Bei der Baufinanzierung haben Alleinerziehende oftmals einen schweren Stand, denn wie bei anderen Kreditanträgen möchten die Geldhäuser weder Eltern- oder Kindergeld noch Unterhaltszahlungen des Ex-Partners in die Berechnungsgrundlage inkludieren.

Der Traum vom eigenen Haus oder der Eigentumswohnung scheitert für sie oftmals an dem zu geringen Einkommen. Bei Kreditsummen von 150.000 Euro bis 250.000 Euro verweigerten die Banken meist die Zustimmung zur Immobilienfinanzierung, da sie die monatlichen Belastungen als zu hoch einschätzten. Bei Zinssätzen von fünf bis sechs Prozent sind die Bedenken durchaus nachvollziehbar, denn für ein Annuitätendarlehen über 150.000 Euro und einem Sollzins von 5,5 Prozent belaufen sich die Monatsraten auf mindestens 815 Euro. Sollten Sie jedoch eine Baufinanzierung über 250.000 Euro benötigen, steigen die Ausgaben für die Eigenheimfinanzierung auf 1.350 Euro monatlich. Die Kosten für Grundsteuern, Müll, Wasser, Heizung und Strom sind hierbei aber nicht inbegriffen und müssen noch hinzuaddiert werden. Wenn Sie jedoch bei der Finanzierung auf einige Dinge achten, können Sie sich trotz geringem Einkommen den Wunsch von den eigenen vier Wänden erfüllen.

Niedrige Zinsen nutzen
Waren Bauzinsen von sechs Prozent vor einigen Jahren noch üblich, sind diese bis heute stetig gefallen. Dieser Umstand verbessert natürlich die Gesamtsituation, da sich die Kredithäuser nun eher in der Lage sehen, einer belastbaren Baufinanzierung zuzustimmen. Obwohl die Zinssätze für die Finanzierung eines Eigenheimes zurzeit außerordentlich niedrig sind, kann sich diese Sachlage jederzeit ändern. Um das Risiko der steigenden Zinsen zu minimieren, ist es sinnvoll, wenn Sie sich für eine langfristige Zinsbindung entscheiden. Dabei sollten Sie bedenken, dass die Sollzinssätze mit langer Laufzeit immer höher sind als die mit kurzer Zinsbindung. Im Gegenzug erhalten Sie dafür aber eine Planungssicherheit auf lange Sicht, da kein Zinsanstieg Ihren Baukredit gefährden kann.

Zuschüsse zum Eigenheim für Alleinerziehende
Mit den Förderprogrammen im Bereich „Bauen, Wohnen, Energie sparen“ vergibt die KfW Zuschüsse an private Bauherren für den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie sowie zinsgünstige Kredite. Darüber hinaus können Sie sich auch bei den Wirtschaftsministerien der einzelnen Bundesländer erkundigen, die für die Thematik Wohnen und Bauen sowie deren Förderung zuständig sind. Die Vergabe der Fördermittel wird oftmals über das jeweilige Landesförderinstitut abgewickelt, zum Beispiel durch die Landestreuhandstelle oder Landesbank. Diese bieten unter anderem Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen für den Erwerb einer neuen oder gebrauchten Immobilie an Personen mit geringem Einkommen und Kindern. Weiterhin unterstützen zahlreiche Kommunen den Traum von den eigenen vier Wänden, indem sie beispielsweise günstige Grundstücke anbieten.

Diesen Punkten sollten Alleinerziehende bei der Baufinanzierung besondere Beachtung schenken:

  • Einplanen einer Finanzreserve: Für anfallende Reparaturen sollten Sie Geld zurücklegen. Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos bietet sich in diesem Zusammenhang an. Alternativ können Sie auch einen Bausparvertrag mit geringen Darlehenszinsen und kleinen Monatsraten abschließen. So legen Sie nicht nur ein finanzielles Polster an, sondern sichern sich ebenso bei einigen Anbietern preiswerte Instandhaltungskredite.
  • Anfangstilgung von drei Prozent: Wenn Sie bei Ihrer Immobilienfinanzierung eine Tilgungsrate von nur einem Prozent wählen, benötigen Sie derzeit mehr als 50 Jahre, bis Sie Ihr Baudarlehen vollständig abgezahlt haben. Deshalb sollten Sie eine Anfangstilgung von mindestens drei Prozent vereinbaren, dann haben Sie die Finanzierung nach spätestens 25 Jahren abgeschlossen und sind somit schuldenfrei.