Längst erhält der Immobilienboom auch in Deutschland Einzug. Niedrige Zinsen für Immobilienkredite machen die Umschuldung und den Abschluss von Anschlussdarlehen zu einer ausgesprochen lohnenswerten Strategie für Hausbesitzer. Im Regelfall hat ein Immobilienkredit eine Dauer zwischen 10 und 15 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums bindet der Vertrag den Kreditnehmer an den vertraglich vereinbarten Zinssatz. Im Idealfall kann der Hausbesitzer nach Ende der Zinsbindung die Restschuld in einer Summe tilgen. Gelingt ihm dies nicht, steht er vor der schwierigen Frage, wie er die Umschuldung oder Anschlussfinanzierung gestalten soll. Es lohnt, sich rechtzeitig zu informieren: Schließlich erstellen Banken ihren Kunden nicht automatisch ein günstiges Angebot zur Anschlussfinanzierung.

Die Möglichkeit deutlicher finanzieller Ersparnisse

Die Verantwortung für eine Anschlussfinanzierung liegt für gewöhnlich beim Kreditnehmer. Denn die Bank ist rein rechtlich nicht dazu verpflichtet, eine Anschlussfinanzierung anzubieten - vor allem dann nicht, wenn sich die Bonität des Schuldners während der Kreditlaufzeit verschlechtert hat. Die Fortführung der Anschlussfinanzierung ohne erneute Bonitätsprüfung bezeichnet man demgegenüber als Prolongation. Doch ob finanziell liquide oder nicht: Für Kreditnehmer lohnt sich in jedem Fall das Einholen mehrerer Vergleichsangebote zur Verschaffung eines möglichst genauen Überblicks über die Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung. Der Lohn für die Mühe ist dann in der Regel eine deutliche finanzielle Ersparnis.

Die Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung

Erreicht die Zinsbindung einer Immobilienfinanzierung ihr Ende, wird es Zeit für eine Anschlussfinanzierung. Dabei steht Kreditnehmern eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Eine von ihnen ist die Fortführung der Finanzierung beim bisherigen Anbieter. Darüber hinaus in Betracht zu ziehen, ist die Umschuldung und Vereinbarung der Anschlussfinanzierung mit einer anderen Bank. Bei rechtzeitiger Vorbereitung ist die Beantragung eines Forward-Darlehens mit langfristig günstigen Zinsen ebenfalls eine Möglichkeit.

Von der Prolongation über die Umschuldung bis hin zum Forward-Darlehen

Die Prolongation ist die wohl bequemste Lösung unter den Varianten der Anschlussfinanzierung. Hierfür braucht es weder eine erneute Bonitätsprüfung noch eine kostenpflichtige Umschreibung des Grundbucheintrags. Auch die Gebührenfreiheit der Sondertilgungen ist ein wesentliches Argument für diese Form der Anschlussfinanzierung. Andererseits bieten Banken nicht jedem Hausbesitzer die Möglichkeit der Prolongation. Entscheiden Hausbesitzer sich demgegenüber für eine Umschuldung, erfolgt die geplante Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank als die auslaufende Finanzierung. Vorteilhaft ist dieses Vorgehen vor allem im Falle deutlich besserer Konditionen gegenüber der Hausbank. Einsparungen im vier- bis fünfstelligen Bereich sind dabei keine Seltenheit. Andererseits verursacht eine Umschuldung zu Anfang auch Notar- und Grundbuchkosten. Die letzte bekannte Möglichkeit der Anschlussfinanzierung ist das sogenannte Forward-Darlehen. Abgeschlossen werden kann es ab einer Restlaufzeit von mindestens 12 und weniger als 60 Monaten. Die Laufzeit des Darlehens beginnt dann nach Beendigung der Zinsbindung. Der große Vorteil: Kreditnehmer sichern sich die aktuellen Zinsen. Dies bietet gerade in Niedrigzinsphasen ein ausgesprochen großes Einsparpotential. Doch ganz gleich, für welche Art der Anschlussfinanzierung man sich als Kreditnehmer letztendlich entscheidet: In allen Fällen empfiehlt sich der möglichst frühzeitige Vergleich zahlreicher Angebote für die Anschlussfinanzierung. Idealerweise nehmen Kreditnehmer das Fachwissen und die Erfahrung eines persönlichen Beraters in Anspruch.

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