Barrie­re­f­reies Wohnen wird immer wichtiger

Nur 800.000 Wohneinheiten gelten in Deutschland als barrierefrei oder barrierearm. Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung wird die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnen aber vermehrt steigen – auch wenn die Ausstattung mit Mehrkosten verbunden ist. Hier erfahren Sie mehr.

„Lediglich drei Prozent der von Senioren bewohnten Wohnungen sind wirklich barrierefrei“, sagt Marian Kirchhoff, Geschäftsführer der Deutschen Teilkauf. „Und nur rund 15 Prozent haben einen stufenlosen Zugang.“ In Anbetracht der Prognose, dass sich im Jahr 2035 mehr als 30 Prozent der Deutschen im Ruhestand befinden werden, ein geradezu erschreckend niedriger Wert. 

Was zählt zur Barrierefreiheit?

Eine barrierefreie Wohnung muss viele Kriterien erfüllen: genügend Raum in der Küche und im Badezimmer, breite Eingangs- und Raumtüren sowie ein ebenerdiger Einstieg zur Dusche. Ebenso dürfen keine die Bewegungsfreiheit einschränkenden Stufen oder Schwellen vorhanden sein. Besonders wichtig ist hier der schon erwähnte stufenlose Zugang zur Wohnung. Diesen besitzen bei Neubauten ab 2011 immerhin 44 Prozent der Gebäude. Altbauten hingegen, die bis zum Jahr 1948 gebaut wurden, verfügen nur zu rund 5 Prozent über stufenlose Zugänge. 

Mehrkosten, die sich auszahlen

Im Hinblick auf eine notwendige Modernisierung des Eigenheims sollten Senioren finanziell vorsorgen. Denn Barrierefreiheit kostet Geld. So müssen beispielsweise für den vollständigen barrierefreien Umbau eines Badezimmers rund 8.000 Euro einkalkuliert werden und für die Verbreiterung einer Tür etwa 750 Euro. Im Neubau müssen dafür rund 1,26 Prozent Mehrkosten eingeplant werden – im Bestand ist ein solcher Umbau oftmals um ein Vielfaches teurer.

Teilverkauf als mögliche Lösung

Nicht jeder kann solche Kosten stemmen. Dann kommt eventuell ein Teilverkauf in Frage. Dieser ermöglicht, das in der Immobilie gebundene Vermögen freizusetzen und zu verwenden. Denn beim Immobilien-Teilverkauf wird lediglich ein gewisser Anteil der Immobilie veräußert. Durch das Nießbrauchrecht hat der Eigentümer weiterhin uneingeschränktes und lebenslanges Wohn- und Nutzungsrecht. So kann Barrierefreiheit in vielen Fällen doch noch umgesetzt werden – für hohen und sicheren Wohnkomfort im Alter.

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