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Gute Stimmung „mit Wumms“?

Verzieht sich der Nebel in den deutschen Chefetagen? Wie Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts sagte, steigt bei der deutschen Wirtschaft nach den ersten Lockerungen wieder die Stimmung. Der hauseigene Ifo-Geschäftsklimaindex, basierend auf einer regelmäßigen Umfrage unter 9.000 Managern, ist nach dem Corona-Tief im April wieder auf 79,5 Punkte gestiegen.

Zwar schätzen die Unternehmen ihre aktuelle Lage nicht besonders rosig ein, blicken aber weit weniger skeptisch in die Zukunft als noch vor Wochen. Das liegt an den Lockerungen der strikten Eindämmungsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Gerade in der Industrie scheint das Barometer ordentlich zuzulegen, wobei dieser Zuwachs in erster Linie auch dem Blick in die Zukunft geschuldet ist. Wenn eine zweite Welle ausbleibt, ist die positive Grundstimmung auch berechtigt, meinen Experten. Vergessen werden dürfe aber nicht, dass sich viele Unternehmen wegen Corona hoch verschulden mussten und so auf Investitionen verzichten dürften. Eine allmähliche Erholung erwarten viele daher erst im dritten und vierten Quartal dieses Jahres.

Dessen ungeachtet rechnet die Bundesregierung weiter mit der schwersten Rezession der Nachkriegszeit und einem mittelfristigen Konjunktureinbruch von 6,3 Prozent. Das erklärt vielleicht auch, warum die „Groko“ am letzten Mittwoch das größte Konjunkturpaket in der Geschichte der Bundesrepublik vorstellte. Mit dem „Wumms“ (wie es Finanzminister Scholz formulierte) wollen CDU und SPD die schweren Auswirkungen der Corona-Pandemie lindern und der deutschen Binnenkonjunktur auf die Beine helfen. Das Bündel der getroffenen Maßnahmen überrascht, hielt das Zweckbündnis bei den Finanzen doch die sprichwörtliche schwarze Null für sakrosankt. Doch mit der Senkung des Mehrwertsteuerbeitrags auf 16% bis zum Ende des Jahres, Infrastrukturmaßnahmen von nie gekanntem Ausmaß und einem Kinderbonus für Familien haben die Koalitionäre ein Bündel geschnürt, dass mit 130 Milliarden Euro zwar teuer zu Buche schlägt, andererseits aber auch allen Wirtschaftsbereichen nutzt. Dass dürfte auch in den Chefetagen gut ankommen – und den Ifo-Geschäftsklimaindex weiter anheizen.

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