Was ist ein Eigen­ka­pi­tal­nachweis?

Ein eigenes Haus im Grünen oder eine Eigentumswohnung in der Stadt ist für viele Menschen immer noch ein sehnlicher Wunsch, den sie sich mit Hilfe einer Immobilienfinanzierung verwirklichen möchten. Dabei ist zu beobachten, dass angehende Immobilienkäufer und Bauherren gerne Eigenkapital in die Finanzierung einbringen möchten.

Dies ist auch verständlich, denn die Konditionen für die Finanzierung werden umso günstiger ausfallen, je höher der Einsatz an eigenen Mitteln ist. In manchen Fällen geht es auch gar nicht anders - wenn beispielsweise das monatliche Einkommen vergleichsweise knapp ausfällt. Banken sehen es sehr gerne, wenn Käufer oder Bauherren auf Ersparnisse zurückgreifen und mit dem Gedanken spielen, dieses Kapital in die Immobilie zu investieren. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass die Banken als Finanzierungsanbieter - noch vor der Auszahlung des Darlehens für die Immobilie - wissen möchten, ob Eigenkapital vorhanden ist und ob es für die Finanzierung auch wirklich zur Verfügung gestellt wird. Aus diesem Grund wird keine Finanzierungsanfrage ohne entsprechende Nachweise genehmigt werden.

Eigenkapitalnachweis: Die richtige Vorgehensweise

Um vorhandenes Eigenkapital nachzuweisen, ist es empfehlenswert, dies mit Hilfe von Depot- oder Kontoauszügen zu tun. Von den meisten Geldinstituten werden auch Ausdrucke digitaler Depot- und Kontoauszüge anstandslos anerkannt. Sollte das Eigenkapital also in Form von Bargeld vorliegen, ist es daher sinnvoll, das Bargeld auf ein Konto einzuzahlen und sich anschließend diese Einzahlung durch die Bank bestätigen zu lassen.

Muss ich mein gesamtes Eigenkapital einsetzen?

Immer wieder kursiert das Gerücht, dass angehende Käufer oder Bauherren ihre vollständigen Ersparnisse in die Finanzierung investieren müssten - denn Banken würden darauf bestehen. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit; niemand wird dazu verpflichtet, sein vollständiges Eigenkapital in die Finanzierung einzubringen. Banken empfinden es sogar als sinnvolle Strategie, wenn ein Teil der Ersparnisse als Notgroschen für schlechte Zeiten oder unerwartete Ausgaben zurückbehalten wird. In diesem Fall ist der angehende Immobilienbesitzer dann gut gerüstet für unvorhersehbare Ausgaben, die jedoch notwendig sind.

Wie man es NICHT machen sollte

Auch, wenn es darum geht, einen Eigenkapitalnachweis zu erbringen, ist der Erfindungsreichtum einiger Menschen offensichtlich grenzenlos. So kommen manche Personen auf sehr skurrile Ideen, um einen solchen Nachweis erbringen zu können - mitunter sehr zur Verwirrung der Banken.

Geldscheine scannen, kopieren oder fotografieren

Auch wenn es kaum zu glauben ist, kommt es dennoch vor, dass Interessenten Fotos von (angeblich) vorhandenem Bargeld schießen. Andere legen Geldscheine hingegen in den Scanner oder Kopierer. Dieses Vorgehen ist jedoch gleich in zweierlei Hinsicht wenig empfehlenswert. Einerseits werden Banken solche Eigenkapitalnachweise nicht akzeptieren und zum anderen ist es verboten, Bargeld zu kopieren oder zu scannen.

Versichertes Bankschließfach

Manche Personen reichen bei der Bank einen Nachweis über die Existenz eines versicherten Bankschließfaches ein. Mit einem solchen Dokument lässt sich zwar belegen, dass ein Bankschließfach vorhanden ist und in welcher Höhe der Versicherungsschutz ausfällt; Aufschluss über den Inhalt des Schließfaches gibt ein solcher Nachweis hingegen nicht.

Wie Sie sehen: Diesen Beispielen ist gemeinsam, dass die Bank nicht mit Gewissheit nachvollziehen kann, ob das angegebene Eigenkapital tatsächlich existiert oder eben nicht. Aussagekräftige Belege lassen sich weder mit Schließfachdokumenten noch Fotos nachweisen. Die Fotos könnten schließlich ebenso gut aus dem Internet kopiert sein und das Schließfach wertlose Dinge enthalten. Banken werden solche Nachweise über Eigenkapital daher nicht akzeptieren.