| Philipp Burk

Was ist der Unter­schied zwischen Bauab­nahme und Übergabe?

Abnahme und Übergabe – das klingt sehr ähnlich. Im Rahmen eines Kaufs oder Baus einer Immobilie haben beide Begriffe allerdings unterschiedliche rechtliche Folgen, die man als Käufer oder Bauherr unbedingt kennen sollte. Wir erklären hier die Unterschiede.

Die Abnahme beim Neubau  
Wer eine Neubauwohnung kauft, hat mit der Wohnungsabnahme einen sehr wichtigen Termin. Denn mit ihr billigt der Käufer die Wohnung als vertragsgerecht und frei von wesentlichen Mängeln. Bei der Abnahme gibt also der Auftraggeber sein OK zur erbrachten Leistung. 

  

Welche Auswirkungen hat die Abnahme?  
Mit der Abnahme des Auftraggebers beginnt die Gewährleistungsfrist. Hat der Auftraggeber dem Bauobjekt das OK gegeben, muss der Auftragnehmer bei einer Mängelrüge nicht mehr neu herstellen, sondern nur noch beseitigen. Gleichzeitig erfolgt ab der Abnahme die Umkehrung der Beweislast. Nun muss der Erwerber den Nachweis erbringen, dass der angezeigte Mangel tatsächlich vorhanden und vom Verkäufer verschuldet ist. Vor der Abnahme liegt diese Beweislast beim Bauträger. Wird ein Bauobjekt trotz bekannter Mängel abgesegnet, verliert der Auftraggeber auch den Anspruch auf eine Vertragsstrafe, wenn diese im Vertrag aufgeführt war. 

 

Die Übergabe beim Kauf  
Käufer einer gebrauchten Eigentumswohnung sollten mögliche Bauschäden oder Mängel bereits bei ihren Verhandlungen berücksichtigen und auf eine Kaufpreisreduzierung drängen. Denn nach dem Vertragsschluss können keine Ansprüche wegen Mängeln geltend gemacht werden, weil nahezu alle Kaufverträge über eine Bestandsimmobilie die Haftung für Mängel ausschließen. Daher findet bei einer Wohnung aus zweiter Hand keine Abnahme, sondern nur eine Übergabe statt. 

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