Wer ein Eigenheim erbauen möchte, benötigt zunächst das passende Grundstück. Nicht selten wird daher das Grundstück weit im Voraus des Hausbaus erworben. Nachfolgend erfahren Sie alle notwendigen Tipps für eine durchdachte Planung Ihrer Baufinanzierung.

Wie läuft eine Baufinanzierung ab?

Mittlerweile zählt Deutschland über 15 Millionen Einfamilienhäuser – mit steigender Tendenz. Der Trend geht zudem zum Neubau statt zum Kauf bestehender Immobilien. Vor dem Bau des Eigenheims muss jedoch zwingend ein Grundstück erworben werden. Häufig passiert dies deutlich im Voraus zum eigentlichen Hausbau, denn Grundstücke in guter Lage sind beliebt und schnell vergriffen.

Wenn Sie ebenfalls einen Neubau planen und bereits ein Grundstück in Aussicht haben, benötigen Sie sehr wahrscheinlich eine passende Finanzierung des Grundstücks. Der Ablauf einer solchen Finanzierung ist sehr simpel: Üblicherweise werden bei einer bestehenden Immobilie sowohl Grundstück als auch Gebäude zusammen erworben. Dementsprechend wirkt sich der Wert des gewählten Grundstücks auf den Gesamtkaufpreis aus. Bei einem Neubau hingegen haben Sie zwei Auswahlmöglichkeiten: 

1. Sie kaufen sowohl Ihr Grundstück als auch den Neubau bei einem Bauträger zusammen.
2. Sie erwerben zunächst das Grundstück und wählen anschließend erst ein Bauunternehmen aus.

Beide Varianten bieten entsprechende Vor- als auch Nachteile, über die wir Ihnen nachfolgend einen Überblick verschaffen.

Vor- und Nachteile beider Varianten

Sollten sie sowohl Neubau als auch Grundstück gemeinsam erwerben wollen, können Sie Ihr Vorhaben über eine gemeinsame Finanzierung abwickeln. Sie ersparen sich damit nicht nur Zeit, sondern auch Probleme bei der Rangfolge im Grundbuch, da Sie nur ein Darlehen abwickeln, welches erstrangig im Grundbuch geführt wird. Somit haben Sie auch nur einen Gläubiger und durch eine gemeinsame Finanzierung auch günstigere Zinsen. Für den Kaufvertrag mit der Baugesellschaft ist dann lediglich ein Besuch beim Notar notwendig. 

Eine getrennte Finanzierung von Bau und Grundstückserwerb eignet sich vor allem dann, wenn Sie ein passendes Grundstück in Aussicht haben, welches auf dem Immobilienmarkt noch frei verfügbar ist, sich jedoch in beliebter Lage befindet. Hier ist schnelles Handeln gefragt, sodass die Bebauung und der Erwerb des Grundstückes voneinander getrennt angestoßen werden. Sollten Sie beim Erwerb des Grundstückes über kein ausreichendes Eigenkapital verfügen, benötigen Sie für die Finanzierung einen geeigneten Kredit. Die Finanzierung des Neubaus wird später über einen separaten weiteren Kredit abgewickelt. 

Zwar sind Sie bei dieser Variante zeitlich flexibler und ergattern im Zweifelsfall sogar Ihr Traumgrundstück, jedoch können Sie mit dem sogenannten Annuitätendarlehen Probleme mit Grundbucheintragungen bekommen. So werden sowohl für den Neubau als auch für das Grundstück zweierlei Gläubiger eingetragen, wobei der erstrangig Eingetragene von seiner Position im Insolvenzfall profitiert. Für den zweiten Gläubiger ist eine Vergabe des Kredits für den Hausbau somit risikoreicher und mit höheren Zinsen belegt. 

Eine weitere Möglichkeit ist hier auch die Finanzierung mit einem variablen Darlehen. Hierbei handelt es sich um einen Kredit ohne dauerhafte Zinsbindung. Zwar können hier die Zinsen alle drei Monate steigen – aber auch sinken. Der Vorteil dieser Finanzierung besteht jedoch vor allem in der vierwöchigen Kündigungsfrist ohne Vorfälligkeitsentschädigung, was bei einem normalen Baukredit nicht möglich wäre. 

Sollten Sie hinsichtlich Ihrer Finanzierung des Grundstücks unsicher sein, eignet sich üblicherweise eine professionelle und ausführliche Beratung, um Ihre individuelle Situation und Möglichkeiten angemessen besprechen zu können.