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Immobi­li­en­markt Brandenburg: Mit Tesla auf die Überholspur?

„Lottogewinn“, „Paukenschlag“ – wo Elon Musk, US-Unternehmer und Inhaber der Elektrofahrzeugmarke Tesla auftaucht, hagelt es Superlative. Erst recht, wenn Musk im bisher eher beschaulichen Brandenburger Osten eine seiner „Gigafabriken“ baut. Das Projekt ist nicht unumstritten, doch für den Standort, so scheint es, die Initialzündung zu neuem Wachstum.

 

Nicht alle trauen dem elektronischen Wirtschaftswunder: Wie das Handelsblatt schreibt, stellen sich manche in Grünheide auch die Frage, ob die bestehende Infrastruktur ausreichend auf den Ansturm neuer Arbeitnehmer vorbereitet ist. Musk plant mit bis zu 12.000 Arbeitskräften, die schließlich auch nah an ihrem Arbeitsplatz wohnen sollen. Experten vor Ort glauben, dass Grünheide mit dem tausendfachem Zuzug nicht alleine klar kommen wird und jetzt gegengesteuert werden muss. Doch die durch die Ansiedlung der Fabrik entstandene Dynamik ist atemberaubend und überfordert die deutschen Behörden mit ihren jahrelangen Planungszeiträumen. Zwar sollen durch private Investoren ab 2022 mehrere tausend Wohnungen entstehen, doch insgesamt gibt es in der Region immer noch zu wenig bebauungsfähige Grundstücke. Auch, weil der Osten Berlins bisher weniger im Fokus von Immobilieninvestoren stand.

Manch einer glaubt, dass deshalb andere Städte wie Frankfurt/Oder oder Eisenhüttenstadt, die nur etwa eine Stunde Fahrzeit entfernt vom neuen Tesla-Standort liegen, profitieren könnten. Die dortigen kommunalen Bauunternehmen verfügen in diesen Städten teilweise über Leerstände im zweistelligen Prozentbereich. Leerstände, die mit Tesla-Mitarbeitern gesenkt werden könnten. Doch dazu muss auch dort das Problem der Infrastruktur gelöst werden. Und die muss sich nach der Struktur der von Tesla benötigten Arbeitnehmerschaft richten. Das Unternehmen hält sich hierzu noch bedeckt, sodass eine bedarfsgerechte Steuerung seitens des Landes Brandenburg ins Stocken geraten ist. Wenn Tesla pünktlich im Sommer 2021 mit der Produktion starten will, so sagen Eingeweihte, sollten diese Fragen schleunigst geklärt werden.

Sieht man jedoch über diese Startschwierigkeiten hinweg, ist der Einfluss des Projekts auf die Region kaum zu unterschätzen. Vor kurzem noch als verschlafener Teil des Berliner Speckgürtels gehandelt, ist die Aufbruchstimmung rund um Grünheide aktuell förmlich mit den Händen zu greifen. Und wer weiß: Vielleicht schreibt Elon Musk dort eine Erfolgsgeschichte wie einst Gottfried Daimler in Stuttgart? Die Immobilienbranche rund um Berlin ist jedenfalls in Goldgräberstimmung – und Tesla ihr Raketenantrieb für die Überholspur?

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