Die meisten Kreditnehmer können ihr Immobiliendarlehen nicht vollständig bis zum Ablauf der Zinsbindung tilgen, da es sich in aller Regel um sehr hohe Summen handelt, die eine langjährige Laufzeit des Darlehens bedeuten. Am Ende der Zinsbindung muss sich der Darlehensnehmer deswegen um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Doch dabei können große Fehler gemacht werden.

 

Fehler Nummer 1: kurze Zinsbindung

Der erste Fehler besteht in der Wahl einer zu kurzen Zinsbindung. Die Freude über günstige Hypothekenzinsen währt dann nämlich nicht lange. Sobald die Zinsbindung abläuft, wird eine teure Anschlussfinanzierung nötig. Besser ist es daher, sich für eine Baufinanzierung mit langer Zinsbindung zu entscheiden. Das sichert gegen einen Zinsanstieg ab und schiebt das Anschlussdarlehen um einige Jahre nach hinten.

Fehler Nummer 2: späte Orientierung

Der zweite Fehler besteht in der oft viel zu späten Beschäftigung mit der Thematik des Anschlussdarlehens. Viele Kreditnehmer sind froh, wenn sie die erste Finanzierung in trockenen Tüchern haben. Danach möchten sie sich nicht mehr unbedingt weiter mit dem Thema beschäftigen. Diese Nachlässigkeit kann jedoch zu fatalen Ergebnissen führen. Denn wer eine günstige Folgefinanzierung braucht, sollte sich so früh wie möglich nach einer solchen umschauen. Denn wenn etwa die Hypothekenzinsen nach Abschluss des ersten Kredits gefallen sind, sollte man versuchen, von dieser Zinsentwicklung zu profitieren und rechtzeitig die Konditionen für die nächste Finanzierung sichern. Durch ein Forward-Darlehen kann der Zinssatz für einen Umschuldungskredit schon Jahre vor dem Umschuldungstermin sichergestellt werden. Genauso ist es auch bei steigenden Zinsen. Wer sich vor einem erneuten Zinsanstieg schützen will, kann sich ebenfalls gut mit einem Forward-Darlehen behelfen.

Fehler Nummer 3: Tilgungssatz nicht anpassen

Bei der Finanzierungsgestaltung machen viele Kreditnehmer den Fehler, den Tilgungssatz nicht anzupassen. Die Restschuld verkleinert sich im Laufe der Zeit, somit reduziert sich bei gleichbleibendem Tilgungssatz die monatliche Kreditrate. Das hat natürlich den Vorteil eines größeren finanziellen Spielraums. Dennoch ist von dieser Vorgehensweise abzuraten. Besser ist, die anfängliche Ratenhöhe beizubehalten, um schneller schuldenfrei zu sein. Auf diese Weise kann die Immobilie noch vor dem Rentenalter abbezahlt sein.

Fehler Nummer 4: Wechsel des Kreditgebers

Viele Menschen setzen die Finanzierung bei einem anderen Kreditgeber fort. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Aber wenn der Wechsel durch einen Zinsvorteil begründet ist, sollte genau kalkuliert werden. Der vermeintlich günstige Wechsel kann sonst sehr teuer werden. Ein Zinsvorteil kann sich nämlich durch Abtretung der Grundpfandrechte massiv schmälern. Die Kosten für diese Abtretung sollten nicht unterschätzt werden. Vor allem bei einem kleinen Restschuldbetrag werden die Zinsvorteile dadurch oft wieder aufgehoben. Zum Glück ist der Anteil der Wechselwilligen immer noch relativ gering. Die meisten Kreditnehmer entscheiden sich für eine Prolongation. Das bedeutet die weitere Finanzierung bei dem bisherigen Kreditgeber.

Nehmen Sie am besten vor einer Baufinanzierung die Möglichkeit einer persönlichen Beratung wahr, um sich vor Fehlern zu schützen.