Viele junge Menschen haben den Traum einer eigenen Immobilie. Sie verbinden damit Freiheit und Unabhängigkeit. Allerdings ist die Realisierung des Wunsches nach einer eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus nicht einfach.

Junge Leute haben noch nicht viel Kapital angespart und können die Immobilie dementsprechend nicht aus Eigenmitteln finanzieren. Daher sind sie auf hohe Immobilienkredite angewiesen. Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen verlangen jedoch hohe Eigenkapitalquoten, wenn Kunden ein Objekt finanzieren möchten. Manche Banken fordern, dass Darlehensnehmer bis zu 25 % der Gesamtkosten der Immobilie als Eigenkapital mit in die Finanzierung einfließen lassen. Für junge Menschen ist das nur in sehr seltenen Fällen möglich.

Eigenkapital ist bei einer Baufinanzierung Gold wert
Wenn Sie eine Immobilie finanzieren möchten, dann ist es wichtig, dass Sie Eigenkapital mitbringen. Das hat verschiedene Gründe. Auf der einen Seite zeigen Sie der Bank damit, dass Sie Geld ansparen können. Dieser Aspekt wirkt sich positiv auf Ihre Kreditwürdigkeit aus, weil Sie regelmäßig einen Teil Ihres Einkommens zur Seite legen. Auf der anderen Seite ist Eigenkapital wichtig, weil Sie dadurch die Höhe des benötigten Darlehens reduzieren können. Möchten Sie ein Haus für 300.000 EUR kaufen und Sie bringen bereits 30.000 EUR Eigenkapital mit, müssen Sie letztlich nur noch 270.000 EUR finanzieren. Sie sparen also sehr viel Geld, weil Sie auch nur für 270.000 EUR Zinsen zahlen müssen. Zu beachten ist, dass beim Kauf oder Bau einer Immobilie Kosten für die Eintragung ins Grundbuch, den Notar und die Grunderwerbssteuer anfallen. Diese Kosten erhöhen den Kaufpreis bzw. die Bausumme. Banken und andere Finanzdienstleister werden die finanzierte Immobilie fast immer durch eine Grundschuld besichern. Wenn Sie viel Eigenkapital mitbringen, ist das Objekt voll besichert und die Bank hat weniger Risiken. Dieser Aspekt wirkt sich positiv auf den Zinssatz aus.

Das Problem der Menschen, die in jungen Jahren eine Immobilie finanzieren möchten, ist allerdings, dass sie über kein bzw. nur wenig Eigenkapital verfügen. Daher ist es wichtig, möglichst früh mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Nutzen Sie einen Bausparvertrag und kombinieren Sie diesen mit der Riesterförderung. Wenn Sie schon mit 16 Jahren mit der Besparung beginnen, können Sie bereits mit Mitte 20 auf einen ansehnlichen Kapitalstock zurückgreifen.

Die Baufinanzierung genau kalkulieren und Förderungen in Anspruch nehmen
Wenn Sie über wenig Eigenkapital verfügen und trotzdem eine Immobilie finanzieren möchten, sollten Sie sehr genau kalkulieren. Rechnen Sie detailliert aus, wie hoch die Finanzierungssumme ist, die Sie sich leisten können. Als Grundlage sollte dabei die bisherige Nettokaltmiete dienen, die Sie zahlen. Eine Immobilie sollte über eine Laufzeit von 25 bis 30 Jahren finanziert werden. Haben Sie die Summe ermittelt, die Sie sich leisten können, sollten Sie einen Puffer hinzurechnen. Gemeinsam mit einem persönlichen Ansprechpartner einer Baufinanzierungsberatung prüfen Sie Ihre finanzielle Situation und definieren kurz- und langfristige Ziele. Bei der Aufnahme von Immobilienkrediten ist es ratsam, möglichst alle Förderungen in Anspruch zu nehmen. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt es zahlreiche Förderkredite. Sie bekommen günstigere Zinssätze, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Auch über die Bausparkasse können Sie zinsgünstige und geförderte Darlehen bekommen. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, um viel Geld zu sparen. Der Zinssatz ist der Preis Ihres Immobilienkredites. Ist der Zinssatz niedrig, werden Sie über viele Jahre einen vierstelligen Zinsbetrag sparen.