Ob Einfamilienhaus im Speckgürtel oder Eigentumswohnung in der City – es muss nicht immer ein Neubau sein. Auch bei Bestandsimmobilien ist das ein oder andere Schmuckstück dabei. Aber hält das Traumobjekt, was es verspricht? Mit unseren Tipps überlassen Sie nichts dem Zufall.

Die Würfel sind gefallen – ein Eigenheim soll her. Und das am besten schnell. Da kann eine Bestandsimmobilie genau das Richtige sein. Im Gegensatz zu neuen Objekten entfällt hier die Planungs- und Bauphase. Außerdem lassen sich Haus oder Wohnung in vollem Umfang besichtigen – hier weiß man, was man hat. Das gilt auch für Nachbarschaft und Wohnumgebung. Beides kann man bei bestehenden Häusern besser prüfen, als in Neubausiedlungen.

Also Angebot an bereits bestehenden Immobilien sichten, Traumobjekt herauspicken und Vertrag unterzeichnen? Ganz so schnell sollte es dann doch nicht gehen. Denn beim Kauf von Bestandsobjekten gibt es einige Besonderheiten, die man kennen sollte – und zwar vor, während und nach der Besichtigung.

Vor der Besichtigung – Passt die Immobilie zu mir?

Es klingt banal, aber als erstes sollten Sie sich immer fragen: Ist das Objekt das richtige für mich? Hierfür können Sie folgende Punkte im Blick haben:
 

  •  Lage und Umgebung unter die Lupe nehmen

„Nur wenige Autominuten von der City entfernt“, „Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür“ – für manch einen ist das Musik in den Ohren. Aber was in Verkaufsanzeigen zunächst gut klingt, kann sich als Wolf im Schafspelz entpuppen. Da geht die Citynähe schnell mit Lärmbelästigung oder permanenter Parkplatznot einher. Daher empfiehlt es sich, Lage und Infrastruktur genau unter die Lupe zu nehmen.

Tipp: Über die Entwicklung der Immobilienpreise in der jeweiligen Gegend informieren. In Städten sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Gebieten oft enorm. Gerade, wenn das Objekt später weiterverkauft werden soll, kann man sich so böse Überraschungen ersparen.
 

  •  Baujahr berücksichtigen

Für manch einen ist es der wahrgewordene Traum: ein Stadthaus aus der Gründerzeit. Stuckverzierte Fassaden und dicke Außenmauern verleihen diesen Objekten ihren besonderen Charme. Doch in den oberen Etagen nimmt die Wandstärke häufig ab. Eine nachträgliche Dämmung ist oft nur von Innen möglich – und das kostet. Je nach Baujahr birgt jede Immobilie so ihre Besonderheiten. Je genauer Sie sich vorab darüber informieren, desto besser sind Sie für den nächsten Schritt vorbereitet: die Besichtigung.


Bei der Besichtigung: Mehr-Augen-Prinzip


Das Wichtigste vorab: In der Regel sind immer mehrere Besichtigungstermine erforderlich. Auch wenn der Andrang an Interessenten groß ist, sollten Sie sich nie zu schnell zu einer Vertragsunterzeichnung drängen lassen. Nehmen Sie sich Zeit und am besten fachliche Hilfe. Gemeinsam mit einem Bausachverständigen oder Architekten geht es ans Eingemachte. Ein Profi findet jeden noch so kleinen Baumangel. Er sieht auf einen Blick, ob die Immobilie „Substanz“ hat – oder ein Fass ohne Boden ist.


Tipp: Besichtigen Sie das Objekt zu unterschiedlichen Wochentagen und Tageszeiten. So bekommen Sie einen möglichst guten Eindruck von der neuen Wohnumgebung.
 

  • Bausubstanz prüfen lassen

Die Fenster sind gut verdichtet, die Wände sind trocken, das Mauerwerk ist ohne Risse. Passt alles. Oder? Das kann meist nur ein Sachverständiger abschließend beurteilen. Denn als Laie ist es kaum möglich, alle Baumängel zu erkennen. Und nicht nur die Bausubstanz steht beim Profi auf dem Prüfstand. Wie sieht es zum Beispiel mit den Strom-, Gas- und Wasserleitungen aus? Gibt es Schadstoffe? Welches Heizsystem ist installiert? Ein Fachmann kann all diese Fragen beantworten und genau bestimmen, welche Sanierungsarbeiten nötig wären. Ein wichtiger Faktor beim Kauf der Immobilie. Denn solche Ausgaben können im Nachhinein schnell zur Kostenfalle werden.
 

  • Nachbarschaft kennenlernen

Auf gute Nachbarschaft – wer wünscht sich das nicht? Oft lässt sich schon in einem kurzen Gespräch herausfinden, ob man auf einer Wellenlänge ist. Also nehmen Sie sich bei der Besichtigung Zeit für einen kleinen Plausch mit den zukünftigen Nachbarn.
 

  • Verkaufsgrund herausfinden

Lage, Bausubstanz, Nachbarn – alles scheint nahezu perfekt. Warum verkauft jemand so eine Traumimmobilie? Eine berechtigte Frage. Erkundigen Sie sich beim Makler, warum der Vorbesitzer verkaufen möchte. Das kann mitunter eine große Entscheidungshilfe sein.


Nach der Besichtigung: Auf die Details achten

Nach der Besichtigung ist vor der Vertragsunterzeichnung. Aber in der Ruhe liegt die Kraft. Ehe Sie die eigenen vier Wände final besiegeln, gibt es nämlich noch weitere Punkte, die Sie klären sollten.
 

  • Immobilie auf Eigentumsverhältnisse und Lasten hin prüfen

Niemand möchte gern die Katze im Sack kaufen – schon gar nicht bei einer Immobilie. Um zu wissen, was zum Traumhaus alles noch dazugehört, lohnt ein Blick in den Grundbuchauszug. Der bringt so einiges Licht ins Dunkle. Er klärt beispielsweise über vorhandene Lasten oder Wohnrechte Dritter auf.
 

  • Rechtliche Situation klären

Ob zusätzliche Garage, Dachausbau oder neuer Wintergarten – auch Bestandsimmobilien lassen sich nach eigenen Vorlieben verändern. Allerdings ist nicht immer alles erlaubt, was gefällt. Fragen Sie beim Bauamt nach, welche Maßnahmen überhaupt möglich sind.
 

  • Sonderfall Eigentumswohnung: Über bestehende Mietverhältnisse informieren

Eine besondere Situation kann sich bei einer gebrauchten Eigentumswohnung ergeben. Ist diese nämlich zum Zeitpunkt des Kaufs bereits vermietet, bleibt der Mietvertrag bestehen. Hier gilt: Kauf bricht nicht Miete. Im Zweifel kann der neue Besitzer seine Wohnung dann nicht selbst beziehen, sondern muss erst Eigenbedarf anmelden und den Mietern kündigen. Es gilt daher, etwaige Mietverträge genau zu prüfen.

Tipp: Auch, wenn Sie die Wohnung nicht selbst bewohnen möchten, sollten Sie sich den Schriftverkehr zwischen Vermieter und Mieter vorlegen lassen. Dort können langfristige Mietkürzungen oder Sonderkündigungsrechte festgehalten sein.
 

  • Einen Blick in die Zukunft werfen

Schon heute an die Zukunft denken. Beim Kauf von Bestandsimmobilien kann das Gold wert sein. Nicht jeder möchte beispielsweise, dass direkt nebenan ein Einkaufscenter errichtet wird. Welche Bebauungen in der Umgebung grundsätzlich zulässig sind, zeigt ein Blick in den Bebauungsplan.
 

  • Vertrag und weitere Unterlagen prüfen lassen

Last but not least: Lassen Sie Vertrag und sonstige Unterlagen prüfen. Am besten von einem Anwalt. So sind Sie auf der sicheren Seite und können den Traum vom Eigenheim wahrwerden lassen.

Sie haben alle Punkte genau geprüft und sind sich sicher: Das ist die richtige Immobilie. Fehlt nur noch die Finanzierung. Unsere Baufinanzierungsberater unterstützen Sie gerne und finden aus einem Pool von 250 Banken und Sparkassen das Angebot, das genau zu Ihnen passt. Stellen Sie hier Ihre kostenlose und unverbindliche Finanzierungsanfrage.

Tipp: Nehmen Sie am besten schon vor der Besichtigung Kontakt mit einem Finanzierungsexperten auf. Dieser kann Ihnen sagen, mit welcher Darlehenshöhe Sie von der Bank rechnen können und welche Fördermöglichkeiten für Sie in Frage kommen. 

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