden. In manchen Bundesländern kann sie auch von einem anerkannten Sachverständigen für Bauwesen erteilt werden. Da die Vorgaben jedoch nicht bundesweit einheitlich sind, lohnt sich oft ein vorheriges Nachfragen bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde: 

-  Welche Voraussetzungen müssen für die Genehmigung erfüllt sein?

-  Welche Unterlagen benötigt die Bauaufsichtsbehörde? 

-  An wen soll man sich wenden?

 

Im Regelfall müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

-  Aktueller Grundbuchauszug

-  Aufteilungsplan, inklusive Grundriss des Gebäudes 

-  Lageplan der Immobilie – je nach Vorgaben der zuständigen Baubehörde sollte dieser maximal ein halbes Jahr alt sein und im Maßstab von 1:1000 vorliegen 

 

Wichtig für Käufer

Auch Käufer einer Wohnung benötigen in der Regel eine Abgeschlossenheitsbescheinigung, denn viele Banken prüfen, ob die Wohnung wirklich in sich abgeschlossen ist. Damit kann sie im Ernstfall verkauft werden, falls ein Kreditnehmer den Kredit nicht mehr ordnungsgemäß zurückzahlen kann.