Trotz eines leichten Anstiegs zu Jahresbeginn sind Bauzinsen nach wie vor vergleichsweise günstig. Ein eigenes Zuhause zu erwerben statt Miete zu zahlen, bleibt daher für viele Menschen eine attraktive Option. Doch langfristig könnte sich das Niedrigzinsniveau ändern.

Merklicher Anstieg bei den Bauzinsen in etwa einem halben Jahr

Wie eine aktuelle Umfrage unter zehn Kreditinstituten in Deutschland zeigt, werden die Bauzinsen auch in den nächsten Monaten auf einem eher gleichbleibenden Niveau verharren. Die befragten Experten rechnen aber mittel- bis langfristig mit moderat steigenden Zinsen für die Immobilienfinanzierung.

Derzeit ist der Bauzins nach einem leichten Anstieg im Februar sogar wieder etwas gesunken. Die rückläufigen Zinsen hängen nach Experteneinschätzung mit wirtschaftlichen Unsicherheiten, insbesondere mit der Diskussion rund um Strafzölle in den USA zusammen. Derartige Unabwägbarkeiten erhöhen die Nachfrage nach sicheren Bundesanleihen und führen dazu, dass die Renditen sinken. Da sich der Bauzins an diesen Renditen orientiert, ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen.

Wer einen Immobilienkredit mit einer zehnjährigen Zinsbindung aufnimmt, muss nun mit einem Zinsniveau von etwa 1,5 Prozent rechnen. Damit liegt der Zinssatz im historischen Vergleich nach wie vor in einem sehr günstigen Bereich. Kurzfristig erwarten die Experten, dass die Zinsentwicklung auf diesem niedrigen Niveau verharrt. Doch wenn sich die Verunsicherung der Verbraucher und Unternehmen durch die Verhängung von Strafzöllen von Seiten der USA erst wieder gelegt hat, dürfte sich im Euroraum die Aufwärtsbewegung bei den Zinsen fortsetzen.

In einem halben Jahr kann die Situation daher schon wieder ganz anders aussehen, denn langfristig rechnen fast alle Wirtschaftsexperten mit einer Bauzinsen-Erhöhung. Zudem wird erwartet, dass die Europäische Leitbank im kommenden Jahr den Leitzins erhöhen wird. Schon zur Jahresmitte 2019 könnte die erste Leitzinsanhebung stattfinden, was auf Jahressicht die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen in Richtung der 1,25-Prozent-Marke steigen lassen könnte. Das wiederum wird sich vermutlich auch in der Zinsentwicklung für längerfristige Hypothekendarlehen widerspiegeln.

Fazit:

Man kann mit einiger Gewissheit davon ausgehen, dass die Baufinanzierung nicht mehr allzu lange so günstig bleiben wird wie in den vergangenen Jahren. Die Zinswende ist in Deutschland zwar noch keine Realität, doch die Hinweise, dass es bald so weit sein könnte, mehren sich. Wer jetzt noch langfristig günstig finanzieren möchte, sollte dieses Vorhaben daher nicht auf die lange Bank schieben. Zumal bei der Baufinanzierung auch kleine Differenzen große Effekte nach sich ziehen: So kann etwa je nach Kreditsumme schon ein Zinsplus von 0,2 Prozent in Summe mehrere Zehntausend Euro ausmachen.

Dennoch sollte man gerade jetzt nicht vorschnell handeln und sich unbedingt fundiert und persönlich in Sachen Baufinanzierung beraten lassen. Um eine gelungene Finanzierung zu realisieren und als langfristig tragbar zu gestalten, muss nicht nur das Zinsniveau passen, sondern auch die individuellen Rahmenbedingungen. Diese sollten gründlich und vor allem fachkundig ausgelotet werden.