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10 Jahre Immobi­li­enboom – droht der große Knall?

Jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamt zeigen: Von 2008 bis 2018 verteuerten sich Immobilien um fast 50 %. Seit 2015 beschleunigte sich der Preisboom sogar noch und erfasst mittlerweile auch ländliche Gebiete. Kommt es bald zum Platzen der Blase? Lesen Sie die Experten-Einschätzung.

Wie so häufig, wenn es um einen Blick in die Zukunft geht, sind die Meinungen über das, was uns erwartet, eher uneinheitlich. So auch beim Immobilienboom, der nunmehr seit über zehn Jahren andauert. Betrachtet man die aktuellen Experten-Meinungen lässt sich jedoch ein gemeinsamer Grundtenor ausmachen: Es besteht kein Grund zur Panik.

Gefahr droht in den Städten

Besonders in Städten ist der Ansturm auf Immobilien ungebrochen. Hauptgrund dafür sind die anhaltend niedrigen Zinsen, die Anleger zur Flucht in Betongold bewegen. Nimmt man die Tatsache hinzu, dass in Ballungsräumen in den vergangenen Jahren viel zu wenig neuer Wohnraum geschaffen wurde, sind steigende Preise geradezu vorprogrammiert. Doch geht das so weiter? Und vor allem: Geht das auf Dauer gut? Zu den warnenden Stimmen lässt sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zählen. Hier sieht man die Signale zumindest auf Gelb – insbesondere was die Preissituation in nachgefragten Städten betrifft. Auch der Immobilienspezialist Empirica warnt, dass die Preise vielerorts dem mittleren Einkommen beziehungsweise Eigenkapital entronnen sind. Selbst die sonst eher zurückhaltende Bundesbank sieht die Immobilienpreise in Städten um bis zu 30 % höher als ökonomisch begründbar. 

Auf dem Land eher entspannt

Verlässt man die Ballungsräume und ihre Speckgürtel, lässt der Druck auf die Immobilienpreise schnell nach. In 69 der 401 kreisfreien Städte und Landkreise wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr als 50 % mehr Wohnungen gebaut als nötig, stellte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fest. Die Folge: Mancherorts herrscht tatsächlich Leerstand.

Robuste Konjunktur, robuste Preise

Bei den Experten der Landesbank Helaba steht die Ampel weiterhin auf Grün. Hier vertritt man die Ansicht, dass ein Immobilienboom nicht an Altersschwäche stirbt, sondern an einer Rezession. So war es zumindest seit 1975 bei den letzten fünf Immobilienzyklen. Auch wenn sich die Konjunktur etwas abgekühlt habe, sei eine Rezession im Moment nicht zu erkennen – schon gar keine, die ein Sinken der Immobilienpreise auslösen könnte. Zudem würden die niedrigen Finanzierungszinsen die gestiegenen Preise teilweise ausgleichen.

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