Was ist die Belei­hungs­g­renze?

Eine Baufinanzierung ist für die darlehensgebende Bank immer mit einem Risiko verbunden. Je weniger Sicherheiten der Kunde bieten kann, desto höher wird dieses Risiko. Mit der Beleihungsgrenze legt die Bank die maximale Darlehenssumme fest, die sie bereit ist, zu gewähren.

Wie kommt die Beleihungsgrenze nun zustande? Die Bank ermittelt anhand verschiedener festgelegter Verfahren den marktüblichen Wert einer Immobilie. Davon zieht sie einen Sicherheitsabschlag ab, der meist bei 10 bis 20 % liegt. Das Resultat ist der sogenannte Beleihungswert. Er bezeichnet die Summe, die die Bank im Falle einer Versteigerung oder eines Verkaufs mit ziemlicher Sicherheit für die Immobilie, auch über die Jahre hinweg, erzielen würde. Vom Beleihungswert zieht die Bank in den allermeisten Fällen nochmals einen Risikopuffer ab – über dessen Höhe entscheidet jede Bank selbst. Dieser Abschlag soll das Risiko der Wertminderung durch Faktoren wie negativer Marktentwicklungen minimieren. Das Ergebnis ist die Beleihungsgrenze, die oftmals als Prozentwert vom Beleihungswert angegeben wird, z. B. 60 % des Beleihungswertes. Für Pfandbriefbanken ist eine Beleihungsgrenze von 60 % die Maximalgrenze, für andere Kreditinstitute liegt die Beleihungsgrenze meist bei bis zu 90 % oder auch darüber. Seltener werden Kredite auch in voller Höhe des Beleihungswertes oder sogar darüber hinaus gewährt. In solchen Fällen verfügt der Kreditnehmer beispielsweise über ein sehr hohes Einkommen und weitere Sicherheiten. Grundsätzlich gilt: Je höher die Beleihungsgrenze, desto anspruchsvoller sind die finanziellen Anforderungen und Bedingungen an den Kreditnehmer, sprich: desto mehr Sicherheiten muss er bieten. Je niedriger die Beleihungsgrenze, desto günstiger werden die Zinskonditionen.