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Baufi­nan­zie­rungen weiter so günstig?

Jerome Powell, seines Zeichens Chef der US-Notenbank sorgte Ende August für Aufsehen in der Finanzwelt. Bei der virtuellen Konferenz der Vorstände der Notenbanken verkündete er nicht weniger als einen radikalen Wechsel in der Geldpolitik der USA: Die Federal Reserve (FED) will vom bisherigen Kurs, ein festes Inflationsziel anzustreben abweichen und stattdessen für die Bewertung der Zinsen den flexibleren, über mehrere Jahre gemessenen Durchschnittswert der Inflationsrate heranziehen. Powells Aussagen lassen sich auch so deuten, dass die lockere Geldpolitik der Niedrigzinsen auf unbestimmte Zeit fortgesetzt wird. Heißt das Ziel nun also auch in den Vereinigten Staaten „Nullzins forever“, wie Kritiker meinen?

In der USA wächst die Angst vor der Deflation: Im Juli betrug die Inflationsrate in den USA nur 1,0 Prozent. In den Industriestaaten wird eine Inflationsrate von etwa 1,5 bis 2,0 Prozent als ideal angesehen, um ein dynamisches Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sowie Zukunftsinvestitionen von Unternehmen zu schaffen. Die Entscheidung der FED soll vor allem letztere ankurbeln und – bei einer Entspannung der Pandemie-Lage – schnelle Entscheidungen ermöglichen, ohne sich wie bisher nach einer starren Prozentzahl richten zu müssen.

Christine Lagarde dagegen, die Chefin der europäischen Notenbank, sah für die von ihr beaufsichtige Euro-Währung letzte Woche im Gegensatz zu den Amerikanern noch keinen Handlungsbedarf. Doch der hohe Eurokurs und die damit verbundenen Deflationstendenzen dürfte die EZB noch länger beschäftigen. Ist hier keine Trendwende abzusehen, müssten die obersten Währungshüter der Europäischen Union die Geldpolitik weiter lockern. Auch wenn man mit Prognosen in diesen Zeit vorsichtig sein sollte: Für Häuslebauer und solche die es werden wollen, würden die Bauzinsen damit weiter extrem niedrig bleiben. Der Immobilienboom dürfte damit anhalten.

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