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Fünf Gründe, warum Bauen immer teurer wird.

Es scheint eine unumstößliche Tatsache zu sein: Bauen wird immer teurer. Doch was treibt die Preise eigentlich? Einige Gründe sind offensichtlich, andere wiederum skurril – oder hätten Sie gedacht, dass Sie dem Erdaushub für Ihren Keller oftmals eine Reise durch halb Deutschland spendieren? Hier erfahren Sie mehr.

Schaffe, schaffe, Häusle baue. Bei den immer weiter steigenden Baukosten müssen viele noch ein paar „schaffe“ mehr hinzufügen, bevor es mit dem Hausbau losgehen kann. Und andere Bauwillige verzweifeln gar, weil sie es scheinbar überhaupt nicht schaffen. Seit Jahren wird Bauen immer teurer. Doch warum eigentlich? Dafür gibt es zahlreiche Gründe – wir nennen Ihnen fünf: 

1. Bauland ist kostbar
Grund und Boden ist ein endliches Gut. Deshalb regiert hier das Prinzip von Angebot und Nachfrage geradezu gnadenlos. Besonders in Städten sind die Quadratmeterpreise in den letzten Jahren immens gestiegen. Beispiel Berlin: Hier hat sich der Preis für einen Quadratmeter Bauland in sehr guter Lage allein von 2014 bis 2019 vervierfacht. Auch die Kommunen sind oftmals Teil der Preisspirale, weil Flächen zögerlich und unzureichend als Bauland ausgewiesen und Bauanträge nur schleppend bearbeitet werden.

2. Handwerk hat goldenen Boden
Häuser bauen sich nicht von alleine und wo viel gebaut wird, werden viele Handwerker gebraucht. So viele, dass Handwerksfirmen teilweise bereits Monate im Voraus ausgebucht sind, sich ihre Aufträge aussuchen können und entsprechend ihre Preise gestalten. Hinzu kommt, dass auch die Kosten für Baumaterialien stetig steigen.

3. Baurecht ist Ländersache
16 Bundesländer, 16 Bauverordnungen. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Bauherren müssen nicht nur rund 3000 bundesweit gültige Normen beachten – es kommen noch vielfältige Auflagen der Landesbauordnungen und der Kommunen hinzu. Föderalismus führt hier zu noch mehr Vorschriften, höherer Regulierung und letztlich höheren Kosten.

4. Regulierungen werden weiter verschärft
Nehmen wir als Beispiel die Energie-Einsparverordnung (EnEV). Die wurde im Jahr 2016 aufgrund ehrgeiziger Klimaschutzziele verschärft, was zu höheren Anforderungen führte, etwa bei der Dämmstoffstärke oder der Fensterverglasung. Das hob die Baukosten allein in diesem Bereich um bis zu 5 % im Vorjahresvergleich an.

5. Erde kostet richtig Schotter
Weil viele Deponien am Kapazitätslimit arbeiten, müssen Baufirmen den beim Keller- und Fundamentbau anfallenden Erdaushub oft hunderte Kilometer weit durch die Republik fahren. Das kostet nicht nur ein Vielfaches an Arbeitszeit und LKW-Diesel, auch die Deponien selbst haben die Entsorgungspreise kräftig erhöht. So haben sich etwa in Mittelhessen die Kippgebühren in den vergangenen rund fünf Jahren nahezu verdoppelt. Viele Bauverbände reden schon von einem „Entsorgungsnotstand“. Kein Wunder, dass das Loch für den Keller oft auch ein Loch ins Budget reißt. 

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