Lohnt sich eine Kapital­anlage im sozialen Wohnungsbau?

Mieter mit geringerem Einkommen haben es in deutschen Großstädten schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Daher wird der soziale Wohnungsbau auf vielfältige Weise gefördert. Die Bundesländer locken private Anleger mit preisgünstigem Baugrund, verschiedenen Zuschüssen und einer zinsgünstigen Baufinanzierung.

Sozialer Wohnungsbau: Dringender als je zuvor

Investoren, die für die Errichtung von Sozialwohnungen eine Baufinanzierung in Anspruch nehmen möchten, profitieren von vielen Vorteilen. Und diese sind an eine einzige Bedingung geknüpft: Sie dürfen ihre Miete während des Mietbindungszeitraum nicht erhöhen. Obwohl der geschätzte jährliche Bedarf bei 80.000 neuen öffentlich geförderten Wohnungen liegt, wurde 2017 gerade einmal ein Drittel davon gebaut. Weil dieser Trend seit vielen Jahren anhält, gleichzeitig aber viele Sozialwohnungen aus der Bindungsfrist herausfallen, wird die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot immer größer. Deshalb machen Länder und Kommunen bei umfangreicheren Neubauprojekten eine Quote von bis zu 30 % an Sozialwohnungen zur Auflage.

Was für Sozialwohnungen als Kapitalanlage spricht

Wer heute in den sozialen Wohnungsbau investiert, hat langfristig zwei Trümpfe in der Hand:

  • eine stabile Nachfrage, die die kommenden Jahrzehnte anhalten wird
  • eine nahezu 100-prozentige Vermietungsquote

Diese Kombination von Vorteilen gibt ausreichend Planungssicherheit und macht die Investion zukunftsfähig. Die Wohnraumförderung ist alleinige Sache der Bundesländer. Sie erhalten dafür vom Bund bestimmte Gelder. Baden-Württemberg beispielsweise reicht MW10-, MW15-, MW25- und MW30-Baudarlehen aus. MW10 bedeutet 10-jährige Miet- und Belegungsbindung. Die grundlegende staatliche Förderung wird bis zu einer maximalen Höhe von 80 Prozent der gesamten Baukosten gewährt, wenn je Quadratmeter nicht mehr als 3.000 Euro Baukosten anfallen. Anschließend belohnt das Land seine MW-10-Darlehensnehmer mit zusätzlichen 335 €/m² als Zuschuss. Bieten sie ihre Sozialwohnungen zu einem Mietpreis an, der wenigstens 34 % unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, gibt es einen weiteren Zuschuss vom Staat.

Neben diesen vorteilhaften Förderprogrammen gibt es noch solche mit subventionierten Mietpreisen. So können Hamburger Privatanleger dank der Investitions- und Förderbank Hamburg Mieteinnahmen von maximal 12 Euro pro Quadratmeter verbuchen. Und damit eine Bruttorendite von bis zu vier Prozent erzielen. Die Mieter hingegen zahlen lediglich 6,10 €/m². Wer lieber Ein- oder Zweizimmerwohnungen für Auszubildende und Studenten bauen möchte, kann zinsgünstige Darlehen von anfänglich 1,2 % jährlich mit dreißigjähriger Tilgung beantragen. Voraussetzung für den Erhalt ist, dass die Nettokaltmiete eine festgelegte Höhe nicht überschreitet. Für eine persönliche Beratung zur Baufinanzierung stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

Was gegen eine Investition in Sozialwohnungen spricht

Die Investition erbringt während der Bindungsfrist erheblich niedrigere Mieteinnahmen. Die Gesamtrendite liegt nur bei etwa drei Prozent. Sogar die je nach Bundesland variierenden Fördermittel können den Nachteil der geringeren Rendite nicht ausgleichen, wie eine Untersuchung der Immobiliengesellschaft Dr. Lübke & Kelber ergab. Und nach Ablauf der Belegungsfrist lassen sich die Sozialwohnungen nur zu einem niedrigeren Preis verkaufen als frei finanzierter Wohnraum.

Fazit

Wer gleich an hohen Mieteinnahmen interessiert ist, sollte sich nach einer anderen Anlagemöglichkeit umsehen. Denn sozialer Wohnungsbau bringt zwar langfristig eine stabile Rendite mit geringem Investitionsrisiko, sie bewegt sich allerdings auf einem niedrigeren Niveau als andere Wohnimmobilien.

 

Weiterführende Links:
investment-bauer.de/sozialwohnungen-oeffentlich-gefoerderter-wohnraum-lukrativ/
meine-hausfinanzierung.de/tag/sozialer-wohnungsbau-fuer-kapitalanleger/
faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/immobilien-mit-sozialwohnungen-geld-verdienen