Makler­kosten 2021: Der große Überblick

Viel ist in der Immobilienbranche darüber diskutiert worden. Doch seit Ende 2020 gilt das Bestellerprinzip für private Immobiliengeschäfte. Konkret ändert sich, dass die Partei, die den Makler beauftragt, mindestens auch die Hälfte der Kosten übernehmen muss. Das und alles weitere, was man über Maklerkosten in 2021 wissen sollte, haben wir im folgenden Artikel zusammengestellt.

Makler sind eine wichtige Komponente des Immobilienmarkts. Mit ihrem großen Netzwerk bringen Sie Käufer und Verkäufer zusammen. Sie kümmern sich um die unvermeidlichen bürokratischen Nebengeräusche eines Immobilienverkaufs und bringen hochwertige Kontakte zu Fachleuten aus allen Gewerken mit. Bisher war es in vielen Fällen üblich, dass die Käufer die Maklerkosten, auch Courtage genannt, übernehmen. Seit dem 23.12.2020 gilt ein anderes, nämlich das sogenannte Bestellerprinzip: Denn 2019 beschloss die Große Koalition aus CDU und SPD, dass die Person, die den Makler bestellt, maximal 50% der Kosten an die andere Vertragspartei weitergeben darf. 
 

Wie hoch darf die Maklerprovision sein? 

Makler verdienen in der Regel prozentual an dem von ihnen erzielten Kaufpreis mit, auch wenn es hier und da Ausnahmen gibt. Das bedeutet: Je höher der Preis des Objekts, umso höher die Maklerprovision. Üblicherweise liegt diese zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des erzielten Preises, doch dazu später mehr. Festzuhalten bleibt: Die Höhe der Provision wird letztlich nur durch die Höhe des erzielten Kaufpreises begrenzt. 
 

Wann muss die Maklerprovision gezahlt werden? 

Die Maklerprovision wird üblicherweise fällig, wenn der Vertrag für das zum Verkauf stehende Objekt auf Initiative eines Maklers geschlossen und notariell beurkundet wird. Also im Erfolgsfalle, wie es in Anzeigen häufig heißt. Natürlich muss der Makler nachweisen können, dass das Geschäft auf seine Vermittlung hin zustande gekommen ist. Wichtig: Geht man von einer Teilung des Provisionsbetrages aus, zahlt die Partei zuerst, die den Makler beauftragt hat. 
 

Weitere Änderungen für die Zusammenarbeit mit Maklern in 2021 

Im Zuge der Reform der Regelungen für Immobiliengeschäfte setzte die Große Koalition zwei weitere wichtige Punkte fest. Zum einen bedürfen alle Maklerverträge in Zukunft der Textform, um rechtswirksam sein zu können; zum anderen dürfen Makler, wenn sie beide Parteien vertreten, von beiden nur Provision in gleicher Höhe fordern. 
 

Maklerprovision nach Bundesländern 2021 

Generell galt die von der Großen Koalition beschlossene Regelung zur Aufteilung der Kosten für die Maklerprovision zwischen den beiden Parteien bisher schon in einigen Bundesländern. Mit der Novelle ziehen nun auch die verbliebenen Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern nach. Zwar gibt es, wie bereits beschrieben, keine gesetzliche Vorgabe für die Höhe der Maklerprovision, jedoch orientieren sich die meisten Makler an den in dem jeweiligen Bundesland üblichen prozentualen Beteiligungen. 

Bundesland  

Übliche Maklerprovision 

Baden-Württemberg  

7,14 %  

Bayern  

7,14 %  

Berlin  

7,14 %  

Brandenburg  

7,14 %  

Bremen  

5,95 %  

Hamburg  

6,25 %  

Hessen  

5,95 %  

Mecklenburg-Vorpommern  

5,95 %  

Niedersachsen  

7,14 %  

Nordrhein-Westfalen  

7,14 %  

Rheinland-Pfalz  

7,14 %  

Saarland  

7,14 %  

Sachsen  

7,14 %  

Sachsen-Anhalt  

7,14 %  

Schleswig-Holstein  

7,14 %  

Thüringen  

7,14 %  
 

Warum wurde die Regelung zu den Maklerkosten überarbeitet? 

Die SPD hat in der Großen Koalition seit Langem darauf gedrängt, die Kosten für den Makler zu 100% von dem jeweiligen Besteller tragen zu lassen – in der Regel dem Verkäufer. Kritiker aus der CDU bemängelten jedoch, dass auch Käuferparteien von der Arbeit eines Maklers profitieren. Deshalb einigten sich die beiden Parteien 2019 im Koalitionsausschuss auf die vorgestellte Kompromisslösung. Zu einer Deckelung der Maklerprovision, wie sie beispielsweise die Grünen forderten, wird es mit der Großen Koalition dagegen nicht kommen. Führende Experten und Immobilienverbände begrüßten den Kompromiss. 

 

YouTube-Tipp zu diesem Thema:  

 Aufgaben, Provision & Vorteile vom Makler | Baufinanzierung leicht gemacht : Warum es Sinn macht, einen Makler zu beauftragen 

 

 

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