Trotz Pandemie: Das Bauge­werbe floriert

Während viele Bereiche der Wirtschaft darben, stellt das Statistische Bundesamt in der Baubranche das Gegenteil fest: 2020 wurde sogar ein neuer Umsatzrekord aufgestellt. Allerdings gilt das nicht für alle Bereiche der Bausparten.

Das Statistische Bundesamt hat Zahlen zum letzten Geschäftsjahr des Bauhauptgewerbes veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die realen Auftragseingänge zwar zurückgingen, die Umsätze jedoch neue Höhen erklommen. Preisbereinigt ist der Auftragseingang demnach um 2,6% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Mit einem Gesamtvolumen von 86,5 Milliarden Euro lag er nominal dennoch leicht (+ 0,5%) über dem Niveau von 2019. Mit positiven Folgen für den Umsatz und die Beschäftigung. 

Neuer Umsatzrekord 

So teilten die etwa 9.100 befragten Betriebe mit, dass sie Ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Milliarden Euro steigern konnten. Mit insgesamt 98,3 Milliarden Euro Umsatz wurde sogar eine neue Bestmarke erzielt. Entsprechend waren 2020 auch mehr Menschen in den Betrieben tätig: Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten stieg um 18.000 Personen auf 505.000, eine Steigerung um 3,7 Prozent. Da für die Befragung nur Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern ausgewählt wurden, ist davon auszugehen, dass es sich hierbei nicht nur um lokale Phänomene handelt. Schließlich ist das Baugewerbe, wie kaum ein anderes, von seiner Mobilität abhängig. 

Auffälliger Dezember 

Die Statistiker haben zudem errechnet, dass der Auftragseingang im Dezember kalenderbereinigt um 4,6% Prozent höher lag als im November. Wenig überraschend, wurde im November doch der zweite Lockdown verkündet. Doch der Blick auf das Vorjahr zeigt, dass die pandemiebedingten Entscheidungen der Politik offensichtlich nur wenig Einfluss auf das Ergebnis hatten. Nominal lag der Auftragseingang im Dezember mit 3,9 Prozent plus deutlich über dem Dezember des Vorjahres. Ein Zeichen der Hoffnung in düsteren Zeiten? 

Das Statistische Bundesamt betrachtet regelmäßig die Konjunkturdaten einzelner Branchen, um kurzfristige Trends in der konjunkturellen Entwicklung ablesen zu können. Der Vorjahresvergleich dient eher der längerfristigen Niveaubetrachtung. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen, teilweise kurzfristig getroffenen politischen Entscheidungen können sich die beiden Werte mitunter stark unterscheiden. 

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