| Baufinanzierung , Allgemeines | Philipp Burk

In Betongold inves­tieren zum Schutz vor Inflation?

Staaten und Notenbanken pumpen zur Bewältigung der Corona-Krise unvorstellbare Geldmengen in die Volkswirtschaften. Experten glauben, dass das die Inflation erhöhen wird. Als sicherer Hafen vor der Geldentwertung gelten Sachwerte, beispielsweise in Form von Investitionen rund um Immobilen. Doch auch hier gibt es gute und weniger gute Alternativen.

Möglichkeit 1: Wohnungsvermietung 
Eine fremdvermietete Wohnung wirft durchschnittlich rund 2 % Rendite ab. Damit ist diese Form der Geldanlage um einiges attraktiver als zum Beispiel der Kauf von sicheren Bundesanleihen – diese rentieren aktuell mit minus 0,4 %. Zudem steigen die Mietpreise weiter, wenn auch durch die Corona-Krise etwas verlangsamt und das Wohnungsangebot ist zumindest in Ballungsräumen notorisch knapp. Auf der anderen Seite machen fremdvermietete Wohnungen auch Arbeit. Mieterbetreuung, Reparaturen und Instandhaltungen kosten Geld. Zudem rechnen viele Anleger die nicht umlegbaren Nebenkosten nicht in die Renditeberechnung ein. Vor allem aber: Was passiert, wenn Mieten und Kaufpreise sinken? Immobilien sind nun mal nicht so einfach liquidierbar. 

Möglichkeit 2: Immobilien-Aktien 
Aktien haben gegenüber Immobilien den großen Vorteil, dass sie börsentäglich mit wenigen Klicks gekauft und verkauft werden können. Auch mit Blick auf die Rendite haben Immobilienaktien die Nase meist deutlich vorn – die steigenden Aktienkurse spiegeln den insgesamt sehr positiven Immobilienmarkt der letzten Jahre wider. Wie schnell sich das Renditeblatt wenden kann, zeigte jedoch der Corona-Börsen-Crash. Auch Immobilienaktien unterliegen natürlich den allgemeinen Risiken des Aktienmarkts und sind somit für sicherheitsbedachte Anleger nicht unbedingt erste Wahl. Wie wichtig Immobilienaktien mittlerweile geworden sind, zeigt sich an der Zusammensetzung des Deutschen Aktienindex DAX: Neben dem Marktführer Vonovia steigt ab dem 22. Juni auch der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen in die höchste deutsche Aktienliga auf. 

Möglichkeit 3: Offene und geschlossene Immobilienfonds 
Offene Immobilienfonds halten meist mehrere Objekte im Bestand, in die Anleger investieren können. Meist sind dies Gewerbeimmobilien, wie z. B. Hotels und Einzelhandelszentren – deren Mieter könnten es momentan allerdings sehr schwer haben. Transparenz ist also wichtig. Ein Nachteil ist auch hier die mangelnde Liquidierbarkeit: Anteile müssen mindestens zwei Jahre gehalten werden, hinzu kommt eine Kündigungsfrist von einem Jahr. Offene Immobilienfonds erzielen meist Renditen von 1,5 bis 2 %. Zwar ist grundsätzlich auch ein Handel über die Börse möglich, allerdings nur mit signifikanten Abschlägen. Bei geschlossenen Immobilienfonds können Anleger meist mit einer etwas höheren Rendite rechnen. Die Fondsanteile müssen aber noch länger gehalten werden und oftmals investiert der Fonds nur in wenige oder gar nur in ein Objekt, was wiederum ein höheres Risiko bedeuten kann. Auch die Verwaltungsgebühren fallen häufig vergleichsweise hoch aus. 

UNSER FAVORIT Möglichkeit 4: Selbstgenutzte Immobilie 
Grundsätzlich gelten Immobilien als wirksamer Inflationsschutz. Auch die Corona-Krise hat gezeigt, dass Immobilien in Deutschland äußerst wertstabil sind. Ein Grund hierfür ist nicht zuletzt das nach wie vor knappe Angebot an bezahlbarem Wohnraum. Daran sowie an den historisch günstigen Finanzierungszinsen wird sich so schnell auch nichts ändern. Zudem werden bis zum Jahr 2025 Bundesanleihen in Höhe von 800 Milliarden Euro fällig. Wenn nur ein kleiner Anteil dieser Anleger in Immobilien wechselt, dürfte das schnell zu weiter steigenden Preisen führen. Die eigene, selbstgenutzte Immobilie ist daher nach wie vor eine der besten Investitionen – nicht nur zu Zeiten von drohender Inflation. Schließlich werden hier bleibende Werte geschaffen, die der eigenen Altersvorsorge oder als Sprungbrett für die nächste Generation dienen können. 

 

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