Deutsche Wohnim­mo­bilien sind Anlegers Liebling

Die jährliche Immobilientrendstudie von Wealthcap, einem der führenden Real Asset & Investmentmanagern in Deutschland, zeigt für dieses Jahr einen überraschend deutlichen Kurswechsel der Anleger. Investoren verabschieden sich zunehmend von Büroimmobilien und setzen auf Wohn-Immobilien. Sie gelten besonders in Deutschland als krisensicher und nachhaltig. Hier erfahren Sie die Einzelheiten.

Im Zuge von Lockdown und der Arbeit im Home-Office während der anhaltenden Corona-Pandemie war es nicht ganz unerwartet, dass Büroimmobilien an Bedeutung bei Investoren verlieren. Es überrascht aber schon, dass das Interesse gleich um satte 30 % zurückging – die Zustimmung liegt in der aktuellen Umfrage nur noch bei knapp 60 %. Anders bei Wohnimmobilien: Bei Anlegern in Publikumsfonds erreichen sie mit rund 76 % erstmals die Spitzenposition der attraktivsten Nutzungsarten. Darüber hinaus sprachen 85 % der Studienteilnehmer der Assetklasse Wohnen auch die größte Zukunftsfähigkeit zu, bei den Büros waren es lediglich 31 %.

Deutschland als sicherer Hafen

Ganz besonders beliebt sind nach wie vor deutsche Immobilien. Sie bauten ihren Status als beliebteste Anlageklasse weiter aus: Von 90 % auf nunmehr 94 %. Dahinter folgen Immobilien im Ausland mit 67 %. „Deutschland profitiert von der Wahrnehmung als sicherer Hafen. Es wird deutlich, dass Anleger langfristig nachhaltige Investments suchen – und dafür stehen in Deutschland die Chancen besonders gut“, kommentiert Sebastian Zehrer, Leiter Research bei Wealthcap.

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Das Thema „Environmental Social Governance (ESG)“, also ökologische und soziale Aspekte sowie Aspekte der Unternehmensführung, gewinnt bei Investitionsentscheidungen stark an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der befragten Experten erachtet ESG-Kriterien als sehr wichtig. Knapp ein Drittel bezeichnet ESG-Compliance sogar als wichtigstes Investitionskriterium auf Produktebene. „Neben der wirtschaftlichen und finanziellen Nachhaltigkeit spielt auch die ökologisch-soziale Komponente eine zunehmend wichtige Rolle in der Beurteilung von Produkten und Anbietern“, sagt hierzu Werner Harteis, Head of ESG Corporate bei Wealthcap.

Mehr Home-Office verändert die Nachfrage

Auch die aktuelle Studie „Veränderte Arbeitsmarktwelt“ von JLL, einem der weltweit führenden Anbieter von Immobiliendienstleistungen, sieht durch die Corona-Pandemie eindeutige Verschiebungen von Büroimmobilien hin zu Wohnimmobilien. Die Studie stellt eine stark zunehmende Rolle des Home-Office fest und damit den – zumindest momentan – stärker ausgeprägten Wunsch nach separaten Zimmern oder privaten Büroräumen, eigenen Außen- und Grünflächen sowie nach mehr Wohnfläche. Ob dieser Trend jedoch nachhaltig anhält, ist laut JLL noch völlig offen.

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