Philipp Burk

Gibt es eine Baufi­nan­zierung mit kurzer Laufzeit?

Eine kurze Laufzeit der Baufinanzierung hat den Vorteil, dass der Kreditnehmer schnell wieder schuldenfrei ist. Im Zusammenhang mit der Laufzeit fällt dabei das Schlagwort „Zinsbindung“, wobei diese einen aktuell niedrigen Zins für die nächsten 10, 20 oder sogar 40 Jahre garantieren soll. Von Vorteil ist die Zinsbindung aber nicht immer.

Baufinanzierung mit kurzer oder langer Laufzeit wählen?

Wer einen Kredit für den Hausbau oder den Kauf eines Hauses aufnehmen möchte, hört von seinem Berater sicherlich die Frage, ob er eine Zinsbindung für 10 oder 30 Jahre möchte. Auch andere Zinsbindungsfristen sind möglich, hier lassen die Banken gut mit sich verhandeln. Angesichts der hohen Summen, die für eine Immobilienfinanzierung als Kredit aufgenommen werden, ist es gut zu wissen, worauf sich ein Kreditnehmer einlässt und welche Zahlungen ihn in den kommenden zehn oder zwanzig Jahren erwarten. Durch lange Laufzeiten werden niedrige Monatsraten geschaffen, die Liquidität des Kreditnehmers bleibt erhalten. Außerdem ist es von Vorteil, sich die aktuellen Niedrigzinsen auch für die nächste Dekade zu sichern, wenn die Zinsen sicherlich längst wieder im Steigen begriffen sind.

Doch eine lange Laufzeit der Immobilienfinanzierung (bedingt durch eine lange Zinsbindung) kann sich auch nachteilig auswirken. Es entstehen hohe Kosten, denn jede Bank lässt sich einen solchen Vorteil für den Kreditnehmer bezahlen. Außerdem ist das Kapital für lange Zeit gebunden und kann nicht anderweitig eingeplant werden. Fallen die Zinsen weiter, kann der Kreditnehmer nicht davon profitieren, denn seine Sollzinsen, die dank der Zinsbindung festgeschrieben sind, bleiben in der Höhe erhalten.

Eine lange Laufzeit des Kredits ist somit für alle diejenigen vorteilhaft, die sich die niedrigen Zinsen sichern wollen und auch in den nächsten Jahren eine hohe Planungssicherheit wünschen. Wer jedoch flexibel bleiben möchte und auch niedrigere Zinsen rascher reagieren können will, sollte auf eine kurze Vertragslaufzeit setzen und eher nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten schauen oder die monatliche Tilgungsrate hoch ansetzen. Generell sollten mindestens zwei Prozent, besser noch drei Prozent, Tilgung möglich sein.

Woraus errechnet sich die richtige Laufzeit?

Die finanziellen Rahmenbedingungen des Kreditantragstellers bedingen die Laufzeit der Immobilienfinanzierung und die Höhe der monatlichen Tilgungsrate. Es wird daher eine Haushaltsrechnung aufgestellt, bei der Einnahmen und Ausgaben gegeneinander aufgerechnet werden. Daraus ergibt sich ein maximal zur Verfügung stehender Betrag. Jetzt sollte ein Puffer für unvorhergesehene Zahlungen oder auch nur für Urlaubsfahrten und

Autokäufe eingerechnet werden. Daraus ergibt sich, wie hoch die monatliche Belastung sein darf und welche Tilgungsraten realistisch sind. So kann auch die maximale Kredithöhe berechnet werden und es wird klar, ob Kreditnehmer besser auf kurze Laufzeiten setzen oder lieber die längere Laufzeit wählen sollten.

Fazit: Gibt es eine kurze Laufzeit bei Baufinanzierungen?

Ja, kurze Laufzeiten sind bei Baufinanzierungen möglich. Sie bedingen aber eine höhere monatliche Belastung und sollten daher wohl überlegt sein. Das vorhandene Budget sollte in der für die Berechnung angesetzten Höhe auch in den nächsten Jahren vorhanden sein. Eventuell ist es besser, eine mittlere oder lange Laufzeit zu wählen und dafür eine höhere Liquidität zu schaffen. In dem Fall sollte das Recht auf Sondertilgungen vertraglich verankert werden. Vor der Entscheidung für oder gegen eine Laufzeitvariante ist eine persönliche Beratung zu empfehlen. Diese zeigt die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten auf und lässt so eine fundierte Entscheidung zu.