Kann eine Immobilie durch Mietein­nahmen finan­ziert werden?

Wer eine Immobilie erwirbt, muss nicht unbedingt selbst darin wohnen. Wer es geschickt anstellt, zahlt mit den Einnahmen aus der vermieteten Wohnung den Kredit zurück und nutzt die Immobilie damit als kluge Anlageform.

Die Baufinanzierung per Mieteinnahmen liegt im Trend

Der Kauf von Immobilien gilt unter Experten in der langfristigen Betrachtung als eine der sichersten Geldanlagen. Mit dem Immobilienkauf lässt sich optimal für das Alter vorsorgen unter einer Bedingung: Man darf die Immobilie nicht selbst nutzen. Die Immobilienpreise in Ballungsgebieten wie Hamburg oder München erreichen immer neue Rekordwerte und dennoch sind Häuser und Wohnungen beliebte Anlageobjekte. Die Rechnung geht auf, wenn sich der Immobilienkredit durch die Einnahmen aus der Vermietung tilgen lässt. Ist die Immobilie erst einmal abbezahlt, erwirtschaftet sie von da an nur noch Gewinn. Doch was sich so einfach anhört, muss in der Praxis erst einmal umgesetzt werden.

Eine genaue Planung ist entscheidend

Denn nicht jede Immobilie lässt sich auf diesem cleveren Wege wie von selbst finanzieren. Das Konzept geht nur auf, wenn die Kaltmieten ausreichend hoch ausfallen. Dann lassen sich die Kreditraten decken. Experten geben genaue Empfehlungen, wie sich der Kaufpreis der Immobilie und die Höhe der Miete zueinander verhalten sollten. Wer hier nicht aufpasst, zahlt am Ende drauf und hätte sich besser für eine andere Immobilie entschieden.

Es lohnt sich ein Blick auf aktuelle Zahlen auf dem Immobilienmarkt. Wer zum Beispiel in Hamburg eine Wohnung für 240.000 Euro erwirbt, kann monatliche Nettomieteinnahmen von 690 Euro damit erzielen. Im Jahr belaufen sich die Einnahmen also auf 8.280 Euro. In diesem Falle wäre die Immobilie nach 29 Jahren aus den Mieteinkünften abbezahlt. Damit befindet sich das Rechenbeispiel genau an der Grenze, bei der Experten noch eine sinnvolle Umsetzung des Modells sehen. Es gilt nämlich folgende Faustregel: Der Kaufpreis sollte 30 Jahresnettokaltmieten nicht übersteigen. Der Kaufpreis wird hierbei ohne Kreditzinsen betrachtet. Sollte die Abbezahlung länger dauern, lohnt sich der Immobilienkauf nicht. Es ist sinnvoll in diesem Fall ganz genau und eher großzügig zu rechnen, denn Nebenkosten, Steuern und Instandhaltungskosten können sich zusätzlich negativ auf die Kalkulation auswirken.

Regional bestehen große Unterschiede

Auffällig ist, wie dass sich gerade in kleineren Städten abseits der großen Ballungszentren eine Finanzierung aus Mieteinnahmen viel schneller umsetzen lässt. In Bielefeld zum Beispiel sind nur 20 Jahresnettokaltmieten dafür erforderlich, in Arnsberg sogar nur 17. Und wer in Bergheim kauft, freut sich bereits nach 13 Jahren über die erfolgreiche Abbezahlung. München ist hingegen keine so gute Wahl: Hier muss der Eigentümer 33 Jahre auf die Abbezahlung warten.

Jeder finanziert im Laufe seines Lebens eine Immobilie - fraglich ist nur, ob es die eigene ist

Eines scheint sicher zu sein: Ist eine gute Immobilile erst einmal gefunden, mit der sich die Selbstfinanzierung per Mieteinnahmen realisieren lässt, sollten Anleger die bereit sind sich dieser Herausforderung zu stellen, davon Gebrauch machen.Denn jeder ist an der Finanzierung der Immobilien auf dem Markt beteiligt, als Mieter bezahlt man aber für andere Eigentümer und nicht für sich selbst. Deshalb ist es so wichtig, sich über diese Fragen der Geldanlage möglichst früh Gedanken zu machen. Wer eine Baufinanzierung ins Auge fasst, sollte nicht davor zurückschrecken, von einer persönlichen Beratung Gebrauch zu machen. Diese Form der Anlage bietet auf jeden Fall großes Potenzial, aber ist mit Sicherheit nicht für jeden die richtige Anlagestrategie. Mögliche Risiken wie Ärger mit den Mietern, unzuverlässige Mietzahlungen bis hin zu Leerstand sollte man immer im Hinterkopf haben.