Anfang des Jahres veröffentlichte das Statistik-Portal Statista aktuelle Zahlen zur Eigenheimquote in Deutschland basierend auf Daten einer Allensbacher Umfrage zur Markt- und Werbeträgeranalyse. Sie zeigen: Wir bleiben bei der Verteilung von Eigentümern und Mietern ein geteiltes Land und werden voraussichtlich auch im europäischen Vergleich noch über viele Jahre eine der niedrigsten Eigentumsquoten ausweisen.

Aktuelle Entwicklung der Eigenheimquote 2019

Dennoch wohnten seit 2014 nicht mehr so viele Deutsche in einem eigenen Haus, beziehungsweise dem der Familie, wie zum Jahreswechsel 2018/19: insgesamt 29,2 Millionen und damit über 200.000 mehr als noch zwölf Monate zuvor. Einige von ihnen haben sicherlich, inspiriert von der günstigen Lage auch im Bereich der Baufinanzierung, eine Eigentumswohnung gegen ein Eigenheim getauscht, denn bei den Wohnungen war der Eigentumsanteil zuletzt leicht rückläufig. 4,54 Millionen Menschen im Land wohnen aktuell noch in einer Eigentumswohnung. Damit liegt die Eigenheimquote bei 51,7%. Dem stehen 36,4 Millionen Menschen gegenüber, die Ende 2018 in einem Mietobjekt lebten. Das bedeutet im Vorjahresvergleich rund 300.000 neue Mieter. Im Vergleich zum Jahr 2015 übertrifft der Anstieg sogar die Millionengrenze, während sich die gesamte Einwohnerzahl in diesem Zeitraum nur um eine halbe Million erhöht hat. Auffällig ist aber noch eine andere Zahl, die anzeigt, dass sich bei hohen Mieten der Trend zu Wohngemeinschaften fortsetzt. Kratzte die Zahl der WG-Bewohner Ende 2017 noch an der Fünf-Millionen-Grenze wurde diese nun 2018 übertroffen. Im Vergleich zu den Vorjahren lebten damit zuletzt über 500.000 Menschen mehr in einer WG.

Deutschlands Eigentumsquote im europäischen Vergleich

Frische Zahlen aus anderen Ländern fehlten zu Jahresbeginn noch, aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich im Europa-Vergleich nichts am vorletzten Platz der Deutschen bei der Eigentumsquote ändern. Der Abstand auf Schlusslicht Schweiz war zuletzt groß genug, um hier nicht die rote Laterne übernehmen zu müssen. Eine weitere Statistik zeigt aber genauso, dass es auch kaum möglich wird, Österreich vom drittletzten Platz zu verdrängen. Es stellt sich also weiterhin die Frage: Wie ist das möglich, während das Land gleichzeitig bei der Wirtschaftsentwicklung, der Einkommensentwicklung oder der Beschäftigungsquote zu den Spitzenreitern in Europa zählt?

Warum es hier immer noch so wenige Eigentümer gibt

Die seit Jahren niedrigen Hypothekenzinsen gelten gemeinhin als starker Anreiz, Eigentum zu erwerben oder zu bauen. Auf der anderen Seite sind Baukosten oder Preise für Bestandsimmobilien aber derart nach oben geklettert, dass sich viele trotz stabiler Wirtschaftslage und einigermaßen sicherem Einkommen Eigentum dennoch nicht mehr leisten können. Hinzukommen unverändert hohe Nebenkosten bei Bau oder Kauf. Ob das jüngst wiederbelebte Baukindergeld hier großartig etwas ändert, bleibt fraglich, auch wenn die KfW-Bank für das letzte Quartal 2018 knapp 50.000 Baukindergeldanträge von Familien verzeichnet hat. Der Wunsch nach Eigentum ist zweifellos groß. Umfragen zeigen aber genauso, dass nicht einmal jeder Zweite daran glaubt, sich diesen Wunsch jemals erfüllen zu können. Und auf der anderen Seite ist das Wohnen zur Miete hierzulande außerdem wesentlich angenehmer als im Rest Europas – trotz angespanntem Mietmarkt besonders in den Ballungszentren. Mietobjekte sind meist relativ jung und in einem überwiegend guten bis sehr guten Zustand. Dazu kommt der hohe deutsche Kündigungsschutz für Mieter, so können es viele dann doch leichter akzeptieren, Mieter zu bleiben.

Zusammengefasst: Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die die konstant niedrige deutsche Eigentumsquote erklären. Sie deuten außerdem an, was Statistiken bereits Jahr für Jahr zeigen. Großartige Veränderungen dieser Quote sind auch mittel- und langfristig kaum zu erwarten und es kommt wohl höchstens zu marginalen Zuwächsen bei den Eigentümerzahlen.