| Allgemeines | Jörg Weisenberger

Hausbau im Winter – das sollten Sie beachten

Ein Hausbau im Winter ist heute nicht mehr unüblich. Wo noch vor einigen Jahren bei schlechtem Wetter und Kälte Bauruhe herrschte, wird heute munter weitergebaut. Innovative Baumaterialien machen’s möglich. Doch auch die stoßen irgendwann an ihre Temperaturgrenzen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Bauen im Winter achten sollten.

Beim Hausbau im Winter sind 5 Grad Celsius die magische Grenze 
Die Auftragsbücher der Bauwirtschaft sind voll und Bauherren möchten so schnell wie möglich ins eigene Zuhause einziehen – Zeit ist Geld beim Bauen. Deshalb wird der Hausbau im Winter meist nicht unterbrochen. Möglich machen das moderne Baustoffe, die selbst bei niedrigen Temperaturen noch zu verarbeiten sind. Außerdem können Baustellen heute besser vor schlechtem Wetter geschützt werden und auch die Trocknung läuft dank leistungsstarker Gebläse sicherer. Doch irgendwann stoßen selbst modernste Errungenschaften beim Hausbau im Winter an Ihre Grenzen. Und diese Grenze liegt meist bei 5 Grad Celsius. Ab dieser Temperatur verändern sich nämlich auch bei vielen modernen Baustoffen die Material- und Trockeneigenschaften derart, dass die Winterbaustelle lieber ruhen sollte. 

 

Hausbau im Winter – hier lauern die Gefahren 
Wer im Winter ein Haus bauen möchte, sollte auf jeden Fall mehr Bauzeit einplanen. Denn das Wetter bleibt unberechenbar und die Temperaturen können schnell unter 5 Grad sinken. Dann wird das Risiko von Schäden zu hoch und die Winterbaustelle sollte eine Pause einlegen. Hier ein kurzer Überblick, wo die Probleme bei zu niedrigen Temperaturen beim Hausbau im Winter liegen können: 

  • Viele wasserlösliche oder wassergebundene Baustoffe verändern unter 5 Grad ihre Eigenschaften 

  • Mörtel und Kleber werden porös und bieten keinen Halt mehr 

  • Beton härtet nicht mehr richtig aus und verliert an Festigkeit 

  • Wandfarbe bindet nicht mehr richtig ab und hält nicht mehr dauerhaft 

  • Putz und Estrich können nicht ausreichend ausdünsten 

  • In Wasserleitungen können Lecks entstehen 

  • Bodenarbeiten sind zu minimieren, da der Boden erst gefriert und bei Plusgraden matschig wird 

  • Dämm-Materialien wie Steinwolle können bei Feuchtigkeit ihre Dämmwirkung einbüßen 

 

Beim Bauen im Winter ist Feuchtigkeit das größte Problem 
Die meisten Bauherren machen beim Bauen im Winter die Erfahrungen: Feuchtigkeit kann teuer zu stehen kommen. Wo Beton, Mörtel, Putz und Estrich nicht richtig austrocknen können, wird oft mit elektrischen Heizlüftern nachgeholfen – eine funktionierende Heizung ist zu diesem Bauzeitpunkt meist noch nicht vorhanden. Das kostet nicht nur viel Energie, sondern birgt auch das Risiko der Schimmelbildung. Die Feuchtigkeit, die an den beheizten Stellen entweicht, schlägt sich nämlich oftmals an kalten Stellen wieder nieder und sorgt dort für Schimmel. Selbst wenn Rohbau und Baumaterialien beim Hausbau im Winter vor Nässe und Nachtfrost geschützt sind, sollten Feuchtigkeitswerte ständig kontrolliert werden. 

 

Wenn der Hausbau im Winter ruht 
Wer sich aufgrund zu tiefer Temperaturen richtigerweise für einen Baustopp entschieden hat, sollte seine Winterbaustelle sorgfältig vor Kälte und Feuchtigkeit schützen. Hierzu dienen meist stabile, sturmfeste Planen. Geschützt bzw. abgedichtet werden sollten: 

  • Alle Öffnungen und Fensterlöcher  

  • Die oberen Abschlüsse der Mauern, die sogenannten Mauerkronen  

  • Noch nicht verbaute Materialien, die auf der Winterbaustelle lagern 

 

Zudem sollten beim Hausbau im Winter Drainagen eingerichtet werden, damit Wasser stets direkt ablaufen kann.   

 

Hausbau im Winter – Vorteil fürs Fertighaus 
Beim Bauen im Winter sind Massivhäuser am meisten gefährdet. Schließlich werden sie über einen langen Zeitraum Stein für Stein errichtet. Die Module eines Fertighauses hingegen entstehen im geheizten Werk des Herstellers und die anschließende Hausaufstellung dauert meist nur wenige Tage. Doch auch Fertighaushersteller haben beim Bauen im Winter bereits schlechte Erfahrungen gemacht, die sie bei der Montage lieber vermeiden möchten. Deshalb legen viele Anbieter die Stelltage auf Zeiten außerhalb der Wintermonate. 

 

Im Winter ein Haus bauen – das sind unsere Tipps 
Wenn Sie im Winter ein Haus bauen möchten, ist das möglich, aber durchaus riskant. Deshalb geben wir Ihnen hier abschließend noch einmal wertvolle Tipps, die Sie beim Hausbau im Winter beherzigen sollten: 

1. Baupartner sorgfältig aussuchen 

2. Zeitpuffer einplanen 

3. Baustelle versichern 

4. Bautagebuch führen 

5. Frostschäden vermeiden 

6. Wärmelecks aufspüren 

7. Luftdichtigkeit prüfen 

 

Verwandte Artikel. Das könnte Sie auch interessieren.