Was ist der Sicker­effekt?

Wer beim Sickereffekt an Geld denkt, das in dunklen Kanälen verschwindet, oder an eine undichte Rohrleitung, der liegt leider daneben. Hier erfahren Sie, was sich wirklich hinter diesem Begriff im Zusammenhang mit der Immobilienwirtschaft verbirgt.

Bezahlbarer Wohnraum ist in vielen Gegenden Deutschlands knapp. Ein Grund dafür ist oftmals die ins Stocken geratene Fluktuation auf dem Wohnungsmarkt. Doch gerade das häufigere Umziehen trägt zur Entstehung von Wohnraum bei. Denn in der Theorie zieht ein Haushalt ins neue Eigenheim und macht dafür die bisherige, preiswertere Wohnung frei. In diese zieht wiederum ein Haushalt, der in einer noch günstigeren Wohnung lebte. Und so weiter – man arbeitet sich also in den Preissegmenten nach oben. Diese Umzugsketten nennt man Sickereffekt. Denn die frei werdenden Wohnungen sickern sozusagen wieder nach unten durch. 


Die LBS-Studie „Eigenheimbau schafft Mietwohnraum“ zeigte auf, dass jedes neugebaute Eigenheim genau durch diese Umzugsketten die Wohnsituation von drei Haushalten verbessert. Dass die Sickereffekte in angespannten Wohnungsmärkten geringer ausfallen, kann mehrere Gründe haben: Ein Mangel an Bauland, Kapazitätsengpässe in den Planungsämtern und in der Bauwirtschaft, aber auch die Einführung eines Mietendeckels können hier entscheidend bremsen.