Vertrauen ist gut, Empfehlung ist besser: Wer auf der Suche nach einem passenden Architekten ist, kann von den Erfahrungen anderer profitieren. Wie genau, und welche Tipps es noch bei der Architektenwahl gibt, erklären wir in vier Schritten.

1. Suche starten

Los geht es mit der Suche. Aber wo fängt man an? Eine gute Anlaufstelle ist die Bundesarchitektenkammer (BAK). Diese vertritt alle anerkannten Architekten in Deutschland. Denn laut Gesetz darf sich nicht jeder so nennen. Nur wer in der Architektenliste eines Bundeslandes steht, hat das Recht dazu. Und um dort aufgenommen zu werden, sind in der Regel ein abgeschlossenes Architekturstudium und zwei Jahre Berufserfahrung notwendig. Das soll vor schwarzen Schafen schützen.

Praktisch: Die Online-Suchfunktion der BAK. Mit ihr können Bauherren sogar nach Fachrichtungen (z. B. Innenarchitekt oder Landschaftsarchitekt) filtern. Auch der Bund Deutscher Architekten (BDA) bietet eine Architektendatenbank.

Alternativ können sich Bauherren ein Neubaugebiet in ihrer Umgebung ansehen. Oft stehen dort Bauschilder mit den Adressen der Architekten. Oder sie stoßen zufällig auf ein hübsches Haus und fragen beim Eigentümer nach dem Architekten. Von Hausbesitzer zu Hausbesitzer sozusagen. Tipp: Suchen Sie sich einen Architekten in der Nähe Ihres Grundstücks, damit dieser den Baufortschritt leicht überwachen kann.

2. Auswahl treffen, Erfahrungen einholen

Sind erste interessante Architekten gefunden, steht der nächste Schritt an: Kontakt aufnehmen. Dafür können Sie mehrere Architekten ansprechen und nach Referenzobjekten in der Nachbarschaft fragen. Tipp: Diese sollten sich Bauherren zunächst allein ansehen und mit den Eigentümern reden. So erhalten sie einen guten Eindruck vom Architekten.

3. Persönliches Kennenlernen

Anschließend folgt ein persönliches Gespräch mit dem Architekten. Schließlich muss auch die Chemie stimmen. Ganz wichtig, wenn Sie sich für einen Bauentwurf entschieden haben und der Architekt auch die Bauleitung übernimmt. Denn dann vertritt dieser Ihre Interessen gegenüber den Baufirmen.

Bauherren sollten sich im Vorfeld des Gesprächs schon einmal intensiv Gedanken über das Traumhaus gemacht haben. Je genauer die Vorstellung, desto besser kann der Architekt einen Entwurf anfertigen. Wichtig beim Gespräch: Der Fachmann soll beraten, nicht entscheiden. Er sollte die Ideen und Erwartungen realistisch einschätzen und beratend zur Seite stehen.

Haben Bauherren das Gefühl, etwas aufgeschwatzt zu bekommen, sollten sie skeptisch werden. Das gilt auch, wenn der Architekt nicht auf Ideen eingeht, keine Referenzobjekte zeigen will oder gar ein persönliches Gespräch von vornherein ablehnt.

4. Entscheidung treffen

Nach den Gesprächen haben Bauherren die Wahl: Wer wird mit dem Projekt Eigenheim beauftragt? Dabei kann ein Architekt den kompletten Hausbau begleiten oder nur Teile davon. Zum Beispiel vom Projektstart bis zum Baubeginn. Dann könnte ein anderer Architekt, ein Bauunternehmer oder gar der Bauherr selbst den weiteren Bau begleiten. Je nach Arbeitsumfang wird der Architekt auch bezahlt. Bis zum Baubeginn stehen diesem beispielsweise 67 Prozent des Honorars zu (100 Prozent = vom Projektstart bis zur Betreuung nach Fertigstellung).
Näheres zur Bezahlung regelt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Mehr zur HOAI und den Vorteilen eines Architektenhauses finden Sie hier.
Architekten: Das Eigenheim für Indivividualisten

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