Disagio

Das Disagio (=Damnum) kennzeichnet die Differenz zwischen dem Nominalbetrag des Darlehens und dem Auszahlungsbetrag. Es stellt eine Zinsvorauszahlung an den Darlehensgeber dar, die bei Auszahlung des Darlehens sofort einbehalten wird. Der Darlehensnehmer bekommt also weniger Geld ausgezahlt als er als Darlehen aufgenommen hat.

Beispiel

Darlehensbetrag

200.000 €

Disagio

5 %

Auszahlungsbetrag    

190.000 € (= 200.000 abzgl. 5 %)

Sollte der Darlehensnehmer im obigen Beispiel jedoch trotz Disagios einen Auszahlungsbetrag von 200.000 € benötigen, so muss er einen entsprechend höheren Darlehensbetrag beantragen:

Darlehensbetrag

210.526 €

Disagio

5 %

Auszahlungsbetrag    

200.000 € (= 210.526 abzgl. 5 %)

Die Vereinbarung eines Disagios bewirkt, dass über die Laufzeit des Darlehens ein geringerer Nominalzinssatz gezahlt werden muss. Die Vereinbarung eines Disagios ist aber in der Regel nur dann sinnvoll, wenn der Betrag steuerlich abgesetzt werden kann. Dies ist bei Immobilienkrediten nur dann der Fall, wenn die Immobilie fremdvermietet oder gewerblich genutzt wird. Bei eigengenutzten Immobilien gibt es seit 1996 keinen Steuervorteil durch Disagio mehr.