| Trends | Jörg Weisenberger

Endet der Bauboom in Deutschland?

In den letzten 10 Jahren hat es in Deutschland einen regelrechten Bauboom gegeben: Es wurden immer mehr neue Häuser gebaut. Das Statistische Bundesamt erfasste in der Vergangenheit einen kontinuierlichen Anstieg von Baugenehmigungen. Trotz Pandemie gab es zuletzt eine hohe Bautätigkeit in Deutschland. Wie wird sich das Baugewerbe im nächsten Jahr entwickeln? Wir klären auf, was es mit dem Bauboom auf sich hat und geben eine Prognose für zukünftige Entwicklungen. Erfahren Sie jetzt, welche Indizien für ein Ende des Baubooms in Deutschland sprechen.

Was ist ein Bauboom?
Ein Boom in der Bauwirtschaft beschreibt einen Zuwachs in der Bautätigkeit in Deutschland. In der Regel wird der Bauboom anhand der Anzahl der neu beantragten Baugenehmigungen gemessen. Somit ist ein Bauboom nicht zwangsläufig ein Indikator dafür, dass alle interessierten Hausbauer auch ein Haus bauen oder kaufen können. Steigt die Nachfrage noch schneller als das Angebot, bleibt es beim Nachfrageüberhang und somit beim Wohnungsmangel in Deutschland.

 

Wie hat sich die Bauwirtschaft in den letzten Jahren entwickelt?
Grundsätzlich konzentrierte sich der Bauboom der letzten Jahre besonders auf den Bau von Mehrfamilienhäusern und weniger auf Einfamilienhäuser. In urbanen Ballungsräumen, allerdings, war der Anstieg nicht ausreichend, um die hohe Nachfrage zu decken. Besonders die große Bürokratie im Zusammenhang mit dem Baugenehmigungsverfahren hinderte die Deckung der Nachfrage zuletzt.

 

Bauboom: Warum fehlt Wohnraum trotz hoher Bautätigkeit?
Die Gründe für den Nachfrageüberhang auf dem Wohnungsmarkt trotz hoher Bautätigkeit in den letzten Jahren sind vor allem die räumlichen Disparitäten. Während in wirtschaftlich starken und urbanen Regionen immer mehr Wohnungen nachgefragt werden, sinkt die Nachfrage nach Wohnraum im peripheren Raum. So kommt es dazu, dass in manchen ländlichen Regionen Deutschland Häuser leer stehen und in Metropolen nicht genug Wohnungen zur Verfügung stehen.


Gründe für die variierende Wohnungsnachfrage in Deutschland:

  • Landflucht
  • Ost-West-Gefälle (z.B. in Bezug auf Gehälter)
  • Arbeitsmarkt 

Ein weiterer ausschlaggebender Grund, weshalb die Nachfrage nicht mit dem vorhanden Angebot gedeckt werden kann, ist außerdem, dass der gebaute Wohnraum nicht immer auf die Bedürfnisse der Wohnungssuchenden angepasst ist. Werden beispielsweise viele teure Eigentumswohnungen gebaut, ist dieser Zuwachs wenig hilfreich für Personen, die auf Mietsozialwohnungen angewiesen sind.


Kommt jetzt das Ende des Baubooms?
Zuletzt ist immer öfter von einem Ende des Baubooms spätestens 2023 die Rede. Die aktuell steigende Inflation und die ausbleibenden Sparzinsen verleiten zwar dazu, geerbtes Geld oder angespartes Vermögen zu investieren, allerdings gibt es derzeit verschiedene Gründe, die gegen einen Neubau sprechen.

Rohstoffpreise für den Hausbau stiegen zuletzt immer weiter, und die Rohstoffknappheit wird zusätzlich durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine gefördert. Die Belastung für Hausbauer wird allerdings nicht nur aufgrund der steigenden Rohstoffpreise größer, sondern auch als Folge des steigenden Zinsniveaus. Die Zinsentwicklung und die Materialverfügbarkeit und -preise wirken sich somit aktuell negativ auf den Boom in der Bauwirtschaft aus.

 

Diese Faktoren bremsen den Boom:

  • Weltweite Krisen
  • Rohstoffknappheit
  • Steigende Rohstoffpreise
  • Hohes Zinsniveau
  • Unklarheit bei staatlichen Förderungen


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