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Deutschland, Deine Mieter

Eigenheim oder Miete? Für viele Deutsche scheint sich diese Frage nach wie vor nicht zu stellen. Die Deutschen sind, zusammen mit der Schweiz, europäisches Schlusslicht, was die Eigentümerquote bei den Privathaushalten angeht. Diesen Schluss zieht jedenfalls das Statistikportal statista.

Der Immobilienmarkt boomt in Deutschland. Gegen die Folgen der Corona-Pandemie scheint der Sektor der Privatimmobilien weitgehend immun zu bleiben und auch die Zahl der Familien mit Kindern steigt nach Jahren der Stagnation wieder an. Doch das wiederum  scheint keine Auswirkungen auf die Eigentümerquote bei Privathaushalten zu haben. Denn nur etwas mehr als die Hälfte aller Eigentümer bewohnt den eigenen Besitz, sei es ein Haus oder eine Wohnung, auch selbst.

Das Statistikportal statista hat die Eigentümerquote bei den Privathaushalten einiger europäischer Länder verglichen und festgestellt, dass Rumänien mit einer Eigentümerquote von 95,8% die Spitzenreiterposition besetzt. Es folgen Polen mit 84,2% und Spanien mit 76,2% vor Großbritannien und Frankreich mit 65,2% bzw. 65,1%. Den Schluss des Feldes zieren Österreich mit 55,2%, Deutschland mit 51,1% und die Schweiz mit 42,5%.

Natürlich entbehrt die isolierte Betrachtung der Eigentümerquote und der Vergleich mit anderen Nationen einer wissenschaftlichen Sicht auf die Dinge. Unterscheiden sich die einzelnen Länder in Bezug auf die historische wirtschaftliche und politische Entwicklung, aber auch die regionalen Strukturen, doch sehr. Aber es gibt natürlich zu denken, dass der Immobilienboom der letzten Jahre, der in der deutschen Nachkriegsgeschichte bisher ohne Beispiel ist, keine einschneidenden Veränderungen in der Struktur der Haushalte mit sich bringt.

Selbst die Bundesbank merkte zu Jahresbeginn an, dass die Politik mehr tun könnte, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. Im Vergleich zu anderen Ländern habe Deutschland eine relativ hohe Grunderwerbsteuer und keine steuerliche Abzugsmöglichkeiten von Hypothekenzinsen für Eigennutzer. Hier anzusetzen hieße nach Meinung der Experten nicht nur, die Wohneigentumsquote zu erhöhen, sondern auch der sozialen Frage des Wohnens mit einer neuen Strategie, nämlich der des Wohneigentums als Zentrum der Altersvorsorge beizukommen.

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