Eigen­ka­pital – ohne Moos nix los?

Auch in Zeiten von historisch niedrigen Bauzinsen gilt: Ein gewisses Maß an Eigenkapital ist und bleibt das Fundament einer soliden Baufinanzierung. Wir geben Ihnen einige Anhaltspunkte, wie viel Eigenkapital Sie aufbringen sollten.

Was zählt eigentlich als Eigenkapital?

Eine berechtigte Frage, denn zum Eigenkapital zählt nicht nur das Geld, das Sie auf Sparkonten liegen haben. Zu Ihren Eigenmitteln können auch Auszahlungen aus einer Lebensversicherung oder Ihre Riester-Rente zählen. Ebenso dürfen Sie ein zugeteiltes Bausparguthaben anrechnen, ein bereits abbezahltes Grundstück sowie den eingesparten Lohn beim Hausbau, wenn Sie selbst mit anpacken – die sogenannte Muskelhypothek.

Je mehr, desto besser? Im Prinzip ja.

Mit Eigenkapital sammeln Sie bei jeder Bank Pluspunkte, denn Sie senken das Risiko für die Bank. Je mehr Eigenkapital Sie einsetzen, desto weniger Darlehen müssen Sie aufnehmen und desto schneller ist Ihre Immobilie abbezahlt. Weniger Risiko belohnt die Bank mit besseren Finanzierungskonditionen, sprich mit einem niedrigeren Zins. Dieses Spiel geht bei den meisten Banken bis zur einer Eigenkapitalquote von 40 bis 50 % – darüber hinaus wird der Zins meist nicht mehr niedriger. Sollten Sie tatsächlich in der Lage sein, noch mehr Eigenmittel einzubringen, könnte es sich also lohnen, einen Teil davon nicht für die Finanzierung zu verwenden, sondern anderweitig gewinnbringend zu parken. Hierzu sollten Sie sich aber unbedingt beraten lassen.

Als Minimum gilt: So viel wie die Erwerbsnebenkosten

Sich über zu viel Eigenmittel Gedanken zu machen, ist sicherlich ein Luxusproblem. Für die meisten wird es eher darum gehen, überhaupt genügend Eigenkapital aufbringen zu können. Aus unserer Erfahrung heraus sollten Sie mindestens die Erwerbsnebenkosten durch Eigenmittel abdecken können. Hierzu zählen die Grundbuchkosten, Notargebühren, Grunderwerbssteuer und eine eventuell anfallende Maklercourtage. All diese Kosten müssen Sie zum „Schaufensterpreis“ Ihrer Traum-Immobilie noch hinzurechnen – in den meisten Fällen liegen die Erwerbsnebenkosten zwischen 10 und 15 % des Kaufpreises.

Besser: Erwerbsnebenkosten und ein Teil des Kaufpreises

Um noch mehr von den derzeit günstigen Bauzinsen profitieren zu können, sollten Sie neben den Erwerbsnebenkosten auch noch mindestens rund 20 % des Kaufpreises als Eigenmittel zur Verfügung haben. So viel können Sie momentan nicht stemmen? Dann heißt es abzuwägen: Noch eine Weile sparen und eventuell in Kauf nehmen, dass Zinsen und Immobilienpreise in der Zwischenzeit steigen oder direkt loslegen und etwas höhere Zinsen in Kauf nehmen. Unsere Baufinanzierungsberater/innen unterstützen Sie gerne bei dieser Entscheidung.

Geht’s auch ohne Eigenkapital?

Unter Umständen ja. Und zwar dann, wenn Sie der Bank genügend Sicherheiten in Form einer hohen Bonität und eines tadellosen Schufa-Scores bieten können. Außerdem müssen weitere Faktoren wie Beruf, Alter und Familienstand passen. Solche sogenannten 115 %-Finanzierungen sind deshalb die absolute Ausnahme und Banken lassen sie sich durch vergleichsweise hohe Zinsen bezahlen.

Und wenn das Eigenkapital nicht reicht?

Die einfachste Lösung ist, weiter zu sparen. Sie könnten auch bei Freunden, der Familie oder Ihrem Arbeitgeber nach einem Kredit fragen – denken Sie aber daran, dass Sie auch dieses Geld zurückzahlen müssen. Vielleicht kommen für Sie ja auch Fördermittel in Frage, die Sie bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatten – auch hierzu beraten Sie unsere Finanzierungsexperten gerne.

Zum Thema „Eigenkapital“ finden Sie auch ein Erklärvideo in unserem YouTube-Kanal„Baufinanzierung leicht gemacht“.

 

 

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