Corona – 5 Tipps für Bauherren

Die Baubranche dürfte einer der wenigen Bereiche sein, der von den Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht allzu hart betroffen ist. Denn auf Deutschlands Hausbaustellen wird trotz Lockdown unvermindert gearbeitet, wenn die Arbeits- und Hygiene-Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Trotzdem kann es für Bauherren zu unschönen Überraschungen kommen. Wir geben 5 Tipps, mit denen Sie sich davor schützen können.

Tipp 1: Zeitlichen Puffer einplanen

„Termine und Fristen müssen Unternehmen trotz Corona einhalten“, sagt Florian Becker vom Bauherren-Schutzbund. „Aber natürlich kann es zu Verzögerungen kommen, etwa weil ein ganzer Bautrupp unter Quarantäne gestellt werden muss.“ Sich wegen Corona auf höhere Gewalt zu berufen, ginge aber dennoch nicht. Baufirmen könnten Corona auch nicht als pauschale Ausrede für Verzögerungen angeben. „Verbraucher können eine detaillierte Erklärung verlangen, beispielsweise wann, wer, wie lange aufgrund von Corona ausgefallen ist.“ Bei neu abgeschlossenen Verträgen rät der Experte dazu, den Zeitplan des Unternehmens genau zu hinterfragen. Insgesamt sollte laut Becker mehr Zeit als sonst eingeplant werden: „Ein Puffer von acht bis zehn Wochen ist empfehlenswert.“ 

Tipp 2: Rechtzeitig auf Alternativen ausweichen

Corona kann auch am Bau Lieferketten unterbrechen, zum Beispiel wenn Materialien aus dem Ausland angeliefert werden. Kommt es hier zu Engpässen, sollten Bauherren offen für Alternativen sein. Eine andere Fliese, Tür oder Badewanne kann ein guter Kompromiss sein, der eine Verzögerung verhindert. Beim Material sollte aber stets auf eine gleichwertige Qualität geachtet werden. 

Tipp 3: Vor-Ort-Termine sorgfältig planen

Vieles lässt sich in Videokonferenzen besprechen. Doch bei Abstimmungen, Besichtigungen und der Bauabnahme sollten Bauherren unbedingt vor Ort auf der Baustelle sein. Zur Sicherheit sollte darauf hingewiesen werden, dass der Termin nur stattfindet, wenn alle Beteiligten Maske tragen und Abstand halten. Zudem kann bereits im Vorfeld abgesprochen werden, wie viele Personen anwesend sein werden und wie der Termin ablaufen wird. 

Tipp 4: Direkt auf Verzögerungen reagieren

Verzögert sich die Fertigstellung, sollten Bauherren das Unternehmen darauf hinweisen, damit sie später eine rechtliche Handhabung haben. So lassen sich Schadenersatzansprüche geltend machen und die Frage der Haftung klären. Bei unterbrochenen Lieferketten kann durchaus höhere Gewalt vorliegen – die Beweispflicht liegt in der Regel beim Unternehmer. 

Tipp 5: Kompromissbereit bleiben

Jede Verzögerung kann die Kosten explodieren lassen. Dennoch sollten Bauherren der Baufirma keinen übermäßigen Zeitdruck machen – denn der geht nur allzu oft auf Kosten der Qualität. Die Folge können gravierende Baumängel sein, deren Behebung noch langwieriger wird. Besser ist es kompromissbereit zu bleiben und das offene Gespräch zu suchen – schließlich wollen alle Beteiligten am Ende ein möglichst gutes Ergebnis erreichen

 

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