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Aktuelles

IW-Studie: Mit vier Konzepten zu 6,3 Mio. Wohnungen

Mit wenigen Maßnahmen schnell zu Millionen zusätzlicher Wohnungen. Das versprechen die „Ideen für eine bessere Wohnungspolitik“ des IW Köln. Hinter dem Konzept verbergen sich vier Ansätze, die den Wohnungsmarkt kurzfristig entspannen und Geringverdiener entlasten könnten. Ein Blick auf die Details.

Wohnungsmangel und Mietenexplosion – in vielen Metropolen ist das ein immer größer werdendes Problem. Das Institut für deutsche Wirtschaft (IW Köln) entwickelte deshalb im Auftrag der Wohnungsgesellschaft LEG eine Studie mit „Ideen für eine bessere Wohnungspolitik“. Das Ergebnis: Vier innovative Lösungsansätze, die insgesamt 6,3 Millionen Wohnungen schaffen und vor allem die Wohnsituation von Geringverdienern schnell entspannen sollen.

Bestand besser nutzen

Eine erste Strategie des IW Köln: Das Potenzial von bereits bestehendem Wohnraum voll ausschöpfen. Wie das umgesetzt werden kann? Hier gibt es laut IW drei verschiedene Möglichkeiten. So könne rund eine Million Wohnungen durch Dachaufstockungen geschaffen werden. Etwa vier Millionen städtische Wohnungen würden zudem wenig genutzt. Diese könnten untervermietet oder in Einliegerwohnungen umgewandelt werden. Laut der Studie wären rund 1,3 Millionen Mieterhaushalte auch in zu großen Wohnungen untergebracht. Dazu zählen zum Beispiel Rentner. Sie könnten gezielt beim Umzug in kleinere Wohnungen unterstützt werden.

Wohngeld erhöhen

Ein erhöhtes Wohngeld könne vielen Haushalten direkt helfen. Laut der Studie sei dieses Konzept sogar treffsicherer als soziale Wohnraumförderung. Eine einmalige Erhöhung sei aber nur ein Schritt in die richtige Richtung. Ein generelles Problem sieht das IW Köln darin, dass das Wohngeld nur unregelmäßig angepasst wird – zuletzt vor sieben Jahren. So fallen viele Menschen mit Unterstützungsbedarf aus der Förderung. Die Studie fordert deshalb, das Wohngeld dynamisch anzupassen.

Belegungsrechte kaufen

Das dritte Konzept betrifft die Belegungsrechte. Diese sichern bezahlbare Mieten im Wohnungsbestand für Menschen, die zahlungsfähig sind, aber trotzdem Probleme haben, eine Wohnung zu finden. So zum Beispiel Haushalte mit Migrationshintergrund, Großfamilien oder Alleinerziehende. Das IW Köln empfiehlt den Gemeinden, deutlich mehr dieser Belegungsrechte zu kaufen – am besten im Bestand. Denn bisher würden Belegungsrechte meist erst geschaffen, wenn neue Sozialwohnungen gebaut würden. Das sei aber teuer und wenig effizient.

Strukturschwache Städte stärken

Mittendrin statt nur dabei. Das gilt auch für viele Mieter. Der Großteil möchte zentral wohnen. Aber der Raum in Großstädten ist begrenzt. Eine Alternative könnten Wohnstandorte mit attraktivem Umfeld und guter Verkehrsanbindung an die Zentren sein. Der Fokus der letzten Strategie liegt deshalb auf strukturschwachen Städten. Hier sollten die Anbindung an den ÖPNV ausgebaut und das Wohnumfeld attraktiver gemacht werden. Zum Beispiel, indem die Schulsituation vor Ort verbessert oder das Breitbandnetz ausgebaut werde. So gebe es für zahlreiche Menschen Alternativen zu den Zentren. Laut dem IW Köln würde dieser Ansatz Großstädte entlasten und gleichzeitig schrumpfenden Städten selbst eine neue Perspektive geben.

Die Studie präsentiert aber nicht nur diese vier Konzepte, um die akute Wohnungsnot zu lösen. Gleichzeitig fordert das IW Köln, dass sich Bund, Länder und Gemeinden besser verzahnen und Städte mehr mit privaten Wohnungsunternehmen kooperieren. Nur so könnten die Potenziale auch genutzt werden.