Immobi­li­en­p­reise steigen bis 2030

Auch in den nächsten zehn Jahren werden sich Immobilien in vielen Teilen Deutschlands deutlich verteuern. Dem anhaltenden Trend konnte bisher selbst die Corona-Pandemie nichts anhaben. Das Vertrauen in Boden und Immobilien ist ungebrochen – Betongold wird sehr wahrscheinlich auch weiterhin seinem Namen gerecht. Hier erfahren Sie mehr zu den Hintergründen.

Laut einer Analyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) steigen die Preise für Immobilien auch in den kommenden Jahren vielerorts weiter an. „In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Wohnungsbesitzer damit rechnen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt“, heißt es in einer Mitteilung der Postbank, die die Studie in Auftrag gegeben hatte. 

Am stärksten würden die Preise rund um München anziehen. Auch im Landkreis Cloppenburg sowie in den Städten Heilbronn, Potsdam, Leipzig, Freiburg im Breisgau, Münster, Dresden, Ingolstadt und Mainz sind jährliche Steigerungsraten von bis zu zwei Prozent zu erwarten. Lediglich in einigen ländlichen Regionen im Osten stehen die Preise still oder gehen sogar zurück. 

Die Alternativen fehlen

Die Zinsen sind weiterhin im Keller, Gold ist teuer, und so mancher ist nach dem Wirecard-Skandal vielleicht auch beim Aktienkauf zurückhaltender geworden. Immobilien wecken hingegen nach wie vor Anlegervertrauen – gewohnt wird schließlich immer. Die Renditeentwicklungen sind seit Jahren konkurrenzlos und die Nachfrage liegt in vielen Gegenden höher als das Angebot. Das gilt ebenfalls für Grundstücke – auch hier rüttelt Corona nicht an den Preisen.

Es gibt auch mahnende Stimmen

„Wer denkt, Corona hätte keinen Einfluss auf Immobilienpreise, der hat zu kurz gedacht", sagt Andreas Teuber, Vorsitzender des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse in Deutschland (AK OGA). Erstens sei vieles davon abhängig, wie die Pandemie weiter verlaufe; zweitens wisse noch niemand, wie die Gesellschaft nach der Pandemie mit dem Thema Homeoffice umgehe. Davon hänge direkt ab, wie viele Bürogebäude noch gebraucht würden; drittens sei so manches Eigenheim derzeit nur deshalb noch nicht unter dem Hammer, weil Banken Kreditraten stundeten und Zwangsversteigerungen erst nach sechs Monaten anberaumt würden. Sollten die Pandemie eine Pleitewelle und massenhafte Arbeitslosigkeit zur Folge haben, könnten sich Angebot und Nachfrage einander annähern und Preise fallen.

Preissteigerungen nehmen weiter an Fahrt auf

Bisher zeigt sich der Immobilienmarkt allerdings nahezu unbeeindruckt von der Corona-Pandemie. Im zweiten Quartal – also in den ersten drei Monaten, nachdem Corona zu Schul- und Ladenschließungen, zu Homeoffice und Kurzarbeit zwang – stiegen die Preise von privat genutzten Wohnimmobilien gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,8 %. Im dritten Quartal verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser sogar durchschnittlich um 8,6 %. „Wir sind bei der Nachfrage nach Wohnungen auf dem Stand vor Corona“, sagt Christian Balletshofer, Geschäftsführer Ressort Immobilien bei der Bayerischen Hausbau. Das Interesse sei sogar gestiegen, „das halbe Zimmer mehr zu kaufen“. Zweieinhalb statt zwei, dreieinhalb statt drei Zimmer, um in Zukunft das Homeoffice nicht mehr am Küchentisch einrichten zu müssen.

 

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