Der zentrale Aspekt einer Baufinanzierung ist der Zinssatz, den Sie für Ihr persönliches Darlehen vereinbart haben. Was dieser Zinssatz eigentlich bedeutet? Er bezeichnet die prozentuale Aufwendung, die Sie für Ihren Kredit bezahlen müssen. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, hängt vom jeweiligen Zinssatz und der Kreditsumme ab.

Verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Höhe Ihres Zinssatzes. Beispielsweise die aktuelle Marktlage, die Länge der Zinsbindungsfrist, Ihr persönliches Einkommen und auch wie viel Eigenkapital Sie in die Baufinanzierung mit einbringen können. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Parameter vor, die direkten Einfluss auf den Zinssatz einer Finanzierung haben.

Faustregel #1: Je mehr Eigenkapital, desto niedriger der Zinssatz
Grundsätzlich gilt: Ihr Zinssatz fällt niedriger aus, je mehr Eigenkapital Sie für Ihre Baufinanzierung aufbringen können. Ein hoher Anteil an Eigenkapital bedeutet für Kreditgeber nämlich ein reduziertes Risiko. Als Gegenleistung erhalten Sie dafür einen günstigeren Zinssatz und können so Ihre Kreditkosten senken.

In der Regel können Sie ab einem Eigenkapitalanteil von rund 20 Prozent mit einem guten Zinssatz rechnen. Besonders interessant wird es aber ab einem Eigenkapitalanteil von 40 Prozent und mehr. Ab dieser Schwelle können Sie mit deutlich besseren Zinskonditionen rechnen. Wie hoch Ihr Zinssatz letztendlich ausfällt, hängt aber auch nicht zuletzt von der Zinsentwicklung, die zukünftig erwartet wird, und der Geschäftspolitik der jeweiligen Bank ab.

Bedenken Sie, dass sich bei dieser Berechnung der Eigenkapitalanteil nur auf die reinen Baukosten bezieht. Baunebenkosten, wie die Grunderwerbsteuer oder die Kosten für Makler und Notar, bleiben außen vor. Dennoch sollten Sie im Idealfall die anfallenden Baunebenkosten ebenfalls aus Eigenmitteln aufbringen können.

Faustregel #2: Je länger die Zinsbindung, desto höher fällt Ihr Zinssatz aus
Ein anderer Parameter, nach dem sich Ihr Zinssatz richtet, ist die vereinbarte Zinsbindung. Wer sich für eine längere Zinsbindung entscheidet, muss mit einem höheren Zinssatz rechnen. Aktuell ist eine lange Zinsbindung sinnvoll, da besonders günstige Zinskonditionen locken. Mit einer längerfristigen Zinsfestschreibung sichern Sie sich diese niedrigen Zinsen über einen Zeitraum von bis zu 40 Jahren.

Umgekehrt erhalten Sie aktuell bei einer kurzfristigen Zinsfestschreibung einen besonders niedrigen Zinssatz. Wer sich für eine kurze Finanzierung entscheidet, geht ein Risiko ein. Steigen die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung, müssen Sie mit höheren Zinskosten rechnen. Eine Ausnahme: Sie benötigen Ihre Finanzierung nur für eine sehr kurze Laufzeit. Grundsätzlich lässt sich das Zinsrisiko bei der historisch niedrigen Zinslage mit einer längerfristigen Zinsbindung deutlich senken

Faustregel #3: Die Marktlage bestimmt den Zinssatz
Ein wichtiger Faktor für die Höhe Ihres Zinssatzes: die aktuelle Lage an den Zins- und Kapitalmärkten. Ausschlaggebend sind hierbei unterschiedliche Faktoren. So haben die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) einen direkten Einfluss auf die Zinslage und auch die wirtschaftliche Lage in den verschiedenen EU-Ländern spielen eine wesentliche Rolle. Ebenso kann die Wirtschaftslage der außereuropäischen Länder den Zinssatz im eigenen Land beeinflussen. Denn dadurch verändert sich möglicherweise der Wechselkurs zu den wichtigen Leitwährungen. Entsprechend ist es sehr schwierig, die Entwicklungen an den Finanzmärkten vorauszusagen.

Da Ihre Finanzierung von vielen Parametern beeinflusst wird, sollten Sie unbedingt einen finanziellen Puffer einplanen, wenn Sie Ihre Kosten kalkulieren. Bedenken Sie auch, dass ein niedriger Zinssatz nicht das einzige Auswahlkriterium für Ihre Baufinanzierung sein darf. Planen Sie vielleicht staatliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen oder möchten Sie bei der Rückzahlung Ihres Kredits flexibel sein? Das sind nur zwei aus einer Fülle von Einflussgrößen, die bei der optimalen Finanzierung Ihrer Immobilie eine Rolle spielen.

Sie wünschen sich eine maßgeschneiderte Baufinanzierung? Dann können Sie sich von einem renommierten Immobilienfinanzierer über Ihre Möglichkeiten beraten lassen. So klären Sie bereits im Vorfeld viele Fragen und arbeiten einen individuellen Finanzierungsplan für Ihre Immobilie aus.