| Allgemeines | Britta Fitz

Bauen wird immer teurer – mehr Unter­stützung gewünscht

„Schon vor der aktuellen Krise auf dem Baustoffmarkt waren die Kosten beim Eigenheimbau für viele Familien kaum noch zu finanzieren.“ Das sagt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund e.V. und spricht damit vielen Bauherren aus der Seele. Bauen wird immer teurer, die gängigen Fördermöglichkeiten werden oft als unzureichend angesehen. Welche Verbesserungswünsche Bauherren haben, erfahren Sie hier.

Steigende Baukosten sind die größte Hürde beim Hausbau 
In einer repräsentativen forsa-Umfrage vom September 2021 im Auftrag des Bauherren Schutzbund e.V. beklagen fast 90 % aller Eigenheimbesitzer und angehenden Bauherren die stetig steigenden finanziellen Belastungen. 88 % der Befragten gaben sogar an, sich Bauen bald nicht mehr leisten zu können. „Die Baumaterialknappheit und die damit verbundenen steigenden Baukosten ziehen die Preisschraube weiter an“, so Becker. 

 

Weitere Gründe gegen das Bauen 
Neben den steigenden Baukosten gaben die Befragten weitere Motive an, warum das Bauen immer herausfordernder wird. Rund die Hälfte aller potentiellen Bauherren beklagt sich über fehlendes Bauland und zu viele Bauvorschriften. Auch Bauzeitverzögerungen und Mängel am Bau werden oft als Schwierigkeiten genannt.  

 

Wunsch nach finanzieller Unterstützung 
Die Umfrage-Teilnehmer haben eine klare Vorstellung, wie sie in Zukunft stärker finanziell entlastet werden könnten. Demnach bevorzugen 64 % mehr Direktzuschüsse zum Bauen und rund 50 % wünschen sich Steuerentlastungen. Staatlich geförderte Kredite über die KfW Bank sehen hingegen nur 36 % als geeignetes Mittel. 

 

Reform der Grunderwerbsteuer 
„Die Belastung durch die Grunderwerbsteuer liegt in manchen Regionen Deutschlands im Bereich eines gebrauchten Mittelklassefahrzeugs“, bringt Florian Becker die Lage auf den Punkt. Kein Wunder also, dass sich viele Bauherren eine Reform der Grunderwerbsteuer wünschen. Der konkrete Vorschlag des Bauherren-Schutzbunds lautet hierzu: Auf die ersten 200.000 € Kaufsumme eines Grundstücks wird keine Grunderwerbsteuer erhoben. Auf die zweiten 200.000 € werden 3 % und auf die dritten 200.000 € 6 % Prozent Steuer erhoben. Becker begründet diesen Vorschlag damit, dass „durch diese soziale Staffelung der Grunderwerbsteuer Bauherren mit niedrigen und mittleren Einkommen zur Eigentumsbildung motiviert werden, ohne dass wichtige Steuereinnahmen ganz verloren gehen.“ 

 

Bauklimageld als neues Fördermittel 
Als Antwort auf den Wunsch nach mehr direkter finanzieller Unterstützung bringt Florian Becker das Bauklimageld ins Spiel: „Unser Vorschlag des Bauklimageldes als Direktzuschuss hilft sofort dem Geldbeutel. Da nur klimaschonendes Bauen und Modernisieren gefördert werden, motiviert das Bauklimageld Eigennutzer, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“ Im Vorfeld der Bundestagswahl wurde das Konzept zahlreichen Fachpolitikern vorgestellt, wo es viel Zuspruch erntete. Es besteht also Hoffnung, dass es nach der Wahl umgesetzt werden könnte. 

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