Die Baufinanzierung für Menschen mit Behinderung wird staatlich durch die KfW und Länderprogramme sowie durch die Versicherungsträger gefördert. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt Zuschüsse und sehr zinsgünstige Kredite, deren Konditionen halbjährlich – im Frühjahr und Herbst – angepasst werden.

Die hier vorgestellten Informationen stammen aus dem Monat September 2016. Eine Baufinanzierung für Behinderte hat den behindertengerechten, also barrierefreien Umbau eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung zum Ziel.

Worauf kommt es bei der Baufinanzierung für Menschen mit Behinderung an?
Zunächst einmal handelt es sich um eine übliche Baufinanzierung, die Bauherren nehmen also einen Kredit auf. Wesentlich ist der Zuschuss der KfW und ihr verbilligter Zins, der dementsprechend zur Förderung von barrierefreiem Wohnen gestaltet wird. Diese Programme lassen sich mit anderen KfW-Programmen wie beispielsweise “Energieeffizient Sanieren” koppeln. Die Barrierefreiheit ist für körperbehinderte Menschen entscheidend, daher werden die entsprechenden Umbauten komplett gefördert. Auch für Neubauten wird die Förderung gewährt. In der Regel geht es darum, bestimmte Komponenten wie einen Rollstuhlfahrer-Lift von vornherein zu integrieren, was beim Neubau die günstigste Lösung wäre. Außerdem gehören zum barrierefreien Wohnen Übergänge zwischen den Räumen ohne Schwellen, die Rampe zur Eingangstür und das Bad mit Haltegriffen, in welchem die Armaturen gut erreichbar sind. Die KfW-Förderung hierfür beträgt 50.000 Euro pro Wohneinheit per zinsgünstigem Kredit plus Zuschüsse.

Kassenleistungen bei einer Baufinanzierung für Menschen mit Behinderung
Die Krankenkasse und die Pflegeversicherung unterstützen beim Erreichen einer Pflegestufe die Baufinanzierung für Menschen mit Behinderung. Eine Pflegestufe haben Behinderte praktisch immer. Die Förderung der Kassen bezieht sich auf Einzelmaßnahmen. Die Pflegestufe bestimmt die Höhe der Förderung, sodass die Art und der Grad der Behinderung entscheidend für die zugesagten Mittel sind. Diese Förderungen sind in der Regel direkte Zuschüsse beispielsweise für einen Treppenlift oder ähnliche Maßnahmen. Sie erreichen allerdings nicht den Umfang der KfW-Förderung. Etwas mehr kommt von Spezialprogrammen der Länder und einiger Kommunen, hier lassen sich Größenordnungen in niedriger fünfstelliger Höhe feststellen. Alle Förderungen bei einer Baufinanzierung für Behinderte dürfen miteinander gekoppelt werden.

Baufinanzierung für Menschen mit Behinderung: die KfW-Programme
Das Kfw-Programm Nr. 455 ist ein Zuschussprogramm unter dem Titel “Altersgerecht Umbauen”, das auch Menschen mit Behinderung für ihre Baufinanzierung nutzen können. Die Ziele sind mehr Wohnkomfort, Barrierefreiheit und erhöhter Einbruchschutz. Der Zuschuss beträgt bis 6.250 Euro pro Wohneinheit bei kombinierten Maßnahmen. Diese Mittel sind – bis auf diejenigen für Einbruchschutz – für 2016 allerdings aufgebraucht, doch das Programm wird alljährlich neu aufgelegt. Wer 2017 oder später bauen möchte, sollte den Antrag rechtzeitig stellen. Das KfW-Programm Nr. 159 ist ein Kredit mit einem aktuellen Zinssatz von 0,75 %, der bis 50.000 Euro pro Wohneinheit für den barrierefreien Um- oder Neubau gewährt wird (altersunabhängig). Bei der KfW wird der Kredit alternativ zum Zuschussprogramm Nr. 455 erwähnt. Das Geld kann auch für Maßnahmen zum Einbruchschutz verwendet werden. Einzelne Maßnahmen wären zum Beispiel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Einbruchhemmung für Türen mindestens nach DIN EN 1627
  • Nachrüstsysteme für Fenstersicherungen, Gitter, Rollläden
  • Kamerasysteme und Panikschalter
  • barrierefreie Wege, Rampen und Schwellen
  • behindertengerechte Kfz-Stellplätze inklusive Überdachung
  • Schaffung größerer Bewegungsflächen
  • Treppenlifte
  • Wetterschutzmaßnahmen
  • Umgestaltung der Raumaufteilung
  • Badumbau