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EU will Energie­ef­fi­zienz von Gebäuden steigern

Frans Timmermanns, Kommissionsvize der EU, ist sich sicher: „Bei der derzeitigen Renovierungsrate werden wir unsere Klimaziele nicht erreichen.“ Und genau deshalb will die EU-Kommission in den nächsten Jahren eine Renovierungswelle für Gebäude auslösen. Helfen sollen dabei auch die Corona-Hilfsfonds.

Sind Sie Hausbesitzer? Dann sollten sich wappnen, denn die EU will beim Thema Klima Nägel mit Köpfen machen. Nach Angaben der Kommission ist der Energieverbrauch von Gebäuden aktuell für etwa 36 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Zwar gibt es außer markigen Worten von Timmermanns oder der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bisher noch keine konkreten Pläne, doch scheint die Kommission fest entschlossen, die Sanierung von Gebäuden auf dem Kontinent mit neuen Förderanreizen attraktiver zu machen.

Laut Timmermanns werden bisher etwa nur ein Prozent des Bestandes jährlich nach neuesten Maßstäben renoviert, in Zukunft sollen es jedoch doppelt so viele sein. Erreichen will die Behörde das mit  der Festlegung "verbindlicher Mindestnormen für die Energieeffizienz bestehender Gebäude". Denn die Klimaschutzpläne der Kommission haben es in sich: Bis 2050 soll der EU-Raum mehr Treibhausgase auffangen oder kompensieren als ausstoßen. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen dabei schon um 55 Prozent sinken. Ambitionierte Ziele, die bei Experten erhebliche Zweifel auslösen.

Doch neben verbindlichen Normen will die Kommission auch die Gesetzgebung zur Vermarktung von Bauprodukten, die Ziele für die Wiederverwertung von Materialien und die Anforderungen zur Sanierung von öffentlichen Gebäuden in den Blick nehmen. Dass manche dabei mit bis zu 160.000 neuen Jobs im Bausektor rechnen, wird man in Brüssel gerne hören – zumal sich mit den ersten Impfstoffen am Horizont auch eine Trendwende in der Corona-Pandemie andeutet. Die ist schließlich auch für den erhofften Boom verantwortlich: Denn ohne den Corona-Hilfsfonds wäre ein Programm in dieser Höhe nie zu stemmen, sagt auch Kadri Simson, Energiekommissarin der EU.

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