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Grund­stück­s­p­reise: Abreißen und neu bauen?

In den vergangenen Wochen haben wir bereits mehrfach darüber geschrieben: Aufgrund der Preiszuwächse in den Ballungsräumen drängt es die Menschen immer mehr vor die Tore der Großstädte. Doch auch dort wird günstiges Bauland zunehmend knapp und das Angebot an Bestandsimmobilien lässt zu wünschen übrig.

Doch welche Alternativen bieten sich gerade Familien mit erhöhtem Platzbedarf in diesen Fällen überhaupt, wenn man nicht noch weiter hinaus pendeln oder aber die teure Miete in der Großstadt nicht mehr tragen will? Ein wachsender Trend ist der Abriss alter Häuser, der auf den ersten Blick einige Vorteile zu bieten scheint. Zum einen kommt man so natürlich verhältnismäßig günstig an einen Bauplatz, zum anderen investiert man in eine gewachsene Umgebung mit all ihren Vorteilen gegenüber einem anonymen Neubaugebiet. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich ein Abriss mit nachfolgendem Neubau als nicht ganz so triviale Aufgabe.

Denn je nach Kommune gelten für den Abriss von Häusern unterschiedliche Regeln, die bei Nichtbeachtung empfindliche Strafen nach sich ziehen können. Zum einen sind die Kommunen darauf bedacht, die Wohnsiedlungen vor allzu radikalen Veränderungen zu bewahren, weshalb vor einem Abriss geprüft werden muss, ob die sogenannte Erhaltungssatzung in der jeweiligen Kommune auch für das entsprechende Grundstück gilt. Zum anderen sind Neubauten in gewachsenen Siedlungen oftmals an Vorgaben gebunden, um das Erscheinungsbild zu erhalten. Fragen wie diese können eine Planung schon im Vorfeld zunichtemachen, daher empfiehlt sich unbedingt eine Beratung durch erfahrene Bauplaner.

Die wissen auch, welche Kosten auf die Bauherren zukommen. Das ist wichtig, denn nur die wenigsten werden die Kosten für Abriss und Neubau aus dem Stand selbst tragen können. Weil die Angebote der Banken eher auf Neubauten abzielen, ist auch hier professionelle Hilfe unabdingbar. So kann es beispielsweise einen großen Unterschied bei den Gesamtkosten für das Projekt ausmachen, wenn der Abriss aus Sicht der finanzierenden Bank unter die Baunebenkosten fällt und somit von der Baufinanzierung abgedeckt werden kann. Auch die Bereitstellungszinsen sind ein Thema, das Laien gerne übersehen: Wenn die Baufinanzierung häppchenweise, also nach dem Fortschritt der einzelnen Baugewerke ausgezahlt wird, kann es durch diese Bereitstellungszinsen zu Mehrkosten kommen. Deshalb lohnt ein Vergleich der unterschiedlichen Angebote der Banken von außen, wenn man Geld sparen will. Und zuletzt sollten auch etwaige Förderungen des Staates bedacht werden. Für energieeffiziente Bauten zahlt die KfW zu Beispiel bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Das kann auch die Bewertung des Eigenkapitals beeinflussen, denn manche Förderleistungen werden von den Banken wie Eigenkapital behandelt – und können den gesamten Kredit so noch einmal vergünstigen.

Alles in allem also ist der Abriss eines Gebäudes mit darauffolgender Neubebauung durchaus eine interessante Alternative zu den hohen Grundstücks- und Immobilienpreisen. Wenn man die Beratung von Experten hinzuzieht und vor allem bei der Finanzierung auf einige Besonderheiten achtet, lässt sich dabei unter Umständen sogar sparen.

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